Kriegs - Tagebuch 3

von Bernd Matthes
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15.10.2003 - Irak-Krieg Tag 122

Das Tagebuch mußte wiedermal lange auf mich warten. Existenzängste mußten erstmal bewältigt werden, denn wie derzeit die Zukunft erscheint muß Angst machen.
Dabei geht es uns doch eigentlich sehr gut oder? - Unvergleichlich mit den Ängsten eines Iraki oder Afghani.
Jedenfalls in den führenden Wirtschaftsregionen. Zwar nimmt die Arbeitslosigkeit kein Ende und die Sozialsysteme werden nach und nach destabilisiert, aber solange ich noch meine Sitcoms gucken kann...
Was guckst du?

Betrug ist Programm geworden. Jedenfalls bei den Parteien. Weder das C, wie christlich, noch das S, wie sozial, dürften heute in den Partei-Namen auftauchen. Einzig ein W-L, wie Wirtschafts-Liberalismus, oder ein K, wie Kapital dürften etwas Realität zurückbringen.
Der Krieg ist ein globaler Wirtschaftskrieg mit brutalen militärischen Zwischenspielen und beständigem Konsum- und Medien-Terror. Regierungen haben nur noch Geldmangel und Müll zu verwalten.
Selbstzitat vom 16.5.2003:
Bestes Beispiel ist die SPD-Führungsklicke, die nicht davor zurückschreckt, ihre eigenen Anhänger als Teppichhändler zu verleumden. Sollte Schröder es wagen entgegen seiner eigenen Partei mit Hilfe der Opposition den sogenannten Plan 2010 durchzusetzen, ist dies der Tod der SPD, der Tod eines durch zig-Jahre Kampf gegen Ausbeuter nun überalterten Kanzler-Wahl-Verein.
Wenn die SPD nicht mehr für den Sozialstaat eintritt, hat sie ihr Gesicht verloren.
Der Medien-Kanzler hat es mittlerweile geschafft in der SPD die Linke zum Schweigen zu bringen. Der kleine Aufstand in der letzten Zeit ändert daran auch nichts.

Abstimmung mit den Füßen ist das letzte Mittel.
Warum die Linke der SPD nicht geschlossen einfach zu den Grünen wechselt und dort ihren sozialen Einfluß auf die Öko-Realos ausübt, bleibt mir ein Rätzel. Es wäre aber nicht nur ein Signal an die ehemaligen Genossen, sondern auch eines an ehemalige Grüne Fundis wenigstens die Regierung von Außen zu einem neuen Anfang zu drängen.
Das entscheidende dabei wäre eine wirkliche Alternative zum bestehenden System, eine Vision von einem in der Welt und Europa eingebetteten Deutschland, das seine Fähigkeiten nutzt um Beispiele zu setzen.
Ich weiß, das eine solche Alternative den global agierenden Firmen Angst machen würde und erheblicher wirtschaftlicher Druck auf Deutschland ausgeübt werden würde, aber wäre es das nicht Wert, als erster eine wirkliche Veränderung der Weltwirtschaft mit friedlichen Mitteln anzustreben, sodaß niemand mehr Hungern muß und keiner im Krieg stirbt?

Jetzt komme mir keiner, das sei ein schöner Traum, es war auch mal ein Traum auf den Mond zu fliegen.
Im Schrecklichen sind schon viele Alpträume wahr geworden, warum nicht auch mal im Guten?
Schrecklich finde ich die Ignoranz in diesem Land und diese Scheinheiligkeit allen Ortes. "Ja ich finde es nicht gut was den Palästinensern geschieht, aber was kann man schon machen." "Ja, auch in Tschetschenien wird das Menschenrecht gebrochen, aber das ist weit weg."
Die Nachrichten sind voller Grausamkeiten und niemanden scheint es wirklich zu kümmern. Dies liefert vielleicht den Grund für die Sitcoms. Irgendwo muß ich doch mal an Informationen kommen, die meinen Geist nicht so fürchterlich erschüttert.

21.10.2003 - Irak-Krieg Tag 128 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X

Manchmal frage ich mich warum überhaupt noch irgendwelche Nationen als Verursacher von Konflikten herhalten müssen. Eine solche Vereinfachung ergibt doch nur ungerechte Urteile. Nie war in der Geschichte ein ganzes Volk schlecht. Immer gab es auch Menschen die gegen ungerechte Staatsführungen aufstanden.
Wer oder was kann nur verantwortlich gemacht werden für all die Schmach und Gewalt?
Sich ein paar Redelsführer herausgreifen ist ebenso ungerecht im Anblick einer schweigenden oder anfeuernden Masse.
Ideologische Kategorien mußten zwar lange herhalten um Menschen drangsalieren zu können, aber auch dies ist kein Maßstab für Gerechtigkeit.
Relativismus der Werte ist ebenso keine Antwort auf den Werteverfall.
Ebensowenig kann Liberalismus ein Weg sein der Gerechtigkeit näher zu kommen.
Menschen- und Völkerrechte als Ausdruck einer globalen Rechtsethik sind noch immer eher ein Sammelsurium von Staats- und Wirtschaftsinteressen.
Eine weiterentwickelte und globale Ethik ist noch in weiter Ferne. Und die Moral des Individuums wird währenddessen von Kauf- und Unterhaltungsinteressen verdorben.
Viel Hoffnung bleibt nicht auf eine gerechte Welt.
Aufgeklärt, heißt es, sagt die Welt, doch ist der westliche Mensch schon Aufgeklärt?
Oder hat er die Lösung vom Primat des Glaubens zum Primat der Logik nur für persönliche materielle Vorteile genutzt?

23.10.2003 - Irak-Krieg Tag 130 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+2

Warum Heute bereits der 2. Tag nach dem Tag X des globalen Wirtschaftskriegs ist, ist reine Willkür. Irgendwo muß man ja anfangen zu zählen. Es ist neben einer solchen Zeitfestlegung sehr schwierig Vorgänge zu beschreiben die einen Moment der Geschichte erfassen sollen. In meinem Gehirn ist das ganz einfach aber auch sehr vergänglich - dieser Zeiteindruck.
Doch aufs Papier oder ins Internet geschrieben, erscheinen viele Dinge belangloser, als sie es in Wirklichkeit sind.
Das liegt daran, das der Gedanke bevor er seine statischere Form in der Sprache bekommt vielfältig mit der Welt verbunden ist, die das Gehirn für wahrnimmt. Jeder Gedanke scheint so vielfältig mit anderen verbunden zu sein, das mir zumindest seine Loslösung in die Sprache wie Isolationshaft erscheint. Vielleicht erklärt dies auch die vielfältigen Versuche der Menschen ihre Gedanken zu Papier zu bringen.
Wenn ich mir so die Papiere ansehe, die im allgemeinen auch als Gesetze und Artikel bezeichnet werden, dann scheint der heutige Mensch nicht mehr die Wichtigkeit erkämpfter Grundrechte aus den Texten herauslesen zu können. Entweder die Menschen können nicht mehr lesen, oder die Sprache des Textes ist überaltert und wird daher nicht mehr verstanden oder die Verklausolierungen und Ausnahmen haben eine Vielfalt bekommen, sodaß der eigentliche Sinngehalt darin verloren geht.
Vermutlich treffen alle drei Argumente zu.
Da dieser Werbeverdummte Staatsbürger so wenig versteht, erscheint es manchen Leuten nur logisch, das sogenannte Fachleute uns vertreten müssen. Sachzwang könnte man das nennen. Manchmal wenn es gar zu schlimm ist und die Wirtschaft darunter beginnt zu leiden, werden die Zügel angezogen und gezielt für die Wirtschaft die Bildung gefördert. Nun gut dem Papier scheint genüge getan und das Volk wird partiell schlauer. Aber die Verdummung sitzt tiefer als viele denken. Auch das "Fachleut" unterliegt den eisernen Gesetzen des Marktes und konsumiert die gewonnen Scheinfreiheiten die ihm seine Priviligierung einbrachte.
Interessant, das dies bereits genauso in den reicheren Kreisen Kalkuttas, wie in Rio funktioniert. Überall hat der schleichende Verdummungsprozess Fortschritte gemacht. Die Illusion mit Bildungsfernsehen etwas positives aus den Medien herauszuholen, die mancher Humanist pflegte, ist im Rahmen der Informationsflut untergegangen. Die sogenannte Medienkompetenz die in den Schulen langsam fuß faßt ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Längst hat die Kommerzialisierung der Schule auch hier eine bestimmte Art des Lernens in den Vordergrund geschoben.
Es ist unglaublich bis in welche Tiefe unserer Welt der wirtschaftlich-neoliberale Globalismus inzwischen reicht.

25.10.2003 - Irak-Krieg Tag 132 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+4

Gerechtigkeit? - Wo bist du?
Jeden Tag die gleichen Nachrichten. Menschliche Katastrophen allen Ortes zeigen jedem, der gewillt ist Augen und Ohren auf zu machen, wie die Welt mehr und mehr verdirbt. Es liegt nicht am "Terrorismus" wie es die US-amerikanische Administration gerne behauptet. Der Terrorismus ist eine gesellschaftliche Reaktion auf den unverschleierten Staatsterrorismus der in allen Ländern der Welt seit langem fußgefaßt hat. Die Idee der formalen Demokratie hat es nicht geschafft Macht zu neutralisieren und allen gleiche Chancen einzuräumen. Der Liberalismus hat es nicht geschafft eine wirkliche Freiheit der Entfaltung zu ermöglichen. Beide zusammen befördern heute Machteliten und sichern deren Überleben.
Regierungen, die etwas ändern wollen, werden destabilisert und in öffentlichen Aktionen der Medien verleumdet.
Vor ein paar Tagen wurde in Spiegel-TV ein Beitrag über Windenergie gezeigt. Dermaßen tendenziöse Berichterstattung habe ich vom Spiegel allerdings nicht erwartet. Wem nutzt das? Hat eigentlich bei den Redakteuren irgendeiner mal etwas weiter gedacht als bis zu den Problemen, die die großen Energie-Produzenten aufgrund ihrer unflexiblen Verhaltensweisen beklagen? Ist den Redakteuren nicht bekannt, das Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran begrenzte Rohstoffe sind? Ist Ihnen nicht bekannt, das viele Produkte Erdölanteile enthalten und das Verbrennen dieses Rohstoffes in Zukunft als Verbrechen gegen die Zukünftige Menschheit gewertet werden könnte? Da werden Rechnungen präsentiert und Vergleiche dargestellt die von realexistierenden Marktlagen geprägt sind. Marktlagen repräsentieren aber nichts anderes als Vormachtstellungen von Organisationen.
Wer die Macht im Energie-Markt hat der bestimmt die Strukturen.
Wer hat die Macht?
Bis zur Deregulierung des europäischen Energie-Marktes hatten die großen Energie-Konzerne die Macht und bestimmten die Strukturen. Das die Deregulierung dazu führte, das international organisierte Firmen nun ebenfalls auf dem deutschen agieren können ist die eine Seite. Auf der anderen Seite ergaben sich allerdings viele Möglichkeiten alternativer Energieproduktion. Natürlich versuchten die ehemaligen quasi-Monopolisten ihre Vormachtstellung zu erhalten. Alternative Energieformen wurden lächerlich gemacht und für Unmöglich bezeichnet die Bevölkerung versorgen zu können. Von Seiten der Energieversorger wurden lange keine Anstalten gemacht die Umwelt zu entlasten und den Schadstoffausstoß zu mindern. Erst gesetzliche Maßnahmen des Umweltschutzes erbrachten eine Veränderung. Das zu den Verhaltensweisen der alten Energieversorger. Wenn jetzt ein Energietechniker klagt das Spitzenzeiten des Windes nicht unbedingt mit Spitzenzeiten des Energieverbrauchs übereinstimmen, dann ist dies technisch lösbar wenn ein paar im Beitrag "vergessene" Details berücksichtigt würden.
Zum einen sollte Windkraft nicht allein analysiert werden, denn wie im Bereich alternativer Energien als Grundregel immer wieder dargestellt wird ist Energie-Mix eine Grundlage alternativer Energiewirtschaft. Wenn der Wind weht scheint weniger häufig die Sonne. Wenn die Sonne richtig brät weht oft kein Wind. Solarkollektoren sind folglich ein idealer Ergänzungsfaktor für Windkraft. Ein weiterer Punkt ist die Größe eines Kraftwerks. Im Beitrag hieß es die Energie-Täler müßten durch das Anfahren von Kraftwerken ausgeglichen werden. Klar, wenn ich da ein Mega-Kraftwerk für ein paar Stunden hochfahren muß würde ich auch fluchen, aber müßte ich ein zwei vielleicht drei kleine Kraftwerke nach und nach dazuschalten ließe sich dieses Problem leicht in den Griff bekommen. Dies würde auch in einer eher dezentral organiserten Energieversorgung problemlos erreichbar sein, nicht aber in einer zentraliserten Struktur. Der schlecht recherchierte Beitrag des Spiegels erzeugt aber nur den Eindruck, das die Bevölkerung durch die Windkraftbetreiber abgezockt werden. Wer aber sind die Gewinner der großen Versorger? Wer zockt hier ab? Wer versuchte auf lange Zeit alternative Ernergieproduktion zu verhindern? Wer schaffte die vielen kleinen Kraftwerke ab? Wer profitiert daran, wenn wichtige Rohstoffe verbrannt werden. Wieviele Arbeitsplätze wurden in der Windkraft-Industrie geschaffen? Wieviele in der in vorherigen Versorger Struktur vernichtet durch zentralisierung? Wie anfällig sind Windkrafträder gegen Terrorismus wie Anfällig sind Großkraftwerke und welchen Schaden richten sie im Havariefall an?
Alles Fragen die in eine Abwägung verschiedener Energie-Konzepte gehören und nicht gestellt wurden.
Wieviel hat der Spiegel für eine derartige Berichterstattung von den Energie-Konzernen erhalten?

30.10.2003 - Irak-Krieg Tag 136 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+8
oder der Sieg der Technik und der Wirtschaft über die Menschlichkeit

Die Kandarre wird angezogen.
Anders ausgedrückt: Das Rechtsgut der Demokratie wird Stück für Stück aufgeweicht.
Wenn für ein Jahrhundert, also geschichtlich ein kleiner Zeitraum, die Kinder etwas besser da standen, als normal, so ist diese Zeit wohl nun vorbei. Frau Ministerin Zypris scheint überhaupt nicht klar, was sie da im Sinne der Gentechnologen verlauten ließ. Ein Mensch hat erst dann eine Würde, wenn er aus sich heraus Entwicklungsfähig sei. Frau Zypris sollte ihr eigenes Baby, falls sie eins hat doch einmal für zwei Wochen im Wald aussetzen und schauen, ob es sich da von allein entwickeln kann und sie sollte sich als Ministerin wirklich einmal damit auseinandersetzen, wie sich das Wissen über den Erfahrungshorizont eines Fötus im Laufe der Zeit veränderte.
Ich kenne da noch Zeiten, da wurde den Kindern Sexualität abgesprochen bevor sie nicht in der Pubertät waren.
Ich kenne die Zeit, wo ein Mensch erst als Mensch wahrgenommen wurde, als er das Licht der Welt erblickte und ich kenne da eine Zeit, wo der Fötus ab einer festgelegten Woche empfindungsfähig sei. Diese Zeiten haben sich augenscheinlich verschoben und verschieben sich weiter. Aber ein ungeborenes Kind hatte auch in der Zeit, wo wir es nicht wußten Empfindungen und baut diese Erfahrungen in seinen Körper ein. Wissen wir wirklich schon, was ein Mensch benötigt, um das zu werden, was jeder als Einzelner ist? Ist also die philosophische Frage: "Was ist der Mensch" bereits geklärt?
Darf der Staat überhaupt eine Entscheidung treffen, nach der historischen Erfahrung oder muß er nicht täglich neu gezwungen werden zwischen verschiedenen Ansprüchen zu vermitteln? Muß dann nicht der Rechtsstaat eben zwingend vom höchst möglichen Gut ausgehen anstatt das Potential eines Menschen zum Ding zu machen?
Bemerkt diese Dame überhaupt nicht, welche Türen sie da aufstößt?
Ist sie dermaßen im Fachchinesisch verfangen und verwirrt, das ihr dies nicht auffällt?
Nicht die ganze Rede gelesen? Pah! Wer soetwas verlautbaren läßt hat meine Aufmerksamkeit höchstens auf eventuelle Machenschaften gelenkt, aber diese Art der Aufmerksamkeit ist sicher nicht erwünscht.
Was hier ansteht ist der Sieg der Technik über die Menschlichkeit.
Wer im Sinne der Marktbeherrschung bzw. Partizipation versucht unsere demokratischen und gesellschaftlichen Grundwerte auszuhebeln gehört schleunigst abgewählt.
Doch scheint diese Vorgehensweise heutzutage normal zu sein, die gewachsenen Werte dieser Gesellschaft zuerst auszuhöhlen, dann die Vertreter der alten Werte, wie von Rumpsfeld vorgeführt, in die staubige Geschichtslade schmeißen und dann frech und schnell bei Gelegenheit und unter Vortäuschung von Sachzwängen neue Gesetze durch das Parlament peitschen, dabei das parlamentarische Parteien-Scharmützel als Deckung benutzend dem Wählervolk vormachen, man hätte die Demokratie ja nur erhalten wollen.
So wurden mittlerweile nach und nach Sozialhilfe-Empfänger und Arbeitslose zu Bürgern zweiter Klasse gestempelt. Jetzt werden Rentner und Kinder dazukommen und dann geht es an den Kragen der nächsten Randgruppe, deren Vertreter nur noch erschrocken und völlig sprachlos dastehen.
Nun im globalen Wirtschaftskrieg sind wir als Europäer ja scheinbar Teilnehmer in der Führungsetage, aber die Tätigkeit der Multis ist leider nicht mehr national zu beschränken und daher ist der Angriff auf uns, dem Volk, durchaus vorhanden. Wir sitzen nicht im Schlaraffenland und sind beschützt vor dem Elend der dritten Welt, wie noch vor ein paar Jahren. Wären wir ein Entwicklungsland, würde in der ersten Phase von uns verlangt den Euro abzwerten. Im Falle von Europa wäre aber die Wirtschaftskraft die Europa darstellt zu groß und eine solche Politik würde nicht dazu führen, das unser Preisindex ansteigt. Im Gegeteil würde dies vermutlich den Export stärken. Amerika tut gut daran den Euro also in schwindelnde Höhen zu treiben, was es ja auch durch seine Haushaltspolitik macht. Allerdings die anderen Bedingungen der ersten Phase - Preisliberalisierung, strenge Haushaltspolitik und die geliebten "notwendigen" Strukturreformen der zweiten Phase sind in aller Munde. Wir haben also erfolgreich die erste Phase erreicht und alles scheint nach Plan zu verlaufen.
Für die notwendige Stimmung Anschläge, Schlimme Schurken usw. sind ja bereits gesorgt und die dahinter versteckten Entmündigungen der Bürger bereits Geschichte.
In einer Aufgeklärten egomanen Gesellschaft ist es auch viel einfacher, den Druck über die Strukturreformen zu machen.
Diese alten verknöcherten Demokratien, die sich nicht einmal das römische Eroberungsrecht vernünftig erhalten konnten, müssen nun ihre gewachsenen Strukturen für eine globale Welt aufgeben und die Politiker können wirklich nichts dagegen machen, das das ganze Volk, bald ganz Europa entwurzelt sein wird. Nicht das willkürlich irgendwelche Leute umgesiedelt werden, nein, man muß halt nur mobil sein. Dahin gehen, wo die Arbeit verschenkt wird. Wo ist das Problem?
Ach du meinst Einsamkeit, Isolation, Vereinsamung im Beruf, Verlust der Identität und Kompensation durch Konsumrollen.
Aber diese Ersatzbefriedigung elementarer Bedürfnisse und der Schein-Emotionen-Konsum kurbelt doch die Wirtschaft an!
"Diese beiden sind Freunde ein Leben lang. Auch wenn sie morgen 20000 Kilometer entfernt sind"
Kennen Sie diese Werbung? Hat was mit magenta zu tun :-)
Der rosa Riese wirds schon richten.
Sind wir bereit unsere gesellschaftliche Lebensgrundlage einer Scheinglobalität zu opfern?
Nur Stämme werden überleben.
Von mir aus Stämme mit Internet-Anschluss und weltweiter Komunikation, aber dazu brauche ich den ganzen Umweltschmutz und Konsumzwang nicht. Es müßten nur andere gesellschaftliche Perspektiven entwickelt werden und vor allem muß die Wirtschaft aus dem Fokus verschwinden. Der globale Wettbewerb ist durch Schutzrechte zur persönlichen Ausbeute vorangetrieben und treibt uns in die totale Kontrolle der Konzerne über alle Lebensbereiche. Die soziale Marktwirtschaft hat wenigstens noch einen Funken Anstand gehabt, aber das, woran wir uns, angeblich ohne entrinnen zu können, anpassen sollen, hat nichts menschliches mehr. Der globale Kapitalismus läßt die Hosen runter und es gefällt mir überhaupt nicht, was ich da sehe.
An dieser Stelle von Zukunftsangst zu sprechen ist bereits die zweite Phase der Gehirnwäsche-Operation.
Die Strukturreformenen verteiben die Menschen aus ihren sozialen Bindungen und erzeugen ein Arsenal neuer Unterdrückungssysteme die wir glaubten längst überwunden zu haben, aber es kommt noch schlimmer. Wenn erstmal die Strukturreformen umgesetzt sind, dann werden die Politiker feststellen, das dennoch keine neuen Arbeitsplätze und kein vergrößertes Handelsvolumen entsteht. Wir befinden uns nunmal in einer Überproduktionskrise und der Konsumenten-Roboter ist noch nicht gebaut.
Zwei Grenzen sind uns im Weg: Der nicht so schnell wie die Produktivität wachsende Markt und die Begrenztheit der Resourcen.
Der chinesische Boom zurzeit kann den Zerfall dieses sich selbst auffressenden Systems nur für ein paar Jahre vielleicht Jahrzehnte verschieben. Und dann?
Haben wir dann wieder einen anderen Fleck auf der Erde bombardiert, um ihn wieder neu aufzubauen?

07.11.2003 - Irak-Krieg Tag 144 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+16
oder hinter kleinen Scharmützeln ungeahnte Gemeinsamkeiten beobachten und dabei die Veräter der Demokratie entdecken.

Heute wieder einmal Bundestag geguckt.
Angewiedert den Fernseher nach einer halben Stunde abgeschaltet.
Dieses, auf deutsch gesagt, angepisse und gegenseitige verhindern, diese Verleumdungen und "ins rechte Licht stellen", diese Süffisanz gepaart mit Aroganz, die da aus dem Fernseher tropft, kann ich einfach nicht aushalten. Wüßte ich es nicht besser, würde ich denken, ich habe es mit einer Kommedie-Veranstaltung zu tun, bei der letztendlich nichts ernst zu nehmen ist. Allein Lach-Jingles fehlen. Und die paar Figuren, die auf den Rängen grüppchenweise Klatschen, verlieren sich in der Größe der Halle.
Ist halt doch noch keine Fernsehshow. Was ich da sehe ist bittere Wahrheit, ist kein schlechter Traum.
Mittlerweile gilt es als normal, das Deutschland biotechnologisch auf dem Vormarsch ist und x-Produkte bereits einen neuen Aufschwung versprechen. Es sollen bald 50% aller neuen Produkte mit biotechnologischen Forschungsergebnissen durchsetzt sein.
Ist das wirklich gesellschaftlicher Konsenz oder wieder eins der Milliardengräber mit Jahrtausendelangen Folgen wie z.B. die Atomindustrie oder mit fast ebensolchen Folgen die Chemie-Industrie?
Niemand hat etwas dagegen von der Natur zu lernen, aber was wird hinter dem Begriff Biotechnologie alles versteckt?
Das Human-Gen Projekt ist so ein Beispiel. Die totale Erfassung der deterministischen Basis, unserer Basis.
Klar will heute keiner mehr auf diverse Produkte der chemischen Industrie verzichten, aber wir dürfen auch nicht vergessen, was Seveso und andere Katastrophen uns Zaunpfahl-mäßig vors Gesicht schlugen. Wir dürfen nicht vergessen, das es mittlerweile zig-tausende Substanzen gibt, deren Gefährlichkeiten wenig oder nicht erforscht wurden oder deren Zusammensetzung Industrie-Geheimnis ist und so den Blicken der Gemeinschaft verborgen bleibt.
All diese Probleme sind längst nicht bewältigt und die staatlichen Überwachungsorgane hinken der Entwicklung hinterher. Aber bevor wir international in Verzug kommen, gehen wir die nächsten Risiken ein und bringen neue Produkte auf den Markt, "egal - wir sind ja noch jung - wir können warten". Warten wir ab, wann der erste Bio-Gau 10% der Bevölkerung krank machen wird, wann der erste nano-Schwarm außer Kontrolle gerät oder die Blätter der Bäume verbrannt werden müssen, weil ein Gen, das die Lagerfähigkeit von Tomaten verbessern sollte, versehentlich auf alle anderen Pflanzen übertragen wurde und die Bodenbakterien Schachmatt setzt. "Der Download läuft bereits seit Tagen."
Die Frage ist doch nicht, ob eine bestimmte Technologie möglich ist. Die Frage ist, ob wir diese Technologie wollen.
Akzeptanz nennt das das Marketing. Die Manipulations-Fachleute finden immer einen Weg dem Konsumenten-Volk Technologie schmackhaft zu machen. Und wenn es das Beamen auf der Enterprise ist, das ohne die Rechenpower eines Quantencomputers nicht denkbar wäre. Der gleiche Computer wäre dann sicher auch in der Lage die optimalen Gene eines guten Staatsbürgers zu berechnen.
Heute haben wir noch ein zweites Argument Technologie egal wie gefährlich einzuführen. Wir müssen schließlich die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Konkurenzfähigkeit auf dem Weltmarkt ist angesagt, und da Wissen eines unserer Exportschlager ist, werden wir in Zukunft verantwortlich gemacht für all die gefährlichen Vorschläge, die möglich aber überflüssig waren.
Wozu brauchen wir Genmanipulierten Reis der Patentgeschützt immer wieder neu gekauft werden muß? Größenwahn stellt sich anscheinend dann nicht als solcher dar, wenn über ganze Staatswirtschaften spekuliert wird. Als wenn die wirtschaftliche Entwicklung von der Kenntnis einiger weniger Fachleute abhänge.
Als Karl Marx noch sein Kapital verfasste, benötigte er noch nur relativ wenige Elemente, mit deren Hilfe er seine Theorien beschreiben konnte. Heute sind die weltweiten Verpflechtungen der weit aus differenzierteren Wirtschaftsvorgänge trotz Computer nicht einmal mehr erfassbar. Der Computer und die Versprechen der Softwarefirmen täuschen zwar gewisse Einflüsse vor, aber es braucht nur einen heftigen Computervirus und ein hoher Prozentsatz gesammelter und verknüpfter Daten landet im Nirwana. Das dies die Sicherheits-Experten auf den Plan ruft und einen weiteren Wirtschaftszweig forciert ist klar. "Wir sind ja noch jung". Die Freiheiten müssen eingeschränkt werden, denn unsere Möglichkeiten Mist zu bauen wachsen ins unermessliche.
Die gleichen Menschen, die uns jetzt vor den Massenvernichtungswaffen in falschen Händen warnen, haben dieses Vernichtungspotential doch erst aufgebaut. Die Warner zur rechten Zeit wurden damals belächelt und diskreditiert. Merkt das keiner?
Inzwischen haben ja nun selbst die Sozialdemokraten kapiert, das eine Wachstumswirtschaft fortwährend neue Kaufmöglichekeiten benötigt. Leider haben sie nicht kapiert, das irgendeiner das Zeug auch kaufen muß. Eine Erziehung zum Kaufen ist zwar seit langem im Gang, aber vernünftige Menschen können diese materialistische Einstellung kaum mit ihrer Natur in Übereinstimmung bringen oder reagieren mit psychosomatischen Störungen.
Außerdem ist es ein echtes Problem einerseits zu verlangen wir müssen sparen und dürfen unseren Haushalt nicht überlasten und andererseits sollen wir konsumieren damit der Wirtschaftsmotor brummt. Es ist nunmal richtig, das die neue Art von Wirtschaft, die da angepeilt wird, auf eine Vergrößerung des Marktes durch innovative Produkte abzielt.
So deutlich haben die Herrn und Damen bisher nicht auf ihr Recht auf Ausbeutung der dritten Welt plädiert. Immer ein bischen besser sein als andere Staaten und dadurch die Vormachtstellung waren.
Natürlich wird den Menschen versprochen, das ein Wirtschaftswachstum wieder Arbeitsplätze, Umsatz und Profite brächte, dann auch die soziale Sicherheit wieder bezahlbar würde, aber verschwiegen wird, das jedes Wachstum die Überproduktionskrise verschärfen wird. Ein qualitatives Wachstum muß zwangsläufig den quantitativen Absatz verringern. Ein qualitatives Wachstum die Resourcen-, Energie- und Umwelt-Probleme verstärken und die Kosten erhöhen. Wann kapieren endlich die Entscheider, das eine Wachstumswirtschaft auf einer begrenzten Erde ein Ende haben wird. Bäume wachsen nicht in den Himmel
Dementsprechend erscheinen mir die Scharmützel im Bundestag als eine geschickte Methode dem Volk einen Bären aufzubinden. Die Unterscheidung zwischen Regierung und Oposition gelingt mir einfach nicht mehr. Es scheint nur darum zu gehen, die nur noch kurzfristig aus dem Rest-Markt zu erzielenden Profite in unterschiedliche Taschen stopfen zu lassen.
Das würde auch erklären, warum Deutschland sich international so engagieren soll. Waffentechnologie bringt immer hohe Gewinne, weil das Sicherheitsbedürfnis einerseits und die vitalen Interessen anderseits immer in der Lage sind ein hohes Maß des gesellschaftlichen Budgets zu mobilisieren.
Teile und herrsche.
Im Bundestag gibt es keine Oposition mehr. Wir werden von hinten bis vorn beschissen.
Doch wer will es schon wahr haben. Die überalterte Gesellschaft schützt ihre Previlegien ihre Besitzstände und Randgruppen werden zuerst bluten. Wer verbraucht 2-3000 Euro als Einzelperson, wenn er nicht arbeiten muß?
Renten die Höher sind sollten ordentlich gestutzt werden. Aber da sind noch viele Privilegien z.B. das Flugbenzin. Da wird ausgerechnet die umweltverschmutzendste Transport-Technologie subventioniert. Und ehrlich wer braucht eingeflogene Orchideen und tropische Früchte wirklich?
In die Leistungsgesellschaft ließen sich die Menschen integrieren und es wurde ihnen ein interessanter Lebensabend versprochen. "Die Renten sind sicher." (Norbert Blüm) Doch schon damals war das eine Lüge. Jetzt wird weitergelogen. Wirtschaftswachstum schafft Arbeitsplätze. Wie dieser Wirtschaftswachstum erreicht wird kann aber keiner so genau sagen ohne seinen Anspruch auf Vorherrschaft zu veraten. Auf jeden Fall die Schwachen der Gesellschaft, die sogenannten Faulen an die Kandarre nehmen.
Eine fortlaufende Optimierung und Verbilligung der Produktionsprozesse wird weiterhin Arbeitsplätze vernichten. Wirtschaftswachstum vergößert die Arbeitslosigkeit, weil die Produkte nur mehr mit Dumpingpreisen abgesetzt werden können und daher die Kosten durch Rationalisierung weiter verringert werden müssen und eine weitere Marktkonzentrierung jede Alternative erstickt. Der Mensch ist nur begrenzt ausbeutbar, wenn nicht eine tiefe gesellschaftliche Krise provoziert werden soll. So werden wir in ein paar Jahren feststellen, auch wenn die Verringerung der Kosten für Arbeit für ein paar Jahre Deutschland etwas attraktiver macht, das die Optimierung des Produktionsprozesses auch in Zukunft weiter Arbeitsplätze kosten wird. Wir stehen weltweit in Konkurenz mit Niedriglohnländern. Deren Produktivität wird ebenso wachsen, wie unsere im globalen Rationalisierungsprozess. Behinderung anderer Wirtschaften durch Embargo, Kriege, Destabilisierung, Knebelverträge mit der WTO und der Weltbank sind das Besteck mit dem der Patient Weltmarkt seziert wird, denn der freie Weltmarkt ist längst tod, hatte nie das Licht der Welt erblickt und entpuppt sich als Chimäre.
Die Konstruktion des Weltmarktes hat eine Dynamik erlaubt, in der Firmen-Organisationen zu mächtigen Spielern im Weltgeschehen geworden sind. Besonders die Medien-Konzerne haben die vierte Macht genutzt, um bis in die hintersten Winkel unserer Gehirne vorzudringen. Trotz guter Ausbildung werden viele von uns paralisiert. Der Angriff der wirtschaftlichen Effizienz auf das Leben ist total. Nun wird auch die Bildung dem wirtschaftlichen Kalkül geöpfert. Demokratie ist in höchstem Maße gefährdet. Nicht etwa, wie die Presse es hochspielt, durch Terroristen, sondern durch die metanationale Wirtschaft.
Kein Wunder also, warum meine Ich-AG nur unter höchsten Schwierigkeiten wirtschaftlichen Erfolg hat. Die Massenmanipulation bestimmt, von wem Produkte gekauft werden, wer Kredite bekommt, wer technologische Unterstützung. Wer nicht mitmacht oder gar etwas ändern will, dem wird die wirtschaftliche Basis entzogen und der bekommt bürokratische Schwierigkeiten.
Wer nicht wirbt der stirbt. Genau - leider haben die Großen vergessen, was werben und was manipulieren ist.

03.12.2003 - Irak-Krieg Tag 170 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+42

Endlich ist die Kommentarseite der Free-Mind-Zone fertig. Das war wieder mal ein Drahtseilakt die Emotionen im Griff zu behalten. Kein Wunder, denn wer sich mit den Schlechtigkeiten des Menschengeschlechts beschäftigen muß, ist oftmals der Verzweifelung nahe. So zu tun, als ob der Profi mit seiner Schutzbrille wie ein Wissenschaftler möglichst wertfrei analysiert, ist weder meine Stärke noch im eigentlichen Sinne angebracht. Eigentlich müßten die Menschen inclusive mir schreiend auf die Straße rennen im Angesichts dieser Haarsträubenden Vorgänge, doch wie immer ist es still auf der Straße. Herbstwetter. Ich darf gar nicht daran denken, das in ein paar Wochen Weihnachten ist. Der Kanzler hat ja den Chinesen und Siemens ein schönes Weihnachtsgeschenk in Aussicht gestellt und Fischer hat die Schleife gebunden.
Wiederlich.
Mehr Zynismus kann eigentlich kaum jemand so kurz vor dem Friedensfest von sich geben. Der Führungsetage von Siemens wünsche ich allerdings keine frohen Weihnachten.
Möglich, das da eine eurasische Koalition Peking - Russland - EU igeschmiedet werden soll, um ein Gegengewicht zur Supermacht USA bilden zu können. Ich bin gespannt, wie das noch weiter geht. Besonders positiv halte ich solch eine Entwicklung nicht, denn die fortschreitende Isolierung von Amerika ist nicht gerade eine tolle Nummer, wenn sie nicht gerade nötig wäre und diesen größenwahnsinnigen Fundamentalisten Bush gelten würde. Das Buch das ich gerade lese beruhigt zwar in gewisser Weise diese Befürchtungen (Die ohnmächtige Supermacht), aber so ganz kann ich mir nicht vorstellen, wie es weiter gehen soll, wenn nicht das amerikanische Volk schleunigst für eine andere Regierung sorgt, die die Machenschaften der Bushs gnadenlos offen legt.
Die Bush-Familie ist ein Problem. Aber hat nicht fast jedes Land solch eine Familie und wie gehen wir mit den Leuten um, die uns vor Jahren falsche Vorstellungen machten und die falschen Entscheidungen trafen? Was legen wir offen? Wir haben nicht mal ein Gesetz, das dem Bürger das Recht gibt Information einzuklagen.
Nicht mal das Verbraucher-Informations-Gesetz konnte durch den Bundesrat geschleußt werden, weil die Geldkreise befürchten müssen, das ihre Machenschaften an den Pranger gestellt werden.
Was ist das für eine Demokratie?
Den ICH-AG-Leuten wird nicht mal ein 600.-Euro Dispositionskredit eingeräumt, wenn Sie keinen regelmäßigen Umsatz von 600,-Euro oder eine viel versprechende Zahlenakrobatik vorweisen.
Dieses ungeheure Risiko können Banken doch nicht tragen, wo kommen wir denn da hin?
Etwas ganz anderes ist es, wenn es um Millionen geht. Es könnte ja klappen und dann würde der Bänker schön blöd aussehen.
Aber wie blöd sieht er aus wenn's nicht klappt?
Meist merkt das keiner, es sei denn irgendwelche Promis haben damit zu tun. Überall das doppelte Maß. Wer Geld hat bekommt Geld. Wer keins hat bekommt auch nichts. - Logisch
Für was soll mensch sich denn noch anstrengen, wenn er weiß, er hat sowieso keine Chance, wenn er einmal Mittellos wurde.
Eben und da diese Mittellosen eh nicht mehr hochkommen braucht auch nichts für sie getan werden.
Auf der anderen Seite zeigen Studien, das Menschen mit geringem Einkommen in der Regel besser Haushalten können, als Menschen mit gutem bis sehr gutem Einkommen.
Toll - Aber kein Schwein guckt. :-(
Natürlich muß es Regeln geben und die Bänker müssen genau prüfen, ob ein Kredit gerechtfertigt ist. Das sind sie schon ihren anderen Kunden gegenüber schuldig, doch wenn ein Kunde über Jahre hinweg gezeigt hat, das das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt ist, dann dürften doch bei einer Summe von 600.- Euro keine Probleme auftauchen.
Aber was soll's. Der so vorgeführte Kunde wird sich überlegen, das er ein Positv-Konto bei jeder Bank haben kann und fortan nicht auf regionale Gegebenheiten achten, sondern nach der Höhe der Gebühren entscheiden. Vielleicht lenkt er jeglichen Cent seines Geldverkehrs in Zukunft um diese Bank herum und legt seine Renditen bei anderen Banken an. Das ist Marktwirtschaft.
Es bleibt zu hoffen, das die ICH-AG Erfolg hat und der unfreundliche Banker mitbekommt, welch Fisch ihm durch die Lappen ging.
Das ist der tägliche Geldkrieg um Cents und Euros, um Verfügbarkeit von flüssigem Kapital und Einfluß auf Geldströme. Das Raubrittertum der Banken kennt keine Grenzen, wenn es darum geht mit Gebühren den bereits überwiegend in Computern laufenden Geldfluß abzuschöpfen. Wie sagt es doch gleich die Computer-Werbung: Wir sparen ein Cent.
Wer da an Marry Popins denkt, sei herzlich in den Arm genommen, denn derjenige hat sich noch etwas Wärme erhalten und dann ist Weihnachten auch nicht mehr so schlimm.

08.12.2003 - Irak-Krieg Tag 175 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+47

Ach wäre ich der Vorsitzende einer Nicht-Regierungsorganisation würde ich heute zu einem Boykott von Siemens-Produkten aufrufen. Warum? Weil der deutschstämmige Multi Siemens nicht nur eine Rüstungsfirma ist, nicht nur weil Siemens sich im Atom-Bereich engagiert, sondern weil Siemens die deutsche Regierung ganz legal unter Druck setzt, um die in Deutschland verhinderte Atomanlage nach China zu verkaufen. Alle Bürger, die es ernst mit der Ablehnung der Atomenergie meinen, sollten daher aufgerufen werden Produkte von Siemens zu boykotieren bis Siemens auf diesen Deal verzichtet. Nur so kann er noch verhindert werden, denn Profit-Interessen und Achsen-Interessen scheinen zu überwiegen.
Die Frontlinien sollen sich weiter verschieben und der europäische Einfluß auf den asiatischen Raum soll verstärkt werden. Nicht nur Europa engagiert sich in China und Russland. Es gilt dem US-amerikanischen Imperium Parolie zu bieten. Immerhin braucht Europa noch immer eine akzeptable Endlagerstätte für radioaktive Stoffe. Und Asien ist groß.
Die Achse Paris - Berlin - Moskau - Peking ist für die derzeitige US-Administration ein Grauen. Die EU hat ein Wirtschaftspotential, das dem amerikanischen ebenbürtig ist und im Finanzbereich scheint der Dollar auch nicht mehr vollständig als Leitwährung zu funktionieren. Die Börsen reagieren zwar noch klassisch, aber da der Einfluß der US-Administration auf WTO und Weltbank in den letzten Jahren sank und nur der IWF noch US-dominiert ist, wird der Handlungsspielraum für die USA kleiner. Nicht umsonst wird versucht neue Feindbilder ideologisch aufzubauen. Es ist zu vermuten, das auf der einen Seite z.B. Drogenhandel verdeckt unterstützt wird, um ihn offiziell auf der anderen Seite bekämpfen zu können. Mit den internationalen Vereinbarungen gegen den Drogenhandel versucht die USA eine Koalition zu schmieden, die diese Feindbilder als Legitimation verwendet, um Wiederstandsbewegungen gegen den Imperialismus der USA zu diskreditieren. Das gleiche gilt übrigens für den Terrorismus. Das durch diese Vorgehensweise der Demokratie ein Bärendienst erwiesen wird, ist offenkundig. Mittlerweile ist der Antiamerikanismus auf dem Vormarsch und die Zuspitzung durch die Definition von Schurkenstaaten setzt der Sache die Krone auf. Wie anders ließe sich sonst die Verteilung der Entwicklungshilfe der USA erklären? Bis 2003 schrumpfte dieser Etat und selbst nach den angekündigten Erhöhungen wird 2005 weniger als 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreicht. Schon vor 30 Jahren bat die UNO die reichen Länder 0,7 Prozent für die Entwicklungshilfe auszugeben. Der Hammer ist aber, wie schon erwähnt, die Verteilung. Ich wäre nie darauf gekommen Israel als Satelittenstaat der USA zu bezeichnen, hätte ich nicht in den letzten Tagen im Buch von Michael Mann, Die ohnmächtige Supermacht, lesen müssen, wie diese Verteilung angelegt ist. Israel gehört zu den 20 reichsten Ländern und erhält ein drittel der US-Entwicklungshilfe. Ägypten bekommt ein fünftel danach kommt das winzige Land Jordanien und dann erst Russland und Indien. Bei weiterer Analyse, die im erwähnten Buch nachzulesen ist, ist das allerdings noch nicht alles. Erschreckend sind die Zahlen, wenn der ProKopf-Anteil der Entwicklungshilfe erwähnt wird. Ein Israeli profitiert dann mit 500 Dollar pro Jahr und eine Afrikanerin südlich der Sahara kann durch die angekündigte Erhöhung von 3 auf 10 Cents kaum eine Verbesserung bemerken. Es fehlt wirklich noch dieser Afrikanerin zu sagen: Gib nicht alles auf einmal aus. ;-(
Hinzu kommen Militärhilfen für die Unterstützung des Antiterror und Antidrogenkriegs. Auch kann Israel frei entscheiden wofür die Milliarden ausgegeben werden während alle anderen Länder akribisch Buchführen müssen und Waffen ausschließlich von den USA beziehen dürfen. Die Ölstaaten und andere reiche Länder unterstützen, finanzieren durch ihr Kapital die amerikanische Wirtschaft und solange der Dollar die Leitwährung bleibt und 80% des Welthandels an der NewYorker Börse gehandelt werden, kann sich die USA einen gewaltigen Schuldenberg leisten. Unsere Sparprobleme sind dagegen scheinbare Peanuts. Doch je mehr Schulden wir aufhäufen, desto größer wird unsere Abhängigkeit vom US-dominierten Finanzsektor.
Schauen wir hinter die Kullissen, dann verstehen wir viel besser was mit Freihandel, mit dem freien Fluß des Geldes gemeint ist. Freiheit besteht dann nur da, wo die Vorherrschaft der Supermacht anerkannt wird. Aber was ist das schon für eine Freiheit.

10.12.2003 - Irak-Krieg Tag 149 - globaler Wirtschafts-Krieg Tag X+46

Immer wieder diese frustrierenden Gespräche über Drogen führen. Dabei ist es so einfach zu begreifen was da los ist.
Nicht das ich Drogen befürworten wollte, aber der Umgang und diese Scheinheiligkeit der sogenannten Drogenbekämpfer stinken zum Himmel.
Allein die Nachrichten über den "Drogen-Krieg" oder den "Drogenfunden" der Polizei oder... lassen die Emotionen hochkommen. Die Gehirnwäsche geht aber ständig weiter. Da werden einzelne Drogen so in der Öffentlichkeit präsentiert, als wenn es des Teufels persönliche Begleiter sind und andere Suchtgefahren gehen vollständig unter, oder besser unterliegen kollektiver Verdrängung. Selbst der Jahresbericht der Bundesregierung, der die Zahlen offenbart zeigt, das nur ein winziger Bruchteil der "Drogentoten" an illegalen Drogen sterben. Immerhin werden heute Medikamente und Alkohol ebenfalls in dieser Statistik geführt.
Ist den Menschen eigentlich noch klar woher der Begriff Droge stammt?
Ich erinnere mich jedenfalls noch an die Geschäfte die Drogerien hießen. Und Drogeriemarkt sollte doch wirklich noch im Sprachgebrauch sein oder?
Im Lexikon steht es jedenfalls noch: Drogen sind Rohstoffe zur Arzneimittelherstellung.
Warum also ist es für die Berichterstattung so schwer den Begriff genauer zu fassen und von "illegalen" Drogen zu sprechen?
Oh, sollte das etwas zu verräterisch sein und die Aufmerksamkeit darauf lenken, das es einen legalen Drogenhandel gibt?
Es ist schon eine Weile her als Alkoholhändler mit einem internationalen Steckbrief gesucht wurden. Ach stimmt den gab es da vermutlich noch nicht mal.
Heute denken viele, wo doch Bush sich so für den Krieg gegen die Drogen einsetzt, das diese "bösen" Drogenhändler verurteilt gehören, doch die eigentliche Gefahr, die Sucht, lauert auch außerhalb der illegalen Sphäre überall.
Da sind die Kids die schon mehr Fernsehen als draußen spielen. Da sind die sogenannten Hyperaktiven Kinder die mit Medikamenten ruhig gestellt werden, weil die Schulanforderung zur Erlangung eines entsprechenden Abschlusses nicht kompensiert werden können. Da ist der Druck der Medien, die die Menschen mit überflüssigen Informationen im Wettstreit der Einschaltquoten überfluten. Da sind an jeder Ecke Spielhöllen, in denen die Spielsüchtigen noch in einer realen Öffentlichkeit beobachtet werden können und da sind die Internetspielhöllen, die die Verschuldung der Spielsüchtigen quasi anonymisieren. Und da sind die kleinen Aufputscher und Downer, die für jeden Zugreifbar sind. Und die vielen Kaufhäuser, die die Menschen annimieren sollen zu kaufen, machen es einem wirklich nicht leicht das Konsumsoll nicht zu übersteigen.
Das eigentliche Problem ist nicht die Droge, sondern die Sucht, und das wissen die Verantwortlichen, aber damit ließe sich keine Wahl gewinnen. Wieviele an den Süchten unserer Bevölkerung verdienenden Berufszweige gibt es eigentlich?
Nun ich kann überhaupt nicht fordern, das all diese für die Sucht verwandten "Mittel" verboten werden, das wäre nicht nur utopisch, sondern mehr als kontraproduktiv.
Da ist dann die Frage der Suchtprävention durchaus ernst zu nehmen, nur wenn ich einen Teil der Suchtmittel illegalisiere, habe ich kaum einen Zugriff auf die Konsumenten und kann ihnen nicht helfen mit ihrer Sucht fertig zu werden. Zumal das Verhältnis der Folgen mancher illegaler Drogen zu z.B. Alkohol dermaßen negativ für den Alkohol ausgehen, das von Gerechtigkeit nicht gesprochen werden kann.
Auch hier wird wieder in der Öffentlichkeit mit zweierlei Maß gemessen. Sowohl Alkohol als auch Nikotin haben erhebliche Folgen für die Gesundheit. Ein übermaß erzeugt bei Alkohol-Genuß egal wie alt der Probant ist Gehirnschäden, doch es werden bezüglich Canabis Studien vorgewiesen, die nachweisen können, das Menschen in der Pubertät Gehirnschädigung bekommen können. Das ab einem bestimmten Alter keine Gehirnschädigungen mehr erfolgen oder nicht nachweisbar sind, wird verschwiegen und der Vergleich mit Alkohol gar nicht erst gemacht. Canabis(Hanf, Haschisch) gehören zu Drogen, die um ein Vielfaches weniger gefährlich sind als Alkohol, aber Hanf ist illegal.
Ganz egal, ob nun Haschisch in naher Zukunft freigegeben wird oder nicht, ist doch die Auffassung, das es illegale Drogen geben muß, nur um die dumme Drogenbekämpfer sinnlos zu beschäftigen und die Öffentlichkeit von den eigentlichen Tatbeständen der Sucht abzulenken ein Argument, das sich ein Alkohol oder Zigarettenhersteller wünscht.
Weitere Studien haben gezeigt, das richtig dosierte und Wirkstoffreine Drogen in der Regel kaum schädliche Nebenwirkungen haben, doch wie soll auf dem illegalen Markt die Reinheit garantiert werden, wie soll der illegale Konsument aufgeklärt werden über richtige Anwendung?
Fragen die von den Politikern kaum beantwortet werden können, es sei denn die Legalisierung würde angestrebt.
Aber der Staat hat nunmal eine Verpflichtung auch den Süchtigen gegenüber. Deren Unversehrtheit muß er schützen. Warum weigert sich der Staat aber die notwendigen Qualitätsprüfungen möglich zu machen? Doch halt kein Gedanke ohne Amerika. Schließlich haben wir es der Besetzung von Afghanistans zu verdanken, das der Anbau von Mohn dort wieder floriert. Ja, ja die Ölpipeline ist jetzt gesichert und zusätzlich müssen weitere Mittel für die Drogenbekämpfung bereitgestellt werden. Jede Regierung die sich den Ansprüchen der Antidrogenkrieger wiedersetzt hat keine leichte Amtsführung vor sich. Da kommen wir auf die Gründe, die zum internationalen Verbot des Drogenhandels führen. Es gibt keine Gründe, die einer Prüfung tatsächlich standhalten, es sei denn wir akzeptieren, das es bestimmten Gruppen dadurch möglich wird auf einer zweite Handelsebene Geschäfte zu machen, die der Öffentlichkeit vorenthalten werden sollen. Zu nennen wären der Waffenhandel der Menschenhandel und die Prostitution, die immerwieder entdeckten Tätigkeiten von Geheimdiensten, um an inoffizielle Gelder zu gelangen für inoffizielle Waffenkäufe oder inoffizielle Unterstützung von Opositionsgruppen zur Destabilisierung von nicht-freundlich-gesinnte Staaten.
Da liegen meiner Meinung nach die Hauptgründe warum Drogen verboten sind. Es ist nicht der Schutz der Bevölkerung der immer wieder hervorgehoben wird, sonst müssten Zigaretten und Alkohol ebenfalls und dringender verboten werden und eine Reihe von Medikament müßten verboten werden, die Spielhallen müßten abgeschafft werden und es müßte eine Beschränkung von Fernsehzeit existieren und vieles mehr.
Aber wenn ich Weltherrscher werden wollte, ja dann würde ich die Drogen verbieten und ich würde dennoch damit Geschäfte machen und bestimmte Drogen würde ich legal verkaufen, solche die dumm im Kopf machen und ich würde neue gefährlichere Drogen erfinden und Wege finden sie zu verkaufen ob legal als Medikament oder illegal als Koka für arme Menschen(Craig).
Ja das würde ich tun.
Aber ich will kein Weltherrscher werden. Darum prophezeie ich, das erst nach einer kontrollierten Freigabe aller Drogen und einer begleitenden Aufklärung die negativen Folgen des Verbots beseitigt werden können und das dann plötzlich Länder wieder zu kulturellen Oasen werden, die heute unter Militärregimen oder der Okupation der USA leiden.
Nein der Nikolaus hat mir keine Haschischplätzchen in die Stiefel gesteckt. :-) Aber die Dose Tabak steht auf dem Tisch und obwohl ich weiß, das das Nikotin an den selben Rezeptoren meines Gehirns andockt, wie Heroin muß ich zwangsneurotisch (weil vom Staat verordnet) Tabak rauchen anstelle der illegalen Droge Hanf fröhnen zu können.
Inzwischen ist zwar der Konsum tolleriert, aber woher nehmen da der Handel illegal ist?
In einem Selbstversuch habe ich vor Jahren in einem Land wo lockerer mit Canabis umgegangen wurde festgestellt, das ich weniger rauchen würde, wenn ich Hanf rauchen dürfte. Doch mein Staat zwingt mich eine schädlichere Droge zu nehmen. Dankeschön liebe Gesundheitsministerin und entschuldigen Sie wenn ich sie fortan Krankheitsministerin nennen werde.
Genau das würde ich gerne dieser Frau mitteilen und wenn ich Geld hätte würde ich jede Möglichkeit prüfen lassen den Staat auf Schadenersatz zu verklagen wegen erzwungener Ersatzbefriedigung und daraus folgender Schädigung der Lunge und der Psyche, denn Canabis kann auch in Plätzchen und anderen Gerichten konsumiert werden, es hilft gegen grünen Star und gegen Apetitlosigkeit.

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