Kriegs - Tagebuch 5

von Bernd Matthes
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1.1.2005 - Irak-Krieg Tag 530 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+429 - der Tag der Kriegserklärung

Heute treten eine Reihe von Gesetzen in Kraft, die wir nicht verhindern konnten. Auf der einen Seite sollen etwas 2,5 Mrd.Euro durch die Hartzregelungen "eingespart" werden, auf der anderen Seite werden ca. 2,5 Mrd.Euro verschenkt an die Spitzenverdiener, weil der Spitzensteuersatz gesenkt wird. Zufall?
Habe leider nicht gewußt, das SPD Steuerabsahn-Partei-Deutschland heißt, und mit Grünen die Farbe der Dollarnoten gemeint ist.
Eigentlich hoffte ich, das inzwischen meine "Freunde" mobilisiert sind und ich ganz offiziell einem Staatsorgan die Kriegserklärung übergeben könnte, aber die Angst hält meine Zeitgenossen im Griff.

2.1.2005 - Irak-Krieg Tag 531 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+430 - 2. Tage des sozialen Verteidigungskrieges

Ist das nicht ein toller Krieg, der zweite Tag ist erstmal frei, ist ja Sonntag.
Immerhin habe ich versucht nochmal in einem Internetkaffee die Seiten zu aktualisieren.
also die drei I-Kaffees kannst du vergessen. Keiner war in der Lage ein FTP-Programm bereitzustellen. Alles Windoof-Kisten.
Schon wieder muß ich Freunde in Anspruch nehmen, nur weil falsche Freunde mich hängen lassen. Wer wird Zeit für mich haben?

3.1.2005 - Irak-Krieg Tag 532 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+431 - 3. Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Heute ist ein wichtiger Montag. Schnell noch ein paar Anklagen ausdrucken. Dann mit der ganzen Familie in den Krieg ziehen.:-) Zuerst zu meinem ehemals zuständigen Sozialamt im nächsten Dorf. Dort die Kriegserklärung abgegeben und darauf hingewiesen, das durch die veränderte Lage selbst eine gehbehinderte alte Dame mehr als 4 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sei, um ihre Angelegenheiten seit heute regeln zu können. Nach einem "Stimmt" nur noch Achselzucken.
Weiter zum Landkreis gefahren und dort ins AA gegangen. Was? - Zwei Typen fangen mich bereits in der Eingangshalle ab und reden auf mich ein was ich wolle. Dummerweise ließ ich mich auf diese Leute ein und fing an mein Anliegen auszubreiten. Jetzt erst sah ich den schwarzen Sheriff im Hintergrund. Ah - ich kappiere - der Staat schützt sich vor seinen Bürgern.
Nachdem ich also meine Kriegserklärung abgegeben hatte und ein wenig die zweite Tür blockierte erkannten wir das hier nicht viel erreichbar war, weil wir, wie nicht erwartet, allein da standen.
Nun gings zum nächst größeren AA nach Wolfsburg. Da wir besser vorbereitet waren, ignorierten wir quasi die Abfänger und den ersten schwarzen Sheriff.
Ich wurde rüde gefragt wasich den wolle, und ich antwortete rüde, das ich sehr gut wisse, was ich wolle und was sie das wohl angehen würde. Außerdem fragte ich sie, ob sie denn wisse, was sie wolle und ob es ihr auch gelingt, das durchzusetzen. Denkstoff sind die wohl nicht gewohnt. ;-)
Inzwischen hatten wir die zweite Tür erreicht und wir gingen einfach durch.
Ah - ein Blick reichte, um einen weiteren schwarzen Sheriff zu erkennen.
Auch in diesem AA waren wir anscheinend die Einzigen die Widerstand leisteten. Die Menschen die ich ansprach konnte ich in zwei Kategorien teilen, die einen die mit angstvollem Blick nur ihr Ding durchzogen und die anderen, die mit einem gequälten Lächeln behaupteten, sie wüßten schon genau Bescheid nd sie bräuchten diese Info nicht.
Wo bin ich da hingeraten?
Wer mich kennt, weis, das ich eine laute Stimme habe, wenn ich das will. Dementsprechend störend wirkte sie auf Beratungsgespräche. Die AA-Mitarbeiter fingen auch prompt an sich zu beschweren. Unumwunden gab ich zu, das sei meine Absicht. Das wiederum schien keiner zu verstehen und stereotyp wurde ich erneut angemacht doch meine Lautstärke zu mäßigen. Nocheinmal sagte ich, das dies Absicht sei und ob ich das nun nochmal wiederholen soll. :-)
Da mischte sich der schwarze Sheriff ein und wollte wissen, ob wir eine Demonstrationsgenehmigung hätten.
Ich antwortete ihm, das ich keine Demonstration machen würde, deshalb auch keine Genehmigung bräuchte, sondern das ich Widerstand leiste, und dies sei ein anderes Grundrecht als das Demonstrationsrecht. Ich erfülle nur meine Pflicht als Bürger.
Um zu einer Kommunikationsbasis zum Sheriff zu gelangen schilderte ich die Aufgaben, die der Sheriff zu erfüllen hätte: Ich verstünde schon seine schwierige Situation, die daraus besteht die berechtigten Emotionen der Klienten, die durch die Arroganz der Arbeitsbesitzenden entstünden, abzumildern und die Arroganten zu schützen vor tätlicher Gewalt. Ich würde ihn bewundern welch schwere Aufgabe er moralisch zu leisten hätte.
Ich bemerkte, das er sogar verstand, was ich sagte, denn er erkannte an, das auch ich meine Aufgabe als Bürger zu leisten hätte, wie er seine Aufgabe ernst nehme.
Fraternisieren nennt man das.
Aber schon wieder fühlten sich Mitarbeiter des AA gestört und machten entsprechende Sprüche. Da hielt meine Frau es nicht mehr aus und bot ihr an, zu tauschen also ihre Arbeit gerne zu übernehmen, wenn sie sich als Bürger nicht für Bürger einsetzen wolle, sondern die Staatgewalt raushängen läßt. Betretenes vergraben der Augen in Formulare war die erste Antwort.
Ich sprach diese Frau dann an und fragte, ob sie denn keine Demokratin sei um das zu verstehen, und entsprechend der Bürgerverpflichtung gegen ungerechte Regierungen Widerstand leisten müßte. Sie könne sich nicht dahinter verschanzen, es sei nur ihre Arbeit, die das von ihr verlange. Ich dachte, das hätten schließlich auch die Faschisten behauptet, es sei gut fürs Volk Juden zu vergasen und Arbeitsdienste einzurichten. Leider kam ich nicht dazu zu fragen, wie das Arbeitsamt denn entstanden ist. Gut informierte Kreise wissen nämlich, das es ursprünglich dazu da war, die Zwangsarbeiter zu verwalten.
Fazit: Einer einzelnen Familie ist es also gelungen für ein paar Minuten quasi das AA zu besetzen und den Betrieb zu stören. Was wäre denn, wenn jeden Tag dreimal an unterschiedlichen Zeiten immer wieder andere den AA-Betrieb stören würden?
Auch hier habe ich eine Kriegserklärung hinterlegt und auch dem schwarzen Sheriff eins gegeben, er ist schließlich auch ein Bürger :-).
Mehr konnten wir da nicht erreichen und so gingen wir dann friedlich wieder raus und weiter gings zum AA in Braunschweig.
Dort kamen wir recht spät an und wir konnten uns nur erzählen lassen, das morgens eine Demo von ca.50-80 Leute stattfand. Immerhin haben wir von dem netten Herrn der uns berichtete was morgens los war, ein Flugblatt erhalten, das auf die Montagsdemo hinwies die seit 23 Wochen in Braunschweig stattfinden. Ups - davon wußte ich nichtmal was. Alles klar? Die Medien interessieren nicht Menschen die in demokratischer Manier ihrem politischen Willen ausdruck geben.
Nach der Demo trafen sich viele Teilnehmer noch um in Ruhe die nächsten Schritte zu überlegen. Diese Gelegenheit nutzte ich, um meine Anklage weiterzugeben.
Ich hoffe, das der eine oder andere dort erkennt was für ein Potenzial meine Ideen haben.

4.1.2005 - Irak-Krieg Tag 533 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+432 - 4. Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Heute werde ich mit der nächsten Eskalationsstufe beginnen. Eine Woche Schweigen. Ich habe genug geredet. 20 Jahre Kampf gegen Ungerechtigkeit hinterläßt Spuren. 5 Jahre Webpräsenz haben scheinbar nichts gebracht. x-Versuche der Organisation von Alternativen haben ebenfalls scheinbar nichts gebracht. Nur eins ist daraus gewachsen für das der ganze Aufwand lohnend war: Heute habe ich einen Plan wie die ganze Sache zu ändern wäre. Doch was nützen mir die besten Ideen, wenn keiner ihnen etwas zutraut oder sie nicht für ernst genug nehmen, um sich damit auseinanderzusetzen?
In letzter Zeit bemerke ich bei mir eine immer heftiger werdende Emotionalität, die sich in meiner Sprachintensität ausdrückt. Ich bin also inzwischen an den Rand des Ertragbaren geraten und dies erklärt auch, was mich hindert die Anklage gut an den Mann oder die Frau zu bekommen. Die Ignoranz und Überheblichkeit vieler Zeitgenossen verletzt mich massiv und die Leute merken nichtmal, was sie da tun.
Und wiedermal die Freunde - ja Leute die Sache funktioniert nur, wenn ihr mitmacht und selbst aktiv werdet. Wenn ihr mir nur aus Mitleid ein Ebook abkauft, und dann die Sache in die Ecke legt, dann bin ich Tod bevor die ersten 1000 Euros bei mir angelangt sind und ich daraus schließen kann, das die ersten 30 Leute die Ebooks auch gelesen haben.(1000/5/7)
Wollt ihr mich wirklich hinhängen?

5.1.2005 - Irak-Krieg Tag 534 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+433 - 5.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Schweigen ist echt schwierig. Gestern hat mein Mund mehrmals was gesagt, ohne das ich es verhindern konnte. Heute war es ebenso. Aber, ich merke wie mein Geist sich verändert und auf die neue Situation einstellt. Es ist erstaunlich was plötzlich in meiner Umgebung los ist. Wie die Leute anfangen irgendwas zu erzählen, weil sie die Stille nicht ertragen, oder endlich Platz finden im Gespräch.
Mein Experiment mit der Wahrheit ergibt eine Menge neuer Daten über meine Mitmenschen. Durch das Schweigen bekommt die Sache eine neue Qualität. Langsam merken bestimmte Leute, das ich es ernst meine und nicht nur bluffe, wie sie es gewohnt sind. Sie werden mit etwas konfrontiert mitdem sie nichts anfangen können in ihrer Video-Welt. Ich verstehe, wenn meine Freunde mich anmachen weil sie nicht wissen was sie tun können, um mir beizustehen und machen mich für ihr Dilemma verantwortlich. Doch zeige ich euch nur den Spiegel den ihr immer verstecken wollt. Ihr wollt nicht wissen, das wir dafür systemisch verantwortlich sind, das täglich mehr Leute an Hunger sterben, als die Nazis damals täglich vergasten.
Darüber kann ich nicht mehr hinwegsehen.
Wer also dieses System in irgendeiner Form unterstützt, wie damals die Nazis unterstütz wurden, muß sich nicht wundern wenn mal einer aufsteht und den Finger in diese Wunde legt.
Ich will wirklich niemand beleidigen und weis selbst wie gering die Chancen sind sich aus diesem System fernzuhalten. Ich meine sogar, das dies unmöglich sei, genau wie ihr auch, aber ich ziehe daraus Konsequenzen und habe eine Lösung gesucht, wie dieses System umgeändert werden könnnte, um diesen Faschismus endlich aus unserem System zu entfernen. Ihr aber denkt ich würde das System abschaffen wollen, falsch, ändern will ich es und zwar sinnvoll.
Schaut in die Geschichte. Wie oft wurden die Gesellschaften und Strukturen geändert? Ich sehe Systeme sind änderbar, eindeutig.
Ich sehe auch, ihr seid echte Feiglinge, wenn ihr behauptet, das System sei nicht zu ändern.
Darum schweige ich jetzt, jedes Reden mit euch wird weitere absurde Begründungen provozieren, wie ihr eure Feigheit rechtfertigen könnt.

6.1.2005 - Irak-Krieg Tag 535 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+434 - 6.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Es ist wirklich nicht einfach zu schweigen, aber es ist interessant. Viel stärker muß man seine Emotionen betrachten, um einen willentlichen Ausdruck der Mimik und Gestik zu erreichen. Es ist schon zu einem Spiel zwischen meiner Frau und mir geworden, wenn meine Frau versucht zu erraten, was ich meine. Die Effekte sind aber weitgehender. Wenn ich etwas aufschreibe, wird mein Denken durch mehr Gehirnmasse gefiltert und es verlangsamt die Kommunikation. Der andere muß dann meine Schrift erstmal lesen und dafür vergeht Zeit. Schon allein, wie der andere den Satz liest, zeigt mir, ob er ihn auch verstanden hat (solange laut gelesen wird). Sowohl mein Gegenüber, als auch ich selbst, müssen genauer sein, besser den anderen verstehen.

7.1.2005 - Irak-Krieg Tag 536 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+435 - 7.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Viel zu viele Nebensächlichkeiten ergeben soviel Ablenkung, das die Gehirnmasse der meisten Menschen überlastet wird. Es sieht zwar so aus, als wäre es irgendwas Einschläferndes, aber es ist einfach Überlastung.
Jetzt wo bei mir Schweigen angesagt ist bemerke ich das vielleicht erst, weil die Gedanken-Intensität nicht mehr so einfach durch reden abgeführt werden kann. Ich hatte gehofft, das ich genug Integrität besitze, um das auszuhalten, d.h. nach dem Motto: "Wer nicht lügt, braucht sich auch keine Geschichten merken."
Doch auch dann ist es schwer - Leute.

8.1.2005 - Irak-Krieg Tag 537 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+436 - 8.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Meine geringen Windows-Kenntnisse und die geringen Kenntnisse der Windows-User brachten es bisher nicht fertig bei mehreren Freunden ins Netz zum Updaten zu kommen. Doch zur Ehrenrettung von Windows muß ich schreiben das es heute Nacht dennoch gelungen ist ein Windows-System zu überzeugen die richtigen Dinge zu tun. Wenn man weis wie gehts auch.
Danke Adi für deinen Beistand.
Bisher hat sich immernoch kein "Diplomat der Gegenseite" bei mir gemeldet. :-)
Ich werde also immernoch nicht ernst genommen oder es hat immernoch keine entsprechend lange Zeit auf Halde gelegen, oder es ist immernoch keiner zuständig oder was auch immer. Naja die Frist ist ja auch noch nicht abgelaufen bis zur nächsten Aktion.

9.1.2005 - Irak-Krieg Tag 538 - lobaler Wirtschafts-Krieg Tag X+437 - 9.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Heute habe ich das Gefühl gehabt es ist doch nicht alles umsonst. Ganz aufgeregt ist jemand zu mir gekommen und hat mich in meinem Ansinnen bestätigt, mir 50 Euro in die Hand gedrückt für die Bewegung und seine irgendwie geartete Mitarbeit angeboten. Wenn nur von den Verantwortlichen so gedacht werden würde.
Seit es geschah, überlege ich, ob ich etwas zur Flutkatastrophe schreibe oder nicht. Sarkastisch könnte ich sagen, war doch zu erwarten, auch wenn es unerwartbar erscheint. Schließlich wissen wir, das es schon viele weltumspannende Katastrophen gegeben hat. Das, was meinen Zeitgenossen Probleme macht, ist ihr Zeitverständnis. Geprägt auf 60 Jahre Lebenszeit werden eben Handlungen anders verantwortet, als im Bewußtsein von Generationsfolgen. Nur wer sagt es ihnen? Nachhaltigkeit und Umweltbewußtsein sind zwar uralte Gedanken, aber so neu formuliert, das sie gegen Konsumterror ohne unsrere aktive Hilfe nicht standhalten können.

10.1.2005 - Irak-Krieg Tag 539 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+438 - 10.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Anstelle eines Tagebucheintrag ein Brief an die Organisatoren der Braunschweiger Montagsdemonstranten.

Liebe Leute,

...so geht das nicht.

Ich bestehe auf eine Richtigstellung des Protokolls. vom 3.1.2005 Im zweiten Absatz steht folgendes:

"Ein neuer Hartz IV Gegner (Bernd und Familie) trat etwas intellektuell auf." Ob es einem Protokollführer gut ansteht die Intellektualität derer zu beurteilen, die er zu protokolieren hat und dies im Protokoll festhält, will ich gar nicht abscließend beurteilen, aber wenn der Herr Protokollführer wenigstens erwähnen würde, das Satre, ein bekannter französischer Linker, die Intellektuellen als die Linken der Geistesarbeiter bezeichnete und sie aufforderte für die Rechte der Menschen einzutreten im gemeinsamen Klassenkampf finde ich dann doch tendenziös.

"Sein zu komplizierte Form seiner Ausführungen wurden kritisiert."

Das hört sich so an, als ob hier ein Bewerber kritisiert wird. Auch hier fehlt mir jegliches Verständnis, was das in einem Protokoll zu suchen hat. Gibt es neuerdings ein Recht auf Dummheit? Ist neuerdings Politik und Weltwirtschaft etwas, was ausschließlich auf Bierdeckeln diskutiert wird? Ich war bereit auf jegliche Frage zu antworten, aber eure Diskussionsform führt dazu, das gar nicht erst eine Möglichkeit des Verstehens auftauchen kann. Wie will man etwas oder jemanden verstehen, wenn dieser Prozess beständig durch Themenfremde Beiträge unterbrochen wird und nur 3min. Beiträge erwünscht sind?

"Auch das er in den Hungerstreik treten wolle wenn seine Vorstellungen sich nicht durchsetzen würden."

Ob eine Handlung angemessen ist oder nicht, kann doch eigentlich erst dann ermessen werden, wenn man die Umstände geklärt hat.
Nun, auf der 6-seitigen Anklage, die mehrere ja hoffentlich gelesen haben, stehen nur Stichwörter und stark komprimierte Gedanken. Es steht da auch drauf, das eine Gesellschaftsveränderung nicht auf 6 Seiten stehen kann. Dazu sind die EBooks gedacht oder das persönliche Gespräch mit mir. Wer die Klageschrift aufmerksam liest, wird feststellen, das ich den Hungerstreik mit bestimmten Umständen gekoppelt habe, denn eine Regel oder Forderung aufstellen, ohne das eine Konsequenz erfolgt ist sinnlos. Welche Macht habe ich wirklich auf das gesellschaftliche Leben Einfluß zu nehmen? Ich allein habe nur ganz wenig Macht. Nur mich selbst. Und das bischen was ich habe setze ich ein für eine bessere Welt. Was ist daran falsch zu sich selbst zu stehen und zu seinen Idealen?

Nur weil ich kein Feigling bin, willst du mich in eine Ecke der Träumer stellen Genosse?

Werden nicht die Kommunisten auch in die Traum-Ecke verschoben? - Und hält dich nicht diese Lage fest deine Agitprop zu entfalten? - Ach nein, ich vergaß, heute kombinert sich das mit modernem Führungsstil und emotionaler Schlauheit und die Fachbegriffe werden höfflich umschrieben, um möglichst schwammige, aber dafür von vielen als Projektionswand benutztbar Aufmerksamkeitsziele zu erzeugen.
Klare Antworten könnt ihr nicht liefern.

Der Hungerstreik oder der Schweigestreik oder der Konsumstreik sind friedliche und legitime Mittel der sozialen Verteidigung. Wer dies versucht lächerlich zu machen, sollte bedenken, das Gandhi mit seinen Aktionen ein Weltreich besiegte. Ich habe keine Ahnung, was diese Mittel noch an Wirkungen entfalten werden, aber das sie Wirkung haben, weis ich bereits nach ein paar Tagen Streik oder warum müssen in eurem Protokoll solche Sachen stehen?

Und jetzt kommts:

"Das ist eine völlig untaugliche Kampfform"

So, aber mit 30 Figuren einmal durch die City latschen bringts ja?

Wieviele Jahrhunderte wollt ihr das denn machen, wenn ihr nicht mal Eine echte Forderungen aufstellen könnt, die ohne weitere Belastung der Nachfahren unsere soziale Situation stabilisiert?

Nur mal eben erwähnt:

Seit ich den Schweigestreik begonnen habe, werde ich etwas mehr ernst genommen, weil bemerkt wird, das ich nicht bluffe. Weil ich nicht rede, kann ich die Interessierten besser auf das längst geschriebene verweisen und die Dreimalklugen sind etwas beschäftigt damit, ihre Vorgewitzheit zurückzunehmen.
Die Verlangsamung der Kommunikation ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber Gedanken fliegen nicht mehr so schnell vorbei. Außerdem kann ich endlich beweisen, das ich dies oder das bereits gesagt habe, aber nicht verstanden wurde. :-)
Viel eindeutiger kann ich zeigen, das ich hinter dem stehe, was ich sage und das dies nicht wieder eine von diesen tausend Meinungen ist, die man wechselt, wie das Hemd.

Das Recht auf Partizipation ist ein Menschen-Recht oder kann zumindest eins werden.
Das kann doch nicht war sein, das nur weil die Wortführer hier keinen Plan haben der ganze Rest darunter leidet und weiter dumm bleibt.

Ich habe meinen Intellekt und darauf bin ich stolz, wie der Handwerker auf seine handwerklichen Fähigkeiten und wenn einer etwas von mir nicht verstanden hat, kann er mir Löcher in den Bauch fragen, so lange er will, doch das Sprache und Sprechen lernen kann ich niemanden abnehmen. Ich kann nur jedem zutrauen schlauer werden zu wollen.
Und hier scheine ich mich, trotz aller frustrierenden Erlebnisse, ganz anders zu verhalten als ihr. Ich glaube, das fast alle Menschen ungeheures tun könnten, aber beständig von der Gemeinschaft gehindert werden. Dann aber darf ich niemanden Verurteilen, der sich gut oder kompliziert ausdrücken kann, sondern muß denen helfen, die etwas nicht verstehen und denen Platz verschaffen, die sich nicht durchsetzen können (als Moderator). Sprache ist etwas wichtiges und richtiges und sollte allen Orten gefördert werden und nicht verurteilt.

Und noch eins. Eure 30 Stunden Forderung ist bekloppt und bringt die Demokratie nur weiter in Gefahr. Wir müssen uns schlau machen, wie das Steuersystem geändert werden kann, denn dort liegt der eine Schlüssel das System zu verändern und wir müssen an den Begriff Arbeit ran.
Dann brauchen wir etwas, was sofort wirkt und Veränderungen im Kleinen schaffen kann und noch ein paar Sachen. Steht alles in den Ebooks, aber dafür hat keiner 5,-- Euro übrig. Das zeigt mir das kein wirkliches Interesse besteht das System zu ändern, auch bei euch nicht.

Aber wenn ihr partout dumm bleiben wollt und euch im globalen Schachspiel weiter hin und her schieben lassen wollt - bitte.

Dann wundert euch aber nicht, wenn es irgendwann Dienstagsdemos geben wird, auf denen dann das Recht auf Partizipation eingefordert wird, denn das ist das mir einzig bekannte Recht, damit die Menschen in freier Selbstbestimmung überleben können.

Das klingt wieder so, als ob ich der Pächter der Wahrheit wäre, aber bitte, jeder kann versuchen ein System aufzustellen das besser ist. Und jeder hat die Möglichkeit mein System mit dem herkömmlichen zu vergleichen. Jeder kann auch nachvollziehen, warum ich zu welchen Handlungen gekommen bin. Und jeder kann mir Hinweise und Tips geben, wenn er meint, ich mache einen Fehler. Doch eins fordere ich wie es von jedem gefordert wird, machen sie sich schlau und offen genug, um verstehen zu können, bevor sie glauben dieser Gedanke sei von mir noch nicht gedacht worden.

Bernd


11.1.2005 - Irak-Krieg Tag 540 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+439 - 11.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Endlich wieder richtig sprechen! Eine Woche Schweigen hat mir viel gezeigt. Auch wenn dadurch nichts Entscheidendes ingang kam, war ich erstaunt, welche Wirkung durch diese Aktion entstanden sind. Der Zynismus dieser Gesellschaft zeigt sich mit einer anderen Fratze. Was ein Sprachbehinderter so alles aushalten muß in unserer, meiner Gesellschaft hätte ich mir nicht träumen lassen. Wenn jemand noch so schlau ist und er nicht richtig sprechen kann, wird er imensen Druck kompensieren müssen, um das schnellere Denken mit der Kommunikationsgeschwindigkeit zu synkronisieren.
Vermutlich habe ich manchmal auch solch eine Wirkung auf andere, wenn mein Sprechen nach vorwärts drängt. Mein Sprechen ist manchmal gewaltig auch wenn es nicht gewaltätig ist. Es kommt einem vielleicht so vor, aber wenn ich von den Menschen erwarten darf, das Film und Realität von einander sauber trennbar seien, möchte ich doch mindestens das gleiche Recht wie ein Fernseher haben. :-)
Trennt doch bitte meinen Ausdruck von eurer Erlebnisfähigkeit. Und wenn ich euch schon "ergreifen" kann, warum bekomme ich dann keinen Beifall?
Stimmt - ich mache keine Show, ich bin dennoch echt und das was ich erzähle läßt sich nicht mehr verstecken.
Heute muß ich meinen Hungerstreik beginnen. Ich habe mich selbst verpflichtet. Jetzt soll es also an die Substanz gehen. Macht das nicht auch jede Zelle in unserem Körper wenn sie überflüssig ist?
Gesellschaftliche Apoptose
Doch dieser Schritt will noch einmal überlegt werden. Habe ich wirklich nichts mehr zu geben als mein Leben?
Auch wenn das feige erscheint, ist es eher ein Ausdruck der Wut, wenn ich mir selbst noch etwas Bedenkzeit ausnehme und den Hungerstreik verschiebe. Erstens sagen mir einige, ich müsse den anderen noch Zeit geben. Und zweitens sagen andere ... ach es sind die ewig gleichen Entschuldigungen...
Nein - Niemand war da, der sagte und verbürgte, es wird sich jemand für einen neuen Status-Quo einsetzen - Niemand.
Die Wahrheit ist, das ich in einer Gesellschaft von Zynikern lebe, denen das Schicksal der anderen völlig egal ist und daher Werte wie Solidarität (Brüderlichkeit) und Gleichheit verkommen müssen. Niemand ist bereit wirklich etwas für den anderen zu tun.
Einzig Fernsehgesteuerte Masseneffekte können noch Überschriftenorientierte Hilfsaktionen bewirken.
Ist das noch ein Leben wie ich es leben wollte?
Es dreht sich alles im Kreis, die Welt atmet ein und aus, das ewige Rad des Werdens und Vergehens.

12.1.2005 - Irak-Krieg Tag 541 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+440 - 12.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Ich muß zu einer Entscheidung kommen. Dieser Zustand ist unhaltbar, mitten zwischen Leben und Tod zu stehen. Die Welt entfernt sich von mir, weil ich ihr keinen Wert mehr zuordnen kann. Sie wird kalt und verfügbar. Handlungen, Reaktionen, Folgen werden kalkulierbar und manipulierbar. Will ich das aushalten? Dem Machtmißbrauch im eigenen Kopf ist nichts entgegenzustellen, außer beständige Selbstkritik.
Doch was nützt die beständige Selbstkontrolle, wenn das Menschsein durch den Entzug der sozialen Bestätigung an den Rand seiner Existenz geführt wird?
Dort werden Überlebensstrategien geweckt, deren Umfeld nicht mehr an Humanität erinnern können.
Ihr wollt, das ich mich einordne in diesen Überlebenskampf, Euch bloß nicht an Eure alltäglichen Grausamkeiten erinnere und schweigend mitspiele.
Wenn ich tot bin, werde ich stumm sein. Darum wollt ihr mir also nicht helfen. Ihr wollt euch selbst beweisen, das der Einzelne nichts bewirkt und deshalb feige weglaufen darf. Und ihr habt sogar die Macht, es euch selbst zu beweisen.
Allerdings wollte ich zuerst wissen, ob ich noch Freunde habe und ob noch eine Moral in unserer Gesellschaft vorhanden ist. Und diese Fragen konnte ich mir immer noch nicht vollständig beantworten.
Das wiegt schwerer für mich.
Aber ich habe auch große Macht zu verhindern, das ich Erfolg habe.
Kann ich sicher sein, das ich nicht irgendwo eine Struktur habe, nach der mein Vorhaben scheitern muß?
Das ich unbewußt mein Scheitern betreibe?
Liegt es an der falschen Umgebung, an der nicht von der Normung abzubringenden Massenträgheit der Menschen, an Gruppenzwängen oder Tabus an denen ich rüttel?
Wem mache ich etwas streitig, wer hat Nachteile.
(...)
Ja - ich hätte nur nicht gedacht, das es schon so viele sind.
So viele auf beiden Seiten. Automatisch funktionieren sie. Vorausberechnet mit einer gewissen Trefferwahrscheinlichkeit - praktische Wissenschaft!
Was verlange ich von denen, Denken, selbständiges eigenverantwortliches Denken?
Ist das schon zuviel?
Mein Gott, Warum hast du mich verlassen?
...hat sich einer vor mehr als 2000 Jahren gefragt. Seit 2000 Jahren also können wir erleben, wie sich Menschen verhalten und sich dabei ab und zu diese Frage stellen müssen.
Manche haben es inzwischen anerkannt. Er ist nicht mehr da.
Andere klammern sich an eine private oder gemeinschaftliche Gottesvorstellung und ...
Wenns wirkt!?!
Leider scheinen die wenigen moralischen Vorstellungen, die die Götter uns hinterließen, nicht sehr beständig zu sein. - Jetzt, wo wir so viel berechnen können.
Kalkuliertes Chaos - diese Welt.
Aber ich kenne keine andere Welt als diese.
Es sind schon soviele gestorben.
Welchen Sinn hätte mein Tod?
Gegenfrage: Welchen Sinn hat BigBrother (sowohl das Format als auch der symbolisierte Überwachungsstaat ist gemeint)?
Was soll's, ihr sagt ihr braucht mehr als 4 millionen Menschen nicht in eurem Wirtschaftssystem, im Gegenteil, es sollen noch mehr gekündigt werden, noch mehr Maschinen werden eingesetzt. Ihr sagt, es müssen auf der Welt täglich 30000 Kinder unter 5 Jahren an Unterernährung sterben und unser Wirtschaftssystem sei nicht in der Lage dies zu ändern. Ihr sagt, niemand anderes dürfe es mit einem anderen Wirtschaftssystemen ändern, weil dann eure Freiheit eingeschränkt wäre. Ihr seid verantwortlich für die Folgen eures Handelns, aber ihr seht die Folgen nicht, ihr sollt sie nicht sehen.
Ich sage: macht es anders, macht es doch mal so, wie ich es geschrieben habe, lest doch mal die EBooks und erweitert sie mit mir. Nein - eine neue, andere Welt darf es nicht geben.
Wozu bin ich denn dann überhaupt hier? Nur, um von den anderen Lemmingen über die Klippe geschoben zu werden?

Oh - macht mich das wütend!

13.1.2005 - Irak-Krieg Tag 542 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+441 - 13.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Die Lage ändert sich täglich. Seid ich keinen Festnetzanschluss habe, ist die Internet-Arbeit doppelt so aufwendig und kostenintensiver. Wie lange werde ich es wohl durchhalten? Wie lange wird es wohl noch dauern bis meine Zeitgenossen kapieren, was hier geschieht? Wann wollen denn nun endlich Demokraten ihre Rechte verteidigen?

14.1.2005 - Irak-Krieg Tag 543 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+442 - 14.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Ich muß endlich eine Entscheidung treffen, wann ich mit dem Hungerstreik beginne. Inzwischen habe ich immer weniger Hoffnung diese Aktion zu überleben, aber je weniger Reaktion die Hungerstreik-Aktion bekommt, desto weniger Hoffnung habe ich, das es auch ohne Hungerstreik zu Veränderungen kommen wird. Ich habe mich also ein wenig auf die Kritik gegen den Hungerstreik eingelassen und den Hungerstreik verschoben, aber dies hat nicht zu einer verbesserten Zusammenarbeit geführt.

15.1.2005 - Irak-Krieg Tag 544 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+443 - 15.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Ich würde liebend gerne auf den Hungerstreik verzichten, aber was soll ich tun? Die meisten derjenigen, die bereits die Anklageschrift kennen, haben es anscheinend nicht kapiert, das die Anklageschrift keine Werbung ist. Demzufolge habe ich auf sämtliche aus der Werbung bekannten Methoden der Manipulation verzichtet. Ich möchte ja gerade das Denken anstoßen und nicht einschläfern. Kein Wunder also, das eigene Aktivität ein wichtiger Bestandteil der Aktion ist. Alle Kritik über zu komplizierte Ausdrucksweise muß deshalb ins Leere laufen. Ich gehe im Gegensatz zu bisherigem Informationsmanagment nicht davon aus, das ein Bürger dumm ist und deshalb entsprechend behandelt werden müßte. Ich gehe davon aus, das Bürger klug werden wollen und sich nicht mehr fremdbestimmen lassen wollen. Natürlich werde ich dadurch viel größere Schwierigkeiten haben, denn ich muß bereit sein Jedem die Gedanken erneut zu erklären und mitunter bei 4 Millionen schreib-lese-Schwachen zugeben, das ein Lernprozess recht lange dauern wird.
Alleine alle diese Aufgaben zu bewältigen, erdrückt mich. Und ich kenne niemand der dabei helfen würde. Mein Experiment mit der Wahrheit zeigt mir immer mehr, das ich keine Freunde habe, das ich vermutlich noch nie einen echten Freund hatte, außer die, die bereits Tod sind und mich nicht mehr enttäuschen können. Es zeigt mir, das keiner meiner Freunde und Bekannten Demokraten sind oder verstanden haben, was einen Demokrat und Demokratie ausmacht. Wahrheit ist bitter. Lüge ist süß. Selbstbetrug ist für manche der letzte Fluchtweg vor den Konsequenzen der Lüge. Muß ich nicht zwangsläufig leiden, weil ich ich die Wahrheit wissen will? Dann kann ich nichtmal die Schuld für mein Leiden irgendjemanden unterjubeln. Schuld ist eine machtvolle aber ansonsten unnütze Erfindung der Religion.

16.1.2005 - Irak-Krieg Tag 545 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+444 - 16.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Über 10 Jahre habe ich keinen richtigen Urlaub gemacht. Ich konnte ihn mir nicht leisten. Jetzt, wo vielleicht bald alles vorbei ist, und mein Leben schon keinen Pfifferling mehr wert hat, sollte ich vielleicht die letzte Gelegenheit nutzen, wenigstens noch einen kleinen Urlaub dazwischen zu schieben, bevor ich den letzten Weg gehe. Doch, jetzt kann ich mir noch weniger als vorher einen Urlaub leisten. Es wird wohl auf das hinauslaufen, was ich bereits bei Diskussionen vor -zig Jahren über eine Rente sagte: "Vermutlich werde ich Arbeiten bis ich Tod umfalle"

17.1.2005 - Irak-Krieg Tag 546 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+445 - 17.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Beobachte ich die aktuelle politische Situation, scheint es so, als würde meine Anklage Wirkung haben. Inzwischen könnte auf zwei Kanälen mein erstes Gesammt- Konzept-Papier bis in den Bundestag und der Regierung vorgedrungen sein. Zumindest ein Bundestagsabgeordneter hat es vermutlich gelesen. Doch sicher kann ich mir nicht sein, denn ich will nicht in Beziehungswahn verfallen und erneut falschen Hoffnungen folgen. Auffällig ist jedenfalls, das plötzlich bestimmte von mir angesprochene Themen ein Teil der Nachrichtenlage wurde, als würde mir signalisiert, "wir machen doch was". Aber vielleicht drückt sich in meinem Hören und Interpretieren auch nur mein Wunsch nach einer Reaktion aus und die Ursache ist eine Gleichzeitigkeit, eine bestimmte Zeitqualität oder Morphogenese die vorhanden ist.
Heute ist zwar wieder Montagsdemo, aber wir werden nicht dabei sein. Warum auch. Wir sind ja nicht erwünscht, weil wir die Frage stellten, wie tatsächlich eine Lösung der Probleme erreicht werden könnte. Einfach nur irgendwelche sinnlosen Forderungen nach 30 Wochenstunden Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zu unterstützen, macht die Bewegung nur lächerlich. Solche Forderung zeigen, das sich die Forderer mit der Problematik nicht genügend auseinandergesetzt haben. Sollte jemand der Organisatoren der Montagsdemonstrationen dennoch wissen wollen, welche Forderungen realer Weise eine Änderungen bewirken könnten, sollte er sich vielleicht die Mühe machen mein Konzept, also die Ebooks, einmal zu lesen. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

18.1.2005 - Irak-Krieg Tag 547 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+446 - 18.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

So, ich werde also keinen Urlaub im herkömmlichen Sinne machen können. Das Geld wird knapper und knapper. Dies ist die Auswirkung einer Rechtsposition, die ich nur als Rechtszynismus bezeichnen kann. Wer widerspricht wird unter Existenz-Druck gestellt, weil ihm das Geld verweigert wird. Das ist ein Unrechtsprinzip und kein Rechtsprinzip. Bei 44 Millionen Schreib- und Leseunkundigen in unserer Gesellschaft hat so Einer keine Chance, an die Information zu kommen, das er gegen diese Verfahrensweise der Ämter eine einstweilige Verfügung beim Bezirksgericht erwirken kann. Nur wer also einen Mindeststand der Ausbildung hat, kann auch seine Rechte wahrnehmen. Ich werde aus Solidarität mit diesen Schreib und Leseunkundigen keine einstweilige Verfügung erwirken und über die Auswirkungen diese Fakten berichten. Ich gehe bewußt dieses Leiden ein, weil nur durch das erleben und zeigen dieses Leidens auch die Chance besteht, das die Verantwortlichen ihren Arsch aus ihren Sesseln erheben und endlich von sichaus tätig werden. Wenn die Intellektuellen nicht bereit sind ihre Fähigkeiten in den Dienst derjenigen zu stellen, die diese Fähigkeiten nicht haben, dann verfehlen die Intellektuellen ihre Aufgabe und dem Raubtier-Kapitalismus, der immer stärkere Wirkung zeigt, werden weitere Menschen bzw. deren Würde geopfert.

19.1.2005 - Irak-Krieg Tag 548 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+447 - 19.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Ich werde trotzdem Urlaub machen. Ich muß nur eine neue Art Urlaub erfinden, den ich auch realisieren kann.

20.1.2005 - Irak-Krieg Tag 549 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+448 - 20.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Einfach unmöglich dieses Verhalten. 35,-Euro kostet eine Übernachtung in Hannover in einem Motel. Wenn ich ein Buch kaufe schaue ich auf den Umschlag und lese mir den Umschlagtext durch. Dann entscheide ich, ob ich das Produkt kaufe oder nicht. Wenn ich eine Monats-Zeitschrift(3,50-6,--Euro) kaufe, dann schaue ich auf das Titelbild und entscheide, ob micht diese Zeitung interessiert oder nicht.
Was aber muß ich erleben, wenn ich meine Ebooks vertreibe?
Tage und Wochenlanges angebliches Prüfen der 6-seitigen Anklageschrift, die Forderung eines persönliches Gesprächs mit dem Autor, möglichst noch umsonst das erste Ebook mal zum lesen, und dann eventuell könnte ja vielleicht ein Kauf zustande kommen.
Ich hab es ja so gewollt. Die Menschen sollten zum Denken angeregt werden und nicht eingeschläfert werden. In sofern habe ich also mein Ziel erreicht.
Doch leider scheinen dann, nachdem doch ein Kauf zustande kam, die Notwendigkeit der Vertriebs-Mitarbeit nicht erkannt zu werden. Die angestrebte Bewegung für das Partizipationsrecht kann nur durch die Menschen selbst erreicht werden. Darum ist eine Nicht-Weitergabe genau wie eine Weitergabe eine politische Handlung. Wenn ihr helfen wollt, das das Partizipationsrecht eingeführt wird, dann müßt ihr das tun, ihr müßt handeln. Ich handel bereits und ich kann durch meinen Beitrag euch unterstützen, aber ihr könnt auch handeln und nur ihr könnt dafür sorgen das die Sache Erfolg hat. Ich bin als Demokrat von euch abhängig. Als Individuum bleibe ich dabei dennoch autonom.

21.1.2005 - Irak-Krieg Tag 550 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+449 - 21.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Die Ignoranz meiner Zeitgenossen wird mich zerstören.

22.1.2005 - Irak-Krieg Tag 551 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+450 - 22.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Na Mike? Hast du es endlich geschafft deinen Professor mal auf die Sache anzusprechen? Nein? immer noch keine Zeit gehabt? 2 Monate reichen immer noch nicht aus, um eine Gelegenheit zu finden?
Ok, haken wir auch das ab. Ich habe halt keine Freunde.

24.1.2005 - Irak-Krieg Tag 553 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+452 - 24.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Auch am heutigen Montag werden wir nicht auf die Montagsdemo gehen. Wir bestreiken die Montagsdemo solange, bis sich die Forderungen der Realität anpassen.
Beim Sprüche finden für die Demo, Assoziationen zu verwenden, die Leute in die Bäume hängt, mag zwar Ausdruck der persönlichen Verletzung sein, aber sicher nicht sehr motivierend für eine vernünftige Auseinandersetzung. Warum findet das keinen Ausdruck im Protokoll Genosse? ;-)

28.1.2005 - Irak-Krieg Tag 557 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+456 - 28.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Heute Nacht habe ich einen weiteren Schlag erhalten. Fahrlässigkeit verursachte die teilweise Zerstörung unseres Autos. Damit haben sich gleich ein paar Möglichkeiten meines Geschäfts in Luft aufgelöst. Im Grunde ist nun alles zuende. Weder kann ich ein neues Auto kaufen, noch das alte reparieren. Wenn das Schlimmste, was ich befürchte eingetreten ist, dann ist das ein Kolbenfresser oder Klemmer (damit wäre das auto Tod). Sollte nur der zweitschlimmste Fall eingetreten sein, muß ich mit 400 Euro rechnen, um die Zylinderkopfdichtung zu wechseln. Selbst das, kann ich mir nicht leisten, sodaß dann mindestens zwei drei Monate vergehen müssen, bis ich vielleicht mit viel Glück genug gespart habe, aus den eingesparten Unterhaltskosten für das Auto. Welche weitergehenden Auswirkungen dies haben wird, werde ich jetzt nicht mehr nachdenken, vielleicht morgen. Ich will einfach nicht mehr.

29.1.2005 - Irak-Krieg Tag 558 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+457 - 29.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Meine Frau bemüht sich ihren gestrigen Fehler irgendwie auszugleichen. Und sie hat jemand gefunden, die uns ein Auto bei Bedarf leihen würde und vielleicht jemand kennt, der mir umsonst sagen kann, ob der Wagen noch gerettet werden kann.
Doch wenn ich so überlege, kann ich das erste Angebot über das verleihen des Autos gar nicht annehmen. Was wäre, wenn bei der Benutzung auch dieses Auto schlapp macht. Ich könnte dann den Schaden nicht ausgleichen und ich würde die Andere auch noch in meine Misere hineinziehen. Würde es ihr besser gehen und sie würde kein Problem haben, einen potentiellen Schaden zu kompensieren, hätte ich kein Problem. Aber da sieht man es wieder, die Armen helfen sich untereinander eher, als ein Reicher dem Armen hilft. Die Armen sind deshalb die Seeligen, weil nur sie die Chance haben, das Leid zu spüren und zu verstehen. Die christliche Logik zeigt hier, warum die Schwachen die Starken letzten Endes besiegen können, denn das, was Jesus Christus als neue Kraft in die Welt brachte ist die Leidensfähigkeit, die die moralische Auseinandersetzung mit den Gesellschaftsregeln voran treiben kann.

30.1.2005 - Irak-Krieg Tag 559 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+458 - 30.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Jetzt wo ich auch noch auf Mobilität verzichten muß, wird der Kampf noch schwieriger ja fast unmöglich. Den fehlenden Internetanschluss konnte ich noch kompensieren, aber nun...?
Heute konnte ich meinen ersten Urlaubstag feiern. Es bietet sich doch an, die fehlende Möglichkeiten, die zerstörten Möglichkeiten und all das andere einfach beiseite zu schieben und sich einfach um die Familie zu kümmern. Weiterarbeiten macht einfach keinen Sinn mehr. Ich sollte aufgeben und ebenso, wie alle anderen, das Böse verdrängen. Vielleicht ergibt sich irgendwann eine Möglichkeit der Änderung. Vielleicht sollte ich einfach Abschied nehmen. Nocheinmal mit allen, die mir wertvoll erscheinen, ein gutes Wort reden. Ein paar Dinge klar machen. Und dann den Hungerstreik beginnen. Was soll ich nur tun?

31.1.2005 - Irak-Krieg Tag 560 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+459 - 31.Tag des sozialen Verteidigungskrieges

Ich bin doch nicht allein mit meiner fundamentalen Kritik. Eine Journalistin vom WDR, Frau Gabriele Gillen (den Namen schreib ich nur nach Gehör) hat ein Buch geschrieben, indem eine Abbrechnung mit Hartz IV gemacht wird. Nach der Rezension zu urteilen, geht sie mit einigen Prinzipien der derzeitigen Wirtschaftspolitik hart ins Gericht. Leider bekommen vermutlich meine angeblichen Freunde wiedermal nichts davon mit.
Doch auch diese Gesellschaftskritik beherbergt laut Rezension keine Lösung der Probleme.
Wann wird meine Lösung endlich von den entsprechenden Personen bemerkt?

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Copyright © 2005  Bernd Matthes bernd.matthes(at)milanstation.de, zuletzt geändert am: 2. Februar 2005,