Aktion: Offener Brief an die Macht

           
   
Sehr geehrte Frau Merkel,
verehrter Herr Köhler,
Herr Müntefering,

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich schäme mich für diesen Staat - der es nötig macht, das eine links-orientierte Zeitung* s.u. ein Massenschreiben an Sie verfasst, um rechtschaffenen Leuten, die diesem Staat bisher die Stange gehalten haben (Fahnenträger genannt) bei zu stehen!
Ich selbst gehöre keiner Partei an - und werde dies auch in der Zukunft nicht vor haben. Grund dafür sind meine bisherigen Erfahrungen mit der Politik und den Parteien. Ich bin Vater von drei Söhnen und von Beruf Technikinformatiker, "staatlich geprüfter Techniker der Elektrotechnik", Funkelektroniker und Nachrichtengerätemechaniker. Ich habe eine Prüfung zur Ausbildereignung für Anwendungsentwickler vor der IHK Wolfsburg abgelegt und bildete insgesamt 9 Auszubildende der Berufe Kommunikationselektroniker, Büroelektroniker und Anwendungsentwickler aus. Ich leitete als Geschäftsführer einer GmbH von 1992 , 1997 bis 2004 mehre Dipl-Ing. der Fachrichtung Elektrotechnik und Informatik, sowie Mathematiker und Physiker. Meinen Untersuchungen zur Folge, haben sehr viele dieser ehemaligen Angestellten oder freien Mitarbeiter heute keine Anstellung oder Beschäftigung mehr. Allen ist eines gemeinsam - alle sind älter als 35 Jahre!! Wenn die Zukunft sich so weiter entwickelt, wie Sie das jetzt mit Ihrer Politik forcieren, werden in der Zukunft die abgehenden Studenten bereits zu alt für den Arbeitsprozess sein.

Wer wird dann die produzierten Produkte erwerben können?

Wie das Beispiel unten zeigt, scheint eine Altersversorgung über Eigentum auch nicht eine wirkliche Lösung zu sein! Welche Zukunft wollen Sie meinen Kindern gewähren?? Oder ist da gar keine Zukunft geplant?

Herr Köhler, lassen Sie sich doch hier einmal an Ihre Ehre gefasst fühlen, ist Ihre Tätigkeit das Geld wert, das der Bürger, der Bürge für den Staat ist, von dem Sie "finanziert" werden, für sie ausgibt? Wenn ein jetziger Arbeitsloser nicht einmal mehr der Heizung wert ist, nachdem er Wohneigentum geschaffen hat zum Zwecke der Selbstvorsorge, warum sind dann Politiker ihre Diäten wert?
Herr Köhler können Sie mir bitte sagen, was ich hierzu meinen Kindern sagen soll?
Wie soll in einer Wegwerfgesellschaft, in der nun schon die Bürger Wegwerfprodukte sind, die Jugend noch eine Zukunft sehen? Wie kann ich meine Kinder motivieren, wenn die schon heute sehen, das ein Morgen für sie nicht mehr da ist - es sei den sie verfügen über das notwendige Geld (Studiengebühr, Bücher, Einstiegskontakte). Wollen sie "Unsere" Kinder in einem Staat aufwachsen lassen, in dem sie lernen, das man mit Betrug, Diebstahl, Korruption, Erpressung eher eine Zukunft hat, wenn man mit Grips im Kopf geboren wurde? Und wenn das nicht so ist, werden dann dem nächst die Neugeborenen oder Ungeborenen Caste-orientiert erzogen und geschult?
Bitte sagen Sie mir, das all dies nicht Ihre Intensionen waren, als Wir die Demokratie von der Wohlstandsgier der Großunternehmer demontieren ließen. Bevor der Mann vom Gaswerk noch in der Regierung sahs, um jetzt die Heizkosten deutlich nach oben steigen zu lassen. Ich frage Sie hier ganz klar und deutlich: Wollen Sie Herrn Rüdiger S. in seinem Überlebenskampf gegen die Ämter und Vorschriften helfen??
Ich schrieb in einem Forum dazu: "Herr Rüdiger S. möge doch seinen Hungerstreik aufgeben und zur Selbstverteidigung übergehen!" Denn auch der Überlebenskampf ist ein Schlachtfeld der Generationen und Schichten (Caste) in diesem Staat geworden!
Ich muß nicht erst auf die letzten großen Exzesse in den Schulen hinweisen, die zeigen, wo die Überlebensangst und der Verlust der Identität hin geht. Wenn heute Menschen durch ihre Kleidung in Schichten (Casten - Haxley "Schöne neue Welt ") eingeteilt werden und sich das aus den USA eingeführte Klassensystem nach K.O.-Manier etabliert, dann wird es Zeit das WIR ALLE etwas tun!!! In unserer Nazizeitvergangenheit hatten wir doch schon dieses Klassen- und Casten-System - wohin wir damit gekommen sind braucht hier nicht ausgeführt werden. Oder brauchen wir jetzt wieder Kriege auf dem Rücken der arbeitslosen Arbeiter?
Hatten wir das nicht schon alles?
Sehr geehrter Herr Köhler ich bin jetzt sehr gespannt, was hiermit nun geschied. Ich stimme nicht mit den Zielen der CDU, CSU, FDP, SPD, Rechten, Linken, Mitte überein! Dennoch habe ich eine Vorstellung von Demokratie, Anstand und Sozialverhalten. Wäre es nicht auch Zeit, das Sie sich wieder neu orientieren - oder sollte ich morgen den Fechtern des "Wilden Westens" in die Arme laufen, um einem "Sturm auf die Bastie" zu helfen? Wollen wir wirklich die Keime eines Klassenkrieges züchten und Sie die Märtyrer platzieren?
Ich möchte Mensch bleiben und für das Kämpfen, wofür mein Großvater noch in der SPD leiden mußte. Ich möchte meine Kinder nicht lehren, wie man Brandbomben im Computer- Robotterzeitalter baut. Wie man bei Hilflosigkeit seine Widersacher niederschiest lernen sie ja nun schon aus der Schule!

BITTE - Beenden Sie diesen Wahnsinn!! Bevor es heftig beginnt.


Ich schließe mich also dem Nachfolgenden vom Sinne her an - Nicht aber von den Zielen dieser Parteien!

Ein letztes offenes Wort noch an Frau Merkel :
Ich schätze Ihren Intellekt und Ihre unkomplizierte Art Ihre Meinung und Ihre Ziele darzustellen. Doch ich finde es sehr beschämend, wie Frau mit so viel Wissen und einer Vergangenheit aus einem sozialistischen Regime so wenig Ethik und Feingefühl hat - dies alles zuzulassen. Wo ist die angeborene Fürsorge einer Frau für ihre Umgebung geblieben? Was sagt Ihnen ihr Intelekt zu den kontroversen Situationen? Was soll all dieser Konkurrenzwahnsin? Ist ein kooperatives Verhalten und System nicht für alle Probleme eine ganbarere Lösung (Nur zur Erinnerung - Kooperativ - gleich - Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Vorraussetzungen zu einem Gemeinsamen Ziel). Frau Merkel - ich muß ganz ehrlich sagen - ich weiß nicht wie ich Ihr Verhalten deuten soll - Selbstzerstörerisch, Aufgabe, Ignoranz. Sie wissen doch genau, was Ihr verhalten forciert oder? Oder wollen Sie doch den Wilden Westen Made of US importieren?

Zuletzt noch ein Wort an Herrn Müntefering.
Sorry , ich schäme mich für Sie! Wie kann ein Politiker seine Linie nur so aufgeben. Mein Opa (der in der SPD war) würde sich im Grab umdrehen. Wie kann eine Große Koalition nur solche falschen Ziele mit solchen unsozialen Lösungen tragen.

Kurz ein Wort zu mir - ich verabscheue das schriftliche Wort denn ich bin Legastheniker und habe so meine Probleme mit dem "Richtigen" falschem Schreiben. Doch das ging Herrn Einstein auch schon so wie mir. Auch mir ist es wie Herrn Einstein schon feststellte alles relativ. Es ist relativ egal für die nicht deutschen Staaten - ob wir untergehen - doch es ist nicht relativ Wurst, wie wir mit Menschen umgehen ----- denn das sind wir alle !

Manfred Lesche

Auszug aus dem Aufruf der LinksZeitung*:

"ich wende mich an Sie, damit Sie im Fall des von ALG II betroffenen Rüdiger S. Ihren Einfluss geltend machen. Die  ARGE im Landkreis Osterode (Harz) soll ihre vorhandenen Ermessenspielräume bei der Anwendung von SGB II im Sinne von mehr Humanität nutzen.

Rüdiger S. tritt heute in den unbefristeten Hungerstreik. In jahrelangen Auseinandersetzungen mit der ARGE ist es ihm nicht gelungen, zu erreichen, dass für das von ihm bewohnte 150 Jahre alte, schlecht isolierte Haus im Rahmen von ALG II angemessene Heizkosten übernommen werden. Die Verantwortlichen sind der Meinung, dass er mit einem Pauschalbetrag von 77 Euro auskommen muss, obwohl die Kosten nachweislich ca. doppelt so hoch zu veranschlagen sind und obwohl für das schon abbezahlte Haus sonst keine Wohnkosten entstehen.

Im letzten Winter hat Rüdiger S. lange kalte Monate nur so viel heizen können, dass ihm die Wasserrohre nicht einfroren. Konkret hieß das,  er musste Monate in seinem nur 5 qm großen Badezimmer verbringen, weil dies der einzige Raum ist, dessen Beheizung er sich noch leisten kann. Die ARGE im Landkreis Osterode (Harz) hilft ihm nicht, sondern überzieht ihn mit schikanösen Vorschlägen. Seinen acht Jahre alten arthrosekranken Hund soll er abschaffen, um zu sparen und seinen Gebrauchtwagen verkaufen, obwohl es an seinem Wohnort nicht einmal einen Lebensmitteldiscounter gibt. Nun soll er einen Ein-Euro-Job antreten. Da dies für ihn bedeutet, nach einem langen und unbezahlten Arbeitstag in ein Haus zurück zu kehren, indem er trotzdem frieren muss, weigert er sich. Prompt hat die ARGE ihm die Regelleistung um 30% gekürzt. Offensichtlich wird  ohne jede menschliche Regung in altpreußischer Manier der Buchstabe des Gesetzes angewendet
 
Rüdiger S. erwartet, dass ihm entweder eine sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt, oder aber eine bedarfsgerechte Sozialleistung gezahlt wird. Er ist nicht bereit für einen Euro zu arbeiten und trotzdem zu frieren. Er wird den Hungerstreik erst beenden, wenn die ARGE die 30%ige Kürzung seiner Regelleistung zurück nimmt.

Finden Sie es hinnehmbar, dass in Umsetzung der so genannten Hartz-Gesetze ein Mensch, der Jahrzehnte lang gearbeitet und in die Sozialversicherungen eingezahlt hat, der mit Fleiß und Sparsamkeit zu einem bescheidenen Wohneigentum gekommen ist, nun jeden Tag entscheiden muss, ob er sich etwas zu essen kauft oder an kalten Tagen die Heizung anstellt?

Finden Sie es politisch verantwortbar, dass im Jahr 2006 in Deutschland in einem der reichsten Länder der Welt, die Not eines Langzeiterwerbslosen so groß und die Behördenpraxis so inhuman ist, dass dem Betroffenen dagegen nur noch ein Hungerstreik als letztes Mittel einfällt?

Ich finde, so etwas darf es in Deutschland nicht geben. Gesetze, die so etwas ermöglichen sind zutiefst asozial. Deshalb fordere ich sie dringend auf, sich zu dem Problem öffentlich zu äußern und ihren Einfluss geltend zu machen, damit die ARGE ihre Praxis ändert und Rüdiger S. seinen Hungerstreik beenden kann.
 
Mit freundlichen Grüßen "

Hochachtungsvoll
Manfred Lesche

Wir, die nachfolgenden Unterzeichner,schließen uns den Bitten und Forderungen des obigen offenen Briefes an.

Carmen und Bernd Matthes,
Matthias D'Hanis,
Janca Schiller,
Konrad Fitz,
Arnulf Neumann,

Wer sich hier auch eintragen will, schreibt mir bitte: bernd.matthes(at)milanstation.de

Uns ist ein Fehler unterlaufen:
Wir haben fälschlicherweise Linkszeitung und Linke Partei verwechselt und möchten uns dafür bei der LinksZeitung entschuldigen. Wir haben deshalb die Stellen im Text entsprechend geändert.
Wir wollten mit diesem Hinweis besonders auch diejenigen auf das eigentliche Problem der Entdemokratisierung in unserem Land aufmerksam machen, die sich durch Vorurteile oder schlechten Erfahrungen von einer Stellungnahme abhalten lassen würden. Nun sind wir selbst über so eine Fehldeutung gestolpert und lachen über uns selbst. Bekommen aber dadurch bestätigt, das der eigentliche Gedankengang genau richtig war. Der Kampf für die Erhaltung und Verbesserung unserer Demokratie sollte über Parteigrenzen hinweg geführt werden.
     
 S t a r t s e i t e
 R e a k t i o n e n
   

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