Willkommen Gast. Bitte Einloggen

   NeuesForumMilanum
unabhängige Plattform für die Selbstverwaltung Milanstation
und die Vereinigung natürlicher Menschen
zur Förderung universeller Menschenrechte
 
  ÜbersichtHilfeSuchenEinloggenPN an Administrator Milanstation VNM altesForum runde Tische  
 
Entfaltung der Persönlichkeit und das soziale Wesen (Gelesen: 320 mal)
freierMilan
*****
Offline


Der Betreiber der Site
mischt halt auch mit
:-)

Beiträge: 8401
Freiland, Weg der Freiheit 1
Entfaltung der Persönlichkeit und das soziale Wesen
10.02.2015 um 12:36:33
Zitieren 
Ich komme nun zum zweiten Set des Menschheitsrechts, in dem die Gruppe im Fokus steht und wir können hier bemerken, das eine Querverknüpfung der Artikel existiert. Ich erwähne auch gleich noch den dritten Set, um zu verdeutlichen, wie die drei Sets zusammenhängen.

Zusatz 1 Artikel 1 - Die Würde des Menschen im Rahmen der Gemeinschaft,
Zusatz 2 Artikel 6 - Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit des sozialen Wesens Mensch
und
Zusatz 3 Artikel 11 - Überlebensgemeinschaft
hängen zusammen.
sie stellen den Menschen als individuum als soziales Wesen und als Art-Wesen dar und zeigen auf wie dieses Verhältnis jeweils geschützt werden sollte.

Diese wichtige Information zeigt uns, das ein einzelnes Recht oder eine einzelne Pflicht immer mit allen anderen zusammenwirkt und manchmal auch gegeneinander wirken kann.
Ein einzelner Fall, eine komplexe Situation beinhaltet immer verschiedene dieser einzelnen Rechte und Pflichten und die Aufgabe eines Richters besteht einerseits darin, diese verschiedenen Ansprüche zu erkennen und darzulegen und dann einen Ausgleich einmal im Recht selbst, aber auch zwischen möglichen Konfliktparteien, die nicht einmal alle beim Verfahren direkt beteiligt sind, zu bewirken.
Im Friedensrecht wir immer erwartet, das der Richter eine Lösung des Konflikts bewirkt und im Schadensfall einen Ausgleich.
Eine Regelübertretung ansich, wie im Herrschaftsrecht, ohne das ein Schaden entsteht, kann im Friedensrecht zwar gerügt werden, aber kann nicht zu einer Strafe führen, denn eine Strafe ist keine Lösung, sondern setzt in der Regel einen Rache- oder Vergeltungs-oder eine Trotz-Handlung ingang. Eine Rüge ist im Friedensrecht verbunden mit einem Engagement das Recht oder die Regel zu verstehen und das Verantwortungsbewusstsein zu stärken.

Ich komme jetzt zum Artikel 6, der ja den 2. Zusatz beginnen lässt.

Aktuelle Fassung:
Artikel 6 - Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit des sozialen Wesens Mensch

(1) Der Mensch hat ein Recht auf Individualität und Sozialität.

(2) Der Mensch ist bestrebt seine Persönlichkeit frei, im Sinne der Menschheitsrechte, auszuprägen.


Es gibt ja inzwischen eine umfassende Debatte im Netz, was es mit dem Begriff Person aufsich hat und wie mit diesem Begriff bisher gespielt wurde.
Der Mensch als Individuum, also als Einzelwesen, ist nur Mensch, aber diese Vorstellung ist nur ein Aspekt des ganzen Menschen. Der Mensch ist eben mehr als nur ein Individuum, er ist auch ein soziales Wesen. Als soziales Wesen muss er in der Lage sein sich auf unterschiedlichste Weise zu den anderen Menschen zu verhalten. Einem Bäcker verhalten wir uns anders gegenüber als z.B. gegenüber einem Arzt oder einem Lehrer. Einige denken sie wollten sich allen Menschen gegenüber gleich verhalten, Aber wenn sie das so tun würden, wären manche ihrer Unterhaltungen dermaßen unpraktisch und langwierig zu führen, das sehr schnell wieder Rollenverhalten eingefordert werden würde, die weit aus schneller eine Kommunikation über die jeweils gegebenen Anforderungen der Kommunikationspartner ermöglichen können. Rollen sind praktische Notwendigkeit für eine effektive Kommunikation und sie erleichtern uns enorm unser Leben.
Im Recht wurde daher ein Aspekt in den Fordergrund geschoben und im deutschen Rechtskreis ist das etwas sehr besonderes. Es ist der §1 des BGB dort wird definiert: die natürliche Person sei rechtsfähig.
Zum Zeitpunkt, als das eingeführt wurde, war das eine Revolution, denn vorher war nicht jeder Mensch rechtsfähig.  Normale Bürger und Untertanen konnten gegen den Adel quasi nicht klagen. Hinter diesem §1 BGB steht aber noch etwas, was wir nur in älteren Büchern finden können. Dort gibt es Anmerkungen zu bestimmten Wörtern des Paragrafen. Eine dieser Anmerkung zeigt, wie es gemeint ist. Der Bürgerliche Tod wurde verboten mit diesem Paragrafen. Der Bürgerliche Tod ist die Anwendung der römischen Rechtsstatuseinschränkung des capitis deminutio maxima und bedeutet, das dieser Mensch wie eine Sache also ein Sklave behandelt werden konnte. (siehe auch: Capitis deminutio und die Macht der Groß-/Klein-Schreibung)
Und hier ist auch ein anderer Zusammenhang von Bedeutung aus dem englischen Rechtskreis. Der Habeas Corpus Act. Dieser Akt besagt das ein Mensch nicht willkürlich in Haft gesteckt werden kann, sondern einem Richter in einer bestimmten Zeit vorgeführt werden muss. Zu seiner Zeit war dies ebenfalls eine Revolution, weil es dem englischen König dadurch verboten wurde willkürlich jemanden einzukerkern.
Heute versuchen verschiedene Gruppen, die Person als etwas negatives hinzustellen und das nicht ohne Grund. Es gibt nämlich noch eine andere Art von Person, die juristische Person, die aber nicht ohne eine natürliche Person handlungsfähig ist. Jeder Verein ist eine juristische Person und der Vorstand oder der Kassenwart sind Funktionen dieser Juristischen Person aber sie handeln, weil sie natürliche Personen sind und Funktionsträger der juristischen.
Wir sind also Menschen, die natürlicher Weise eine Rolle spielen und dazu eine Maske (Person) aufsetzen, um praktisch unser soziales Wesen leben zu können und werden dann im Recht als natürliche rechtsfähige Person wahrgenommen und formiert und dann innerhalb einer juristischen Person zu den Funktionsträgern.
Der Gedanke der oben angesprochenen Gruppen ist, das sie ja nur die Rechtsfähigkeit der natürlichen Person aufgeben bräuchten und schon wären sie vom Recht nicht mehr erreichbar. Konsequent müssten sie dann aber auch die Fähigkeit Person zu sein aufgeben, was allerdings nicht wirklich geht. Sie übertragen sozusagen die Fähigkeit Rollen einzugehen in den Menschen und lehnen den Begriff Person (Maske) ab, um aus dem Recht zu entfliehen. Und damit tun sie niemanden einen Gefallen auch nicht sich selbst.
Sie geben den Begriff natürliche Person auf, der uns als Werkzeug unserer Entfaltung dienen kann und uns sogar ermöglicht uns selbst zu heilen(Gestaltteraphie, Familienaufstellung), wenn wir traumatisiert wurden, der uns befähigt empathisch andere Menschen in uns zu nehmen, um deren Würde erfahrbar zu machen. Erst wenn wir die Fähigkeit besitzen das DU als ein DU zu empfinden sind wir in der Lage die Würde zu respektieren.

Absatz 1 definiert, das der Mensch nicht nur ein individuum ist, sondern auch ein soziales Wesen. er hat also ein Rechtsanspruch auf beides.
Absatz 2 definiert und schränkt sogleich ein, denn das Recht seine Persönlichkeit, also das Rollenrepertoire zu entfalten oder auszuprägen wird auf das Menschheitsrecht eingeschränkt.
Was noch zu erwähnen bleibt ist die Vertragsfreiheit, die auf diesem Artikel beruht, denn mit der Entfaltung der Persönlichkeit ist ja ein Handlungsrecht verbunden und dieses wiederum bedeutet, das jeder mit jedem frei Verträge eingehen kann. Deshalb wird dann die genaue Formulierung wieder wichtig.

Inzwischen haben wir ja gemerkt, wie wichtig Worte sind und das ein Gesetz möglichst genau gefasst werden sollte. Da der Begriff Person, wie wir gesehen haben, erst durch Beifügungen exakter zu fassen ist, wurde inzwischen folgende Änderung vorgeschlagen:

(2) Der Mensch ist bestrebt seine natürliche Persönlichkeit frei, im Sinne der Menschheitsrechte, auszuprägen.

Der Grund ist wohl leicht einzusehen, weil es hier tatsächlich ja um natürliche Personen geht und nicht um juristische Personen.
Es ist zwar die Frage, ob da nicht noch rechtsfähig stehen könnte, aber ich meine, das das Friedensrecht hier nicht auf die im Herrschaftsrecht eingeschränkte Form der natürlichen Person als ausschließlich rechtsfähige abzielen sollte, sondern die ganze Person gemeint sein sollte, also auch die Teile, die bisher nicht erfasst sind.

In meinem noch unveröffentlichten 1. Band von Die Partizipathie gehe ich auf die Bedeutung des Begriffes Person und seine Entstehung näher ein und zeige das es ein Begriff ist der mittlerweile zum Wesen des Menschen gehört.

Zum Seitenanfang
 

Für ein Recht auf Partizipation - doch Glauben heißt Handeln, darum nicht nur für das Recht, sondern mit dem Recht auf Partizipation für den Frieden in der Welt.
IP gespeichert
 
Entfaltung der Persönlichkeit und das soziale Wesen
Livevorschau öffnen Livevorschau


Sie können die Größe des Texfeldes ändern indem Sie die Ränder mit der Maus ziehen.
                       
Max. 40000 Zeichen. Noch verfügbar:
Textgröße: pt
Zusatz Optionen verbergen Zusatz Optionen Anzeigen/Verbergen