Kriegs - Tagebuch 5
von Bernd Matthes
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1.1.2005 - Irak-Krieg Tag 530 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+429 -
der Tag der Kriegserklärung
Heute treten eine Reihe von Gesetzen in Kraft, die wir nicht verhindern konnten.
Auf der einen Seite sollen etwas 2,5 Mrd.Euro durch die Hartzregelungen "eingespart"
werden, auf der anderen Seite werden ca. 2,5 Mrd.Euro verschenkt an die Spitzenverdiener,
weil der Spitzensteuersatz gesenkt wird. Zufall?
Habe leider nicht gewußt, das SPD Steuerabsahn-Partei-Deutschland heißt, und mit
Grünen die Farbe der Dollarnoten gemeint ist.
Eigentlich hoffte ich, das inzwischen meine "Freunde" mobilisiert sind und ich
ganz offiziell einem Staatsorgan die Kriegserklärung übergeben könnte, aber die
Angst hält meine Zeitgenossen im Griff.
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2.1.2005 - Irak-Krieg Tag 531 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+430 -
2. Tage des sozialen Verteidigungskrieges
Ist das nicht ein toller Krieg, der zweite Tag ist erstmal frei, ist ja Sonntag.
Immerhin habe ich versucht nochmal in einem Internetkaffee die Seiten zu aktualisieren.
also die drei I-Kaffees kannst du vergessen. Keiner war in der Lage ein FTP-Programm
bereitzustellen. Alles Windoof-Kisten.
Schon wieder muß ich Freunde in Anspruch nehmen, nur weil falsche Freunde mich
hängen lassen. Wer wird Zeit für mich haben?
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3.1.2005 - Irak-Krieg Tag 532 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+431 -
3. Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Heute ist ein wichtiger Montag. Schnell noch ein paar Anklagen ausdrucken. Dann
mit der ganzen Familie in den Krieg ziehen.:-) Zuerst zu meinem ehemals zuständigen
Sozialamt im nächsten Dorf. Dort die Kriegserklärung abgegeben und darauf hingewiesen,
das durch die veränderte Lage selbst eine gehbehinderte alte Dame mehr als
4 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sei, um ihre Angelegenheiten
seit heute regeln zu können. Nach einem "Stimmt" nur noch Achselzucken.
Weiter zum Landkreis gefahren und dort ins AA gegangen. Was? - Zwei Typen fangen
mich bereits in der Eingangshalle ab und reden auf mich ein was ich wolle. Dummerweise
ließ ich mich auf diese Leute ein und fing an mein Anliegen auszubreiten. Jetzt erst
sah ich den schwarzen Sheriff im Hintergrund. Ah - ich kappiere - der Staat schützt
sich vor seinen Bürgern.
Nachdem ich also meine Kriegserklärung abgegeben hatte und ein wenig die zweite Tür
blockierte erkannten wir das hier nicht viel erreichbar war, weil wir, wie nicht
erwartet, allein da standen.
Nun gings zum nächst größeren AA nach Wolfsburg. Da wir besser vorbereitet waren,
ignorierten wir quasi die Abfänger und den ersten schwarzen Sheriff.
Ich wurde rüde gefragt wasich den wolle, und ich antwortete rüde, das ich sehr gut
wisse, was ich wolle und was sie das wohl angehen würde. Außerdem fragte ich sie,
ob sie denn wisse, was sie wolle und ob es ihr auch gelingt, das durchzusetzen.
Denkstoff sind die wohl nicht gewohnt. ;-)
Inzwischen hatten wir die zweite Tür erreicht und wir gingen einfach durch.
Ah - ein Blick reichte, um einen weiteren schwarzen Sheriff zu erkennen.
Auch in diesem AA waren wir anscheinend die Einzigen die Widerstand leisteten.
Die Menschen die ich ansprach konnte ich in zwei Kategorien teilen, die einen
die mit angstvollem Blick nur ihr Ding durchzogen und die anderen, die mit einem
gequälten Lächeln behaupteten, sie wüßten schon genau Bescheid nd sie bräuchten
diese Info nicht.
Wo bin ich da hingeraten?
Wer mich kennt, weis, das ich eine laute Stimme habe, wenn ich das will.
Dementsprechend störend wirkte sie auf Beratungsgespräche. Die AA-Mitarbeiter fingen
auch prompt an sich zu beschweren. Unumwunden gab ich zu, das sei meine Absicht.
Das wiederum schien keiner zu verstehen und stereotyp wurde ich erneut angemacht doch
meine Lautstärke zu mäßigen. Nocheinmal sagte ich, das dies Absicht sei und ob ich
das nun nochmal wiederholen soll. :-)
Da mischte sich der schwarze Sheriff ein und wollte wissen, ob wir eine
Demonstrationsgenehmigung hätten.
Ich antwortete ihm, das ich keine Demonstration machen würde, deshalb auch keine
Genehmigung bräuchte, sondern das ich Widerstand leiste, und dies sei ein anderes
Grundrecht als das Demonstrationsrecht. Ich erfülle nur meine Pflicht als Bürger.
Um zu einer Kommunikationsbasis zum Sheriff zu gelangen schilderte ich die Aufgaben,
die der Sheriff zu erfüllen hätte: Ich verstünde schon seine schwierige Situation,
die daraus besteht die berechtigten Emotionen der Klienten, die durch die Arroganz
der Arbeitsbesitzenden entstünden, abzumildern und die Arroganten zu schützen vor
tätlicher Gewalt. Ich würde ihn bewundern welch schwere Aufgabe er moralisch zu
leisten hätte.
Ich bemerkte, das er sogar verstand, was ich sagte, denn er erkannte an, das auch
ich meine Aufgabe als Bürger zu leisten hätte, wie er seine Aufgabe ernst nehme.
Fraternisieren nennt man das.
Aber schon wieder fühlten sich Mitarbeiter des AA gestört und machten entsprechende
Sprüche. Da hielt meine Frau es nicht mehr aus und bot ihr an, zu tauschen also
ihre Arbeit gerne zu übernehmen, wenn sie sich als Bürger nicht für Bürger einsetzen
wolle, sondern die Staatgewalt raushängen läßt. Betretenes vergraben der Augen in
Formulare war die erste Antwort.
Ich sprach diese Frau dann an und fragte, ob sie denn keine Demokratin sei um das
zu verstehen, und entsprechend der Bürgerverpflichtung gegen ungerechte Regierungen
Widerstand leisten müßte. Sie könne sich nicht dahinter verschanzen, es sei nur ihre
Arbeit, die das von ihr verlange. Ich dachte, das hätten schließlich auch die Faschisten
behauptet, es sei gut fürs Volk Juden zu vergasen und Arbeitsdienste einzurichten.
Leider kam ich nicht dazu zu fragen, wie das Arbeitsamt denn entstanden ist. Gut
informierte Kreise wissen nämlich, das es ursprünglich dazu da war, die Zwangsarbeiter
zu verwalten.
Fazit: Einer einzelnen Familie ist es also gelungen für ein paar Minuten quasi
das AA zu besetzen und den Betrieb zu stören. Was wäre denn, wenn jeden Tag dreimal
an unterschiedlichen Zeiten immer wieder andere den AA-Betrieb stören würden?
Auch hier habe ich eine Kriegserklärung hinterlegt und auch dem schwarzen Sheriff
eins gegeben, er ist schließlich auch ein Bürger :-).
Mehr konnten wir da nicht erreichen und so gingen wir dann friedlich wieder raus und
weiter gings zum AA in Braunschweig.
Dort kamen wir recht spät an und wir konnten uns nur erzählen lassen, das morgens
eine Demo von ca.50-80 Leute stattfand. Immerhin haben wir von dem netten Herrn
der uns berichtete was morgens los war, ein Flugblatt erhalten, das auf die
Montagsdemo hinwies die seit 23 Wochen in Braunschweig stattfinden. Ups - davon
wußte ich nichtmal was. Alles klar? Die Medien interessieren nicht Menschen die
in demokratischer Manier ihrem politischen Willen ausdruck geben.
Nach der Demo trafen sich viele Teilnehmer noch um in Ruhe die nächsten Schritte
zu überlegen. Diese Gelegenheit nutzte ich, um meine Anklage weiterzugeben.
Ich hoffe, das der eine oder andere dort erkennt was für ein Potenzial meine Ideen
haben.
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4.1.2005 - Irak-Krieg Tag 533 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+432 -
4. Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Heute werde ich mit der nächsten Eskalationsstufe beginnen. Eine Woche Schweigen.
Ich habe genug geredet. 20 Jahre Kampf gegen Ungerechtigkeit hinterläßt Spuren.
5 Jahre Webpräsenz haben scheinbar nichts gebracht. x-Versuche der Organisation
von Alternativen haben ebenfalls scheinbar nichts gebracht. Nur eins ist daraus
gewachsen für das der ganze Aufwand lohnend war: Heute habe ich einen Plan wie
die ganze Sache zu ändern wäre. Doch was nützen mir die besten Ideen, wenn keiner
ihnen etwas zutraut oder sie nicht für ernst genug nehmen, um sich damit
auseinanderzusetzen?
In letzter Zeit bemerke ich bei mir eine immer heftiger werdende Emotionalität, die
sich in meiner Sprachintensität ausdrückt. Ich bin also inzwischen an den Rand des
Ertragbaren geraten und dies erklärt auch, was mich hindert die Anklage gut an den
Mann oder die Frau zu bekommen. Die Ignoranz und Überheblichkeit vieler Zeitgenossen
verletzt mich massiv und die Leute merken nichtmal, was sie da tun.
Und wiedermal die Freunde - ja Leute die Sache funktioniert nur, wenn ihr mitmacht und
selbst aktiv werdet. Wenn ihr mir nur aus Mitleid ein Ebook abkauft, und dann die
Sache in die Ecke legt, dann bin ich Tod bevor die ersten 1000 Euros bei mir
angelangt sind und ich daraus schließen kann, das die ersten 30 Leute die Ebooks
auch gelesen haben.(1000/5/7)
Wollt ihr mich wirklich hinhängen?
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5.1.2005 - Irak-Krieg Tag 534 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+433 -
5.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Schweigen ist echt schwierig. Gestern hat mein Mund mehrmals was gesagt, ohne das
ich es verhindern konnte. Heute war es ebenso. Aber, ich merke wie mein Geist
sich verändert und auf die neue Situation einstellt. Es ist erstaunlich was plötzlich
in meiner Umgebung los ist. Wie die Leute anfangen irgendwas zu erzählen, weil
sie die Stille nicht ertragen, oder endlich Platz finden im Gespräch.
Mein Experiment mit der Wahrheit ergibt eine Menge neuer Daten über meine Mitmenschen.
Durch das Schweigen bekommt die Sache eine neue Qualität. Langsam merken bestimmte
Leute, das ich es ernst meine und nicht nur bluffe, wie sie es gewohnt sind. Sie werden
mit etwas konfrontiert mitdem sie nichts anfangen können in ihrer Video-Welt. Ich
verstehe, wenn meine Freunde mich anmachen weil sie nicht wissen was sie tun können, um
mir beizustehen und machen mich für ihr Dilemma verantwortlich. Doch zeige ich euch nur
den Spiegel den ihr immer verstecken wollt. Ihr wollt nicht wissen, das wir dafür
systemisch verantwortlich sind, das täglich mehr Leute an Hunger sterben, als die
Nazis damals täglich vergasten.
Darüber kann ich nicht mehr hinwegsehen.
Wer also dieses System in irgendeiner Form unterstützt, wie damals die Nazis unterstütz
wurden, muß sich nicht wundern wenn mal einer aufsteht und den Finger in diese Wunde legt.
Ich will wirklich niemand beleidigen und weis selbst wie gering die Chancen sind
sich aus diesem System fernzuhalten. Ich meine sogar, das dies unmöglich sei, genau
wie ihr auch, aber ich ziehe daraus Konsequenzen und habe eine Lösung gesucht,
wie dieses System umgeändert werden könnnte, um diesen Faschismus endlich aus
unserem System zu entfernen. Ihr aber denkt ich würde das System abschaffen wollen, falsch,
ändern will ich es und zwar sinnvoll.
Schaut in die Geschichte. Wie oft wurden die Gesellschaften und Strukturen geändert?
Ich sehe Systeme sind änderbar, eindeutig.
Ich sehe auch, ihr seid echte Feiglinge, wenn ihr behauptet, das System sei nicht
zu ändern.
Darum schweige ich jetzt, jedes Reden mit euch wird weitere absurde Begründungen
provozieren, wie ihr eure Feigheit rechtfertigen könnt.
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6.1.2005 - Irak-Krieg Tag 535 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+434 -
6.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Es ist wirklich nicht einfach zu schweigen, aber es ist interessant. Viel stärker
muß man seine Emotionen betrachten, um einen willentlichen Ausdruck der Mimik und
Gestik zu erreichen. Es ist schon zu einem Spiel zwischen meiner Frau und mir
geworden, wenn meine Frau versucht zu erraten, was ich meine. Die Effekte sind aber
weitgehender. Wenn ich etwas aufschreibe, wird mein Denken durch mehr Gehirnmasse
gefiltert und es verlangsamt die Kommunikation. Der andere muß dann meine Schrift
erstmal lesen und dafür vergeht Zeit. Schon allein, wie der andere den Satz liest,
zeigt mir, ob er ihn auch verstanden hat (solange laut gelesen wird). Sowohl mein
Gegenüber, als auch ich selbst, müssen genauer sein, besser den anderen verstehen.
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7.1.2005 - Irak-Krieg Tag 536 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+435 -
7.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Viel zu viele Nebensächlichkeiten ergeben soviel Ablenkung, das die Gehirnmasse
der meisten Menschen überlastet wird. Es sieht zwar so aus, als wäre es irgendwas
Einschläferndes, aber es ist einfach Überlastung.
Jetzt wo bei mir Schweigen angesagt ist bemerke ich das vielleicht erst, weil die
Gedanken-Intensität nicht mehr so einfach durch reden abgeführt werden kann. Ich hatte
gehofft, das ich genug Integrität besitze, um das auszuhalten, d.h. nach dem Motto:
"Wer nicht lügt, braucht sich auch keine Geschichten merken."
Doch auch dann ist es schwer - Leute.
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8.1.2005 - Irak-Krieg Tag 537 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+436 -
8.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Meine geringen Windows-Kenntnisse und die geringen Kenntnisse der Windows-User brachten es
bisher nicht fertig bei mehreren Freunden ins Netz zum Updaten zu kommen. Doch zur Ehrenrettung
von Windows muß ich schreiben das es heute Nacht dennoch gelungen ist ein Windows-System
zu überzeugen die richtigen Dinge zu tun. Wenn man weis wie gehts auch.
Danke Adi für deinen Beistand.
Bisher hat sich immernoch kein "Diplomat der Gegenseite" bei mir gemeldet. :-)
Ich werde also immernoch nicht ernst genommen oder es hat immernoch keine entsprechend lange
Zeit auf Halde gelegen, oder es ist immernoch keiner zuständig oder was auch immer. Naja die
Frist ist ja auch noch nicht abgelaufen bis zur nächsten Aktion.
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9.1.2005 - Irak-Krieg Tag 538 -
lobaler Wirtschafts-Krieg Tag X+437 -
9.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Heute habe ich das Gefühl gehabt es ist doch nicht alles umsonst. Ganz aufgeregt ist
jemand zu mir gekommen und hat mich in meinem Ansinnen bestätigt, mir 50 Euro in
die Hand gedrückt für die Bewegung und seine irgendwie geartete Mitarbeit angeboten.
Wenn nur von den Verantwortlichen so gedacht werden würde.
Seit es geschah, überlege ich, ob ich etwas zur Flutkatastrophe schreibe oder nicht.
Sarkastisch könnte ich sagen, war doch zu erwarten, auch wenn es unerwartbar erscheint.
Schließlich wissen wir, das es schon viele weltumspannende Katastrophen gegeben hat.
Das, was meinen Zeitgenossen Probleme macht, ist ihr Zeitverständnis. Geprägt auf
60 Jahre Lebenszeit werden eben Handlungen anders verantwortet, als im Bewußtsein
von Generationsfolgen. Nur wer sagt es ihnen? Nachhaltigkeit und Umweltbewußtsein
sind zwar uralte Gedanken, aber so neu formuliert, das sie gegen Konsumterror ohne
unsrere aktive Hilfe nicht standhalten können.
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10.1.2005 - Irak-Krieg Tag 539 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+438 -
10.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Anstelle eines Tagebucheintrag ein Brief an die Organisatoren der Braunschweiger
Montagsdemonstranten.
Liebe Leute,
...so geht das nicht.
Ich bestehe auf eine Richtigstellung des Protokolls. vom 3.1.2005
Im zweiten Absatz steht folgendes:
"Ein neuer Hartz IV Gegner (Bernd und Familie) trat etwas intellektuell auf."
Ob es einem Protokollführer gut ansteht die Intellektualität derer zu beurteilen,
die er zu protokolieren hat und dies im Protokoll festhält, will ich gar nicht abscließend
beurteilen, aber wenn der Herr Protokollführer wenigstens erwähnen würde, das Satre, ein
bekannter französischer Linker, die Intellektuellen als die Linken der Geistesarbeiter
bezeichnete und sie aufforderte für die Rechte der Menschen einzutreten im gemeinsamen
Klassenkampf finde ich dann doch tendenziös.
"Sein zu komplizierte Form seiner Ausführungen wurden kritisiert."
Das hört sich so an, als ob hier ein Bewerber kritisiert wird. Auch hier fehlt mir
jegliches Verständnis, was das in einem Protokoll zu suchen hat. Gibt es neuerdings ein
Recht auf Dummheit? Ist neuerdings Politik und Weltwirtschaft etwas, was ausschließlich auf
Bierdeckeln diskutiert wird? Ich war bereit auf jegliche Frage zu antworten, aber eure
Diskussionsform führt dazu, das gar nicht erst eine Möglichkeit des Verstehens auftauchen
kann. Wie will man etwas oder jemanden verstehen, wenn dieser Prozess beständig durch
Themenfremde Beiträge unterbrochen wird und nur 3min. Beiträge erwünscht sind?
"Auch das er in den Hungerstreik treten wolle wenn seine Vorstellungen sich nicht durchsetzen würden."
Ob eine Handlung angemessen ist oder nicht, kann doch eigentlich erst dann ermessen werden,
wenn man die Umstände geklärt hat.
Nun, auf der 6-seitigen Anklage, die mehrere ja hoffentlich gelesen haben, stehen
nur Stichwörter und stark komprimierte Gedanken. Es steht da auch drauf, das eine
Gesellschaftsveränderung nicht auf 6 Seiten stehen kann. Dazu sind die EBooks gedacht
oder das persönliche Gespräch mit mir. Wer die Klageschrift aufmerksam liest, wird
feststellen, das ich den Hungerstreik mit bestimmten Umständen gekoppelt habe, denn
eine Regel oder Forderung aufstellen, ohne das eine Konsequenz erfolgt ist sinnlos.
Welche Macht habe ich wirklich auf das gesellschaftliche Leben Einfluß zu nehmen?
Ich allein habe nur ganz wenig Macht. Nur mich selbst. Und das bischen was ich habe
setze ich ein für eine bessere Welt. Was ist daran falsch zu sich selbst zu stehen
und zu seinen Idealen?
Nur weil ich kein Feigling bin, willst du mich in eine Ecke der Träumer stellen Genosse?
Werden nicht die Kommunisten auch in die Traum-Ecke verschoben? - Und hält dich
nicht diese Lage fest deine Agitprop zu entfalten? - Ach nein, ich vergaß, heute
kombinert sich das mit modernem Führungsstil und emotionaler Schlauheit und die
Fachbegriffe werden höfflich umschrieben, um möglichst schwammige, aber dafür von
vielen als Projektionswand benutztbar Aufmerksamkeitsziele zu erzeugen.
Klare Antworten könnt ihr nicht liefern.
Der Hungerstreik oder der Schweigestreik oder der Konsumstreik sind friedliche und
legitime Mittel der sozialen Verteidigung. Wer dies versucht lächerlich zu machen,
sollte bedenken, das Gandhi mit seinen Aktionen ein Weltreich besiegte. Ich habe
keine Ahnung, was diese Mittel noch an Wirkungen entfalten werden, aber das sie Wirkung
haben, weis ich bereits nach ein paar Tagen Streik oder warum müssen in eurem
Protokoll solche Sachen stehen?
Und jetzt kommts:
"Das ist eine völlig untaugliche Kampfform"
So, aber mit 30 Figuren einmal durch die City latschen bringts ja?
Wieviele Jahrhunderte wollt ihr das denn machen, wenn ihr nicht mal Eine echte
Forderungen aufstellen könnt, die ohne weitere Belastung der Nachfahren unsere
soziale Situation stabilisiert?
Nur mal eben erwähnt:
Seit ich den Schweigestreik begonnen habe, werde ich etwas mehr ernst genommen,
weil bemerkt wird, das ich nicht bluffe. Weil ich nicht rede, kann ich die
Interessierten besser auf das längst geschriebene verweisen und die Dreimalklugen
sind etwas beschäftigt damit, ihre Vorgewitzheit zurückzunehmen.
Die Verlangsamung der Kommunikation ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber Gedanken
fliegen nicht mehr so schnell vorbei. Außerdem kann ich endlich beweisen, das
ich dies oder das bereits gesagt habe, aber nicht verstanden wurde. :-)
Viel eindeutiger kann ich zeigen, das ich hinter dem stehe, was ich sage und das
dies nicht wieder eine von diesen tausend Meinungen ist, die man wechselt, wie das Hemd.
Das Recht auf Partizipation ist ein Menschen-Recht oder kann zumindest eins werden.
Das kann doch nicht war sein, das nur weil die Wortführer hier keinen Plan haben der
ganze Rest darunter leidet und weiter dumm bleibt.
Ich habe meinen Intellekt und darauf bin ich stolz, wie der Handwerker auf seine
handwerklichen Fähigkeiten und wenn einer etwas von mir nicht verstanden hat, kann
er mir Löcher in den Bauch fragen, so lange er will, doch das Sprache und Sprechen
lernen kann ich niemanden abnehmen. Ich kann nur jedem zutrauen schlauer werden zu
wollen.
Und hier scheine ich mich, trotz aller frustrierenden Erlebnisse, ganz anders zu
verhalten als ihr. Ich glaube, das fast alle Menschen ungeheures tun könnten, aber
beständig von der Gemeinschaft gehindert werden. Dann aber darf ich niemanden
Verurteilen, der sich gut oder kompliziert ausdrücken kann, sondern muß denen
helfen, die etwas nicht verstehen und denen Platz verschaffen, die sich nicht
durchsetzen können (als Moderator). Sprache ist etwas wichtiges und richtiges und
sollte allen Orten gefördert werden und nicht verurteilt.
Und noch eins. Eure 30 Stunden Forderung ist bekloppt und bringt die Demokratie
nur weiter in Gefahr. Wir müssen uns schlau machen, wie das Steuersystem geändert
werden kann, denn dort liegt der eine Schlüssel das System zu verändern und wir
müssen an den Begriff Arbeit ran.
Dann brauchen wir etwas, was sofort wirkt und Veränderungen im Kleinen schaffen kann
und noch ein paar Sachen. Steht alles in den Ebooks, aber dafür hat keiner 5,-- Euro
übrig. Das zeigt mir das kein wirkliches Interesse besteht das System zu ändern,
auch bei euch nicht.
Aber wenn ihr partout dumm bleiben wollt und euch im globalen Schachspiel weiter
hin und her schieben lassen wollt - bitte.
Dann wundert euch aber nicht, wenn es irgendwann Dienstagsdemos geben wird, auf
denen dann das Recht auf Partizipation eingefordert wird, denn das ist das mir
einzig bekannte Recht, damit die Menschen in freier Selbstbestimmung überleben
können.
Das klingt wieder so, als ob ich der Pächter der Wahrheit wäre, aber bitte,
jeder kann versuchen ein System aufzustellen das besser ist. Und jeder hat die
Möglichkeit mein System mit dem herkömmlichen zu vergleichen. Jeder kann auch
nachvollziehen, warum ich zu welchen Handlungen gekommen bin. Und jeder kann mir
Hinweise und Tips geben, wenn er meint, ich mache einen Fehler. Doch eins fordere
ich wie es von jedem gefordert wird, machen sie sich schlau und offen genug, um
verstehen zu können, bevor sie glauben dieser Gedanke sei von mir noch nicht
gedacht worden.
Bernd
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11.1.2005 - Irak-Krieg Tag 540 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+439 -
11.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Endlich wieder richtig sprechen! Eine Woche Schweigen hat mir viel gezeigt. Auch
wenn dadurch nichts Entscheidendes ingang kam, war ich erstaunt, welche Wirkung durch
diese Aktion entstanden sind. Der Zynismus dieser Gesellschaft zeigt sich mit einer
anderen Fratze. Was ein Sprachbehinderter so alles aushalten muß in unserer, meiner
Gesellschaft hätte ich mir nicht träumen lassen. Wenn jemand noch so schlau ist und
er nicht richtig sprechen kann, wird er imensen Druck kompensieren müssen, um das schnellere
Denken mit der Kommunikationsgeschwindigkeit zu synkronisieren.
Vermutlich habe ich manchmal auch solch eine Wirkung auf andere, wenn mein Sprechen
nach vorwärts drängt. Mein Sprechen ist manchmal gewaltig auch wenn es nicht
gewaltätig ist. Es kommt einem vielleicht so vor, aber wenn ich von den Menschen
erwarten darf, das Film und Realität von einander sauber trennbar seien, möchte ich
doch mindestens das gleiche Recht wie ein Fernseher haben. :-)
Trennt doch bitte meinen Ausdruck von eurer Erlebnisfähigkeit. Und wenn ich euch
schon "ergreifen" kann, warum bekomme ich dann keinen Beifall?
Stimmt - ich mache keine Show, ich bin dennoch echt und das was ich erzähle läßt
sich nicht mehr verstecken.
Heute muß ich meinen Hungerstreik beginnen. Ich habe mich selbst verpflichtet. Jetzt
soll es also an die Substanz gehen. Macht das nicht auch jede Zelle in unserem Körper
wenn sie überflüssig ist?
Gesellschaftliche Apoptose
Doch dieser Schritt will noch einmal überlegt werden. Habe ich wirklich nichts
mehr zu geben als mein Leben?
Auch wenn das feige erscheint, ist es eher ein Ausdruck der Wut, wenn ich mir selbst
noch etwas Bedenkzeit ausnehme und den Hungerstreik verschiebe. Erstens sagen mir einige,
ich müsse den anderen noch Zeit geben. Und zweitens sagen andere ... ach es sind
die ewig gleichen Entschuldigungen...
Nein - Niemand war da, der sagte und verbürgte, es wird sich jemand für einen neuen
Status-Quo einsetzen - Niemand.
Die Wahrheit ist, das ich in einer Gesellschaft von Zynikern lebe, denen das Schicksal
der anderen völlig egal ist und daher Werte wie Solidarität (Brüderlichkeit) und
Gleichheit verkommen müssen. Niemand ist bereit wirklich etwas für den anderen zu
tun.
Einzig Fernsehgesteuerte Masseneffekte können noch Überschriftenorientierte Hilfsaktionen
bewirken.
Ist das noch ein Leben wie ich es leben wollte?
Es dreht sich alles im Kreis, die Welt atmet ein und aus, das ewige Rad des Werdens
und Vergehens.
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12.1.2005 - Irak-Krieg Tag 541 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+440 -
12.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Ich muß zu einer Entscheidung kommen. Dieser Zustand ist unhaltbar, mitten zwischen
Leben und Tod zu stehen. Die Welt entfernt sich von mir, weil ich ihr keinen Wert mehr
zuordnen kann. Sie wird kalt und verfügbar. Handlungen, Reaktionen, Folgen
werden kalkulierbar und manipulierbar. Will ich das aushalten? Dem Machtmißbrauch
im eigenen Kopf ist nichts entgegenzustellen, außer beständige Selbstkritik.
Doch was nützt die beständige Selbstkontrolle, wenn das Menschsein durch den
Entzug der sozialen Bestätigung an den Rand seiner Existenz geführt wird?
Dort werden Überlebensstrategien geweckt, deren Umfeld nicht mehr an Humanität
erinnern können.
Ihr wollt, das ich mich einordne in diesen Überlebenskampf, Euch bloß nicht an
Eure alltäglichen Grausamkeiten erinnere und schweigend mitspiele.
Wenn ich tot bin, werde ich stumm sein. Darum wollt ihr mir also nicht helfen.
Ihr wollt euch selbst beweisen, das der Einzelne
nichts bewirkt und deshalb feige weglaufen darf. Und ihr habt sogar die Macht, es
euch selbst zu beweisen.
Allerdings wollte ich zuerst wissen, ob ich noch Freunde habe und ob noch eine Moral
in unserer Gesellschaft vorhanden ist. Und diese Fragen konnte ich mir immer noch
nicht vollständig beantworten.
Das wiegt schwerer für mich.
Aber ich habe auch große Macht zu verhindern, das ich Erfolg habe.
Kann ich sicher sein, das ich nicht irgendwo eine Struktur habe, nach der mein Vorhaben
scheitern muß?
Das ich unbewußt mein Scheitern betreibe?
Liegt es an der falschen Umgebung, an der nicht von der Normung abzubringenden
Massenträgheit der Menschen, an Gruppenzwängen oder Tabus an denen ich rüttel?
Wem mache ich etwas streitig, wer hat Nachteile.
(...)
Ja - ich hätte nur nicht gedacht, das es schon so viele sind.
So viele auf beiden Seiten. Automatisch funktionieren sie. Vorausberechnet mit einer
gewissen Trefferwahrscheinlichkeit - praktische Wissenschaft!
Was verlange ich von denen, Denken, selbständiges eigenverantwortliches Denken?
Ist das schon zuviel?
Mein Gott, Warum hast du mich verlassen?
...hat sich einer vor mehr als 2000 Jahren gefragt. Seit 2000 Jahren also können
wir erleben, wie sich Menschen verhalten und sich dabei ab und zu diese Frage
stellen müssen.
Manche haben es inzwischen anerkannt. Er ist nicht mehr da.
Andere klammern sich an eine private oder gemeinschaftliche Gottesvorstellung und ...
Wenns wirkt!?!
Leider scheinen die wenigen moralischen Vorstellungen, die die Götter uns hinterließen,
nicht sehr beständig zu sein. - Jetzt, wo wir so viel berechnen können.
Kalkuliertes Chaos - diese Welt.
Aber ich kenne keine andere Welt als diese.
Es sind schon soviele gestorben.
Welchen Sinn hätte mein Tod?
Gegenfrage: Welchen Sinn hat BigBrother (sowohl das Format als auch der
symbolisierte Überwachungsstaat ist gemeint)?
Was soll's, ihr sagt ihr braucht mehr als 4 millionen Menschen nicht in eurem
Wirtschaftssystem, im Gegenteil, es sollen noch mehr gekündigt werden, noch mehr
Maschinen werden eingesetzt. Ihr sagt, es müssen auf der Welt täglich 30000 Kinder unter
5 Jahren an Unterernährung sterben und unser Wirtschaftssystem sei nicht in der
Lage dies zu ändern. Ihr sagt, niemand anderes dürfe es mit einem anderen
Wirtschaftssystemen ändern, weil dann eure Freiheit eingeschränkt wäre. Ihr
seid verantwortlich für die Folgen eures Handelns, aber ihr seht die Folgen nicht,
ihr sollt sie nicht sehen.
Ich sage: macht es anders, macht es doch mal so, wie ich es geschrieben habe, lest
doch mal die EBooks und erweitert sie mit mir. Nein - eine neue, andere Welt darf
es nicht geben.
Wozu bin ich denn dann überhaupt hier? Nur, um von den anderen Lemmingen über die
Klippe geschoben zu werden?
Oh - macht mich das wütend!
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13.1.2005 - Irak-Krieg Tag 542 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+441 -
13.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Die Lage ändert sich täglich. Seid ich keinen Festnetzanschluss habe, ist die
Internet-Arbeit doppelt so aufwendig und kostenintensiver. Wie lange werde ich
es wohl durchhalten? Wie lange wird es wohl noch dauern bis meine Zeitgenossen
kapieren, was hier geschieht? Wann wollen denn nun endlich Demokraten ihre
Rechte verteidigen?
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14.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 543 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+442 -
14.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Ich muß endlich eine Entscheidung treffen, wann ich mit dem Hungerstreik beginne.
Inzwischen habe ich immer weniger Hoffnung diese Aktion zu überleben, aber je weniger
Reaktion die Hungerstreik-Aktion bekommt, desto weniger Hoffnung habe ich, das es
auch ohne Hungerstreik zu Veränderungen kommen wird. Ich habe mich also ein wenig
auf die Kritik gegen den Hungerstreik eingelassen und den Hungerstreik verschoben,
aber dies hat nicht zu einer verbesserten Zusammenarbeit geführt.
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15.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 544 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+443 -
15.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Ich würde liebend gerne auf den Hungerstreik verzichten, aber was soll ich tun?
Die meisten derjenigen, die bereits die Anklageschrift kennen, haben es anscheinend
nicht kapiert, das die Anklageschrift keine Werbung ist. Demzufolge habe ich auf
sämtliche aus der Werbung bekannten Methoden der Manipulation verzichtet. Ich möchte
ja gerade das Denken anstoßen und nicht einschläfern. Kein Wunder also, das eigene
Aktivität ein wichtiger Bestandteil der Aktion ist. Alle Kritik über zu komplizierte
Ausdrucksweise muß deshalb ins Leere laufen. Ich gehe im Gegensatz zu bisherigem
Informationsmanagment nicht davon aus, das ein Bürger dumm ist und deshalb
entsprechend behandelt werden müßte. Ich gehe davon aus, das Bürger klug werden
wollen und sich nicht mehr fremdbestimmen lassen wollen. Natürlich werde ich
dadurch viel größere Schwierigkeiten haben, denn ich muß bereit sein Jedem die
Gedanken erneut zu erklären und mitunter bei 4 Millionen schreib-lese-Schwachen
zugeben, das ein Lernprozess recht lange dauern wird.
Alleine alle diese Aufgaben zu bewältigen, erdrückt mich. Und ich kenne niemand der dabei
helfen würde. Mein Experiment mit der Wahrheit zeigt mir immer mehr, das ich keine
Freunde habe, das ich vermutlich noch nie einen echten Freund hatte, außer die, die
bereits Tod sind und mich nicht mehr enttäuschen können. Es zeigt mir, das keiner
meiner Freunde und Bekannten Demokraten sind oder verstanden haben, was einen Demokrat
und Demokratie ausmacht. Wahrheit ist bitter. Lüge ist süß. Selbstbetrug ist für
manche der letzte Fluchtweg vor den Konsequenzen der Lüge. Muß ich nicht zwangsläufig
leiden, weil ich ich die Wahrheit wissen will? Dann kann ich nichtmal die Schuld
für mein Leiden irgendjemanden unterjubeln. Schuld ist eine machtvolle aber ansonsten
unnütze Erfindung der Religion.
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16.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 545 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+444 -
16.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Über 10 Jahre habe ich keinen richtigen Urlaub gemacht. Ich konnte ihn mir nicht
leisten. Jetzt, wo vielleicht bald alles vorbei ist, und mein Leben schon keinen
Pfifferling mehr wert hat, sollte ich vielleicht die letzte Gelegenheit nutzen,
wenigstens noch einen kleinen Urlaub dazwischen zu schieben, bevor ich den letzten
Weg gehe. Doch, jetzt kann ich mir noch weniger als vorher einen Urlaub leisten.
Es wird wohl auf das hinauslaufen, was ich bereits bei Diskussionen vor -zig
Jahren über eine Rente sagte: "Vermutlich werde ich Arbeiten bis ich Tod
umfalle"
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17.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 546 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+445 -
17.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Beobachte ich die aktuelle politische Situation, scheint es so, als würde meine
Anklage Wirkung haben. Inzwischen könnte auf zwei Kanälen mein erstes Gesammt-
Konzept-Papier bis in den Bundestag und der Regierung vorgedrungen sein. Zumindest ein
Bundestagsabgeordneter hat es vermutlich gelesen. Doch sicher kann ich mir nicht sein,
denn ich will nicht in Beziehungswahn verfallen und erneut falschen Hoffnungen folgen.
Auffällig ist jedenfalls, das plötzlich bestimmte von mir angesprochene Themen ein Teil
der Nachrichtenlage wurde, als würde mir signalisiert, "wir machen doch was".
Aber vielleicht drückt sich in meinem Hören und Interpretieren auch nur mein Wunsch
nach einer Reaktion aus und die Ursache ist eine Gleichzeitigkeit, eine bestimmte
Zeitqualität oder Morphogenese die vorhanden ist.
Heute ist zwar wieder Montagsdemo, aber wir werden nicht dabei sein. Warum auch.
Wir sind ja nicht erwünscht, weil wir die Frage stellten, wie tatsächlich eine
Lösung der Probleme erreicht werden könnte. Einfach nur irgendwelche sinnlosen
Forderungen nach 30 Wochenstunden Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zu unterstützen,
macht die Bewegung nur lächerlich. Solche Forderung zeigen, das sich die Forderer
mit der Problematik nicht genügend auseinandergesetzt haben. Sollte jemand der
Organisatoren der Montagsdemonstrationen dennoch wissen wollen, welche Forderungen
realer Weise eine Änderungen bewirken könnten, sollte er sich vielleicht die
Mühe machen mein Konzept, also die Ebooks, einmal zu lesen. Wer lesen kann ist
klar im Vorteil.
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18.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 547 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+446 -
18.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
So, ich werde also keinen Urlaub im herkömmlichen Sinne machen können. Das Geld
wird knapper und knapper. Dies ist die Auswirkung einer Rechtsposition, die ich
nur als Rechtszynismus bezeichnen kann. Wer widerspricht wird unter Existenz-Druck
gestellt, weil ihm das Geld verweigert wird. Das ist ein Unrechtsprinzip und kein
Rechtsprinzip. Bei 44 Millionen Schreib- und Leseunkundigen in unserer Gesellschaft
hat so Einer keine Chance, an die Information zu kommen, das er gegen diese
Verfahrensweise der Ämter eine einstweilige Verfügung beim Bezirksgericht erwirken
kann. Nur wer also einen Mindeststand der Ausbildung hat, kann auch seine Rechte
wahrnehmen. Ich werde aus Solidarität mit diesen Schreib und Leseunkundigen keine
einstweilige Verfügung erwirken und über die Auswirkungen diese Fakten berichten.
Ich gehe bewußt dieses Leiden ein, weil nur durch das erleben und zeigen dieses
Leidens auch die Chance besteht, das die Verantwortlichen ihren Arsch aus ihren
Sesseln erheben und endlich von sichaus tätig werden. Wenn die Intellektuellen
nicht bereit sind ihre Fähigkeiten in den Dienst derjenigen zu stellen, die diese
Fähigkeiten nicht haben, dann verfehlen die Intellektuellen ihre Aufgabe und dem
Raubtier-Kapitalismus, der immer stärkere Wirkung zeigt, werden weitere Menschen
bzw. deren Würde geopfert.
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19.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 548 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+447 -
19.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Ich werde trotzdem Urlaub machen. Ich muß nur eine neue Art Urlaub erfinden, den
ich auch realisieren kann.
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20.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 549 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+448 -
20.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Einfach unmöglich dieses Verhalten. 35,-Euro kostet eine Übernachtung in Hannover
in einem Motel. Wenn ich ein Buch kaufe schaue ich auf den Umschlag und lese mir
den Umschlagtext durch. Dann entscheide ich, ob ich das Produkt kaufe oder nicht.
Wenn ich eine Monats-Zeitschrift(3,50-6,--Euro) kaufe, dann schaue ich auf das
Titelbild und entscheide, ob micht diese Zeitung interessiert oder nicht.
Was aber muß ich erleben, wenn ich meine Ebooks vertreibe?
Tage und Wochenlanges angebliches Prüfen der 6-seitigen Anklageschrift, die Forderung
eines persönliches Gesprächs mit dem Autor, möglichst noch umsonst das erste Ebook mal
zum lesen, und dann eventuell könnte ja vielleicht ein Kauf zustande kommen.
Ich hab es ja so gewollt. Die Menschen sollten zum Denken angeregt werden und
nicht eingeschläfert werden. In sofern habe ich also mein Ziel erreicht.
Doch leider scheinen dann, nachdem doch ein Kauf zustande kam, die Notwendigkeit
der Vertriebs-Mitarbeit nicht erkannt zu werden. Die angestrebte Bewegung für das
Partizipationsrecht kann nur durch die Menschen selbst erreicht werden. Darum
ist eine Nicht-Weitergabe genau wie eine Weitergabe eine politische Handlung.
Wenn ihr helfen wollt, das das Partizipationsrecht eingeführt wird, dann müßt ihr
das tun, ihr müßt handeln. Ich handel bereits und ich kann durch meinen Beitrag
euch unterstützen, aber ihr könnt auch handeln und nur ihr könnt dafür sorgen
das die Sache Erfolg hat. Ich bin als Demokrat von euch abhängig. Als Individuum
bleibe ich dabei dennoch autonom.
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21.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 550 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+449 -
21.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Die Ignoranz meiner Zeitgenossen wird mich zerstören.
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22.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 551 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+450 -
22.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Na Mike? Hast du es endlich geschafft deinen Professor mal auf die Sache
anzusprechen? Nein? immer noch keine Zeit gehabt? 2 Monate reichen immer noch nicht
aus, um eine Gelegenheit zu finden?
Ok, haken wir auch das ab. Ich habe halt keine Freunde.
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24.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 553 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+452 -
24.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Auch am heutigen Montag werden wir nicht auf die Montagsdemo gehen. Wir bestreiken die
Montagsdemo solange, bis sich die Forderungen der Realität anpassen.
Beim Sprüche finden für die Demo, Assoziationen zu verwenden, die Leute in die Bäume
hängt, mag zwar Ausdruck der persönlichen Verletzung sein, aber sicher nicht sehr
motivierend für eine vernünftige Auseinandersetzung. Warum findet das keinen Ausdruck
im Protokoll Genosse? ;-)
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28.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 557 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+456 -
28.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Heute Nacht habe ich einen weiteren Schlag erhalten. Fahrlässigkeit verursachte
die teilweise Zerstörung unseres Autos. Damit haben sich gleich ein paar Möglichkeiten
meines Geschäfts in Luft aufgelöst. Im Grunde ist nun alles zuende. Weder kann ich
ein neues Auto kaufen, noch das alte reparieren. Wenn das Schlimmste, was ich befürchte
eingetreten ist, dann ist das ein Kolbenfresser oder Klemmer (damit wäre das auto Tod).
Sollte nur der zweitschlimmste Fall eingetreten sein, muß ich mit 400 Euro rechnen,
um die Zylinderkopfdichtung zu wechseln. Selbst das, kann ich mir nicht leisten, sodaß
dann mindestens zwei drei Monate vergehen müssen, bis ich vielleicht mit viel Glück
genug gespart habe, aus den eingesparten Unterhaltskosten für das Auto. Welche
weitergehenden Auswirkungen dies haben wird, werde ich jetzt nicht mehr nachdenken,
vielleicht morgen. Ich will einfach nicht mehr.
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29.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 558 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+457 -
29.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Meine Frau bemüht sich ihren gestrigen Fehler irgendwie auszugleichen. Und sie hat jemand
gefunden, die uns ein Auto bei Bedarf leihen würde und vielleicht jemand kennt, der mir
umsonst sagen kann, ob der Wagen noch gerettet werden kann.
Doch wenn ich so überlege, kann ich das erste Angebot über das verleihen des Autos
gar nicht annehmen. Was wäre, wenn bei der Benutzung auch dieses Auto schlapp macht.
Ich könnte dann den Schaden nicht ausgleichen und ich würde die Andere auch noch in meine
Misere hineinziehen. Würde es ihr besser gehen und sie würde kein Problem haben, einen
potentiellen Schaden zu kompensieren, hätte ich kein Problem. Aber da sieht man es wieder,
die Armen helfen sich untereinander eher, als ein Reicher dem Armen hilft. Die Armen
sind deshalb die Seeligen, weil nur sie die Chance haben, das Leid zu spüren und zu
verstehen. Die christliche Logik zeigt hier, warum die Schwachen die Starken letzten
Endes besiegen können, denn das, was Jesus Christus als neue Kraft in die Welt brachte
ist die Leidensfähigkeit, die die moralische Auseinandersetzung mit den Gesellschaftsregeln
voran treiben kann.
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30.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 559 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+458 -
30.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Jetzt wo ich auch noch auf Mobilität verzichten muß, wird der Kampf noch schwieriger
ja fast unmöglich. Den fehlenden Internetanschluss konnte ich noch kompensieren, aber
nun...?
Heute konnte ich meinen ersten Urlaubstag feiern. Es bietet sich doch an, die fehlende
Möglichkeiten, die zerstörten Möglichkeiten und all das andere einfach beiseite zu
schieben und sich einfach um die Familie zu kümmern. Weiterarbeiten macht einfach
keinen Sinn mehr. Ich sollte aufgeben und ebenso, wie alle anderen, das Böse
verdrängen. Vielleicht ergibt sich irgendwann eine Möglichkeit der Änderung.
Vielleicht sollte ich einfach Abschied nehmen. Nocheinmal mit allen, die mir wertvoll
erscheinen, ein gutes Wort reden. Ein paar Dinge klar machen. Und dann den
Hungerstreik beginnen. Was soll ich nur tun?
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31.1.2005 -
Irak-Krieg Tag 560 -
globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+459 -
31.Tag des sozialen Verteidigungskrieges
Ich bin doch nicht allein mit meiner fundamentalen Kritik. Eine Journalistin vom WDR, Frau
Gabriele Gillen (den Namen schreib ich nur nach Gehör) hat ein Buch geschrieben, indem
eine Abbrechnung mit Hartz IV gemacht wird. Nach der Rezension zu urteilen, geht sie
mit einigen Prinzipien der derzeitigen Wirtschaftspolitik hart ins Gericht. Leider
bekommen vermutlich meine angeblichen Freunde wiedermal nichts davon mit.
Doch auch diese Gesellschaftskritik beherbergt laut Rezension keine Lösung der Probleme.
Wann wird meine Lösung endlich von den entsprechenden Personen bemerkt?
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