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Teilaspekte der Würde des Menschen (Gelesen: 246 mal)
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Beiträge: 8401
Freiland, Weg der Freiheit 1
Teilaspekte der Würde des Menschen
05.02.2015 um 12:10:31
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Bei der Konstruktion des Friedensrechts bzw. des Menschheitsrechts war die Aufgaben gestellt
1. Aus drei Blickwinkeln das Recht zu betrachten und die Beziehung des Menschen dabei zu berücksichtigen
2. Von zentralen Begriffen auszugehen, wie der Handlungsfähigkeit, der Würdefähigkeit, der Allgemeingültigkeit und der Zeitlosigkeit aus denen die verschiedenen Aspekte im einklang geregelt bzw. deren Dynamik beschrieben werden sollten
3. Sowenig wie möglich Regeln zu erzeugen auf der Menschheitsrechtsebene
4. Dennoch so verständlich und klar zu formulieren
5. Die Paradigmen-Wechsel zu berücksichtigen
6. Und die Formulierungen so zu wählen das möglichst alle Kulturen alle Weltbilder durch parallele Behandlung von mindestens 4 Transzendensbezügen in den jeweiligen Grundwerten repräsentiert werden.

Nahezu eine unmögliche Aufgabe und mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen.

Hier haben Sie geneigte Leserin und geneigter Leser dennoch einen Eindruck, was berücksichtigt werden sollte, wenn es sich um ein Menschheits- und Friedensrecht handelt.

In diesem Blogeintrag geht es nicht um diesen großen Zusammenhang und doch ist er der Kontext indem nun ein Teilaspekt die Hauptrolle spielen soll.

Wir hatten mit Artikel 1 die Würde und ihr Schutz (Würde allgemein), im 2.Artikel die Minimierung von Gewalt (Handlungsfreiheit) und im dritten Artikel das Streben nach Wahrheit (Verhältnis von Handlung zur Würde) zum Thema gemacht und der 4. Artikel befasst sich mit einem Teilbereich des Wesens Mensch indem Gedanken, Gewissen und Glauben, also wesenhafte Eigenschaften/Fähigkeiten/virtuelle Bereiche betrachtet werden.

Wir betrachten diese Bereiche als ein Teilausdruck der Würde und deshalb sind wir verpflichtet uns dem Schutz dieser Teilbereich zu widmen. Artikel 1, 2 und 3 gebieten uns das gewissermaßen. Aus den vorher allgemeineren Formulierungen gewinnen wir nun eine Form der Behandlung dieses Teilaspekts.

Zur aktuellen Formulierung:

Artikel 4 Gedanken-, Gewissens- und Glaubensfreiheit

(1) Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Glaubensfreiheit.

(2) Dieses Recht schließt sowohl die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in der Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen als auch die Pflicht, bei Wahrnehmung dieser Rechte die Traditionen, Gewohnheiten und die Harmonie in der Gemeinschaft nicht zu verletzen.

(3) Die Einhaltung der Menschen- und Grundrechte gehen der Glaubensfreiheit vor.

 
auch bei diesem Artikel gibt es inzwischen kleine Änderungsvorschläge zur Formulierung, die allerdings noch keine wirklichen Schwierigkeiten im Gebrauch des Rechts zeitigten, dennoch weise ich darauf hin und über die neuerliche Fassung als Vorschlag. In einem Informisten-Kommentar wurde angemerkt, das Gesetzestexte erst dann geändert werden sollten wenn sie in der Realität zu Schwierigkeiten führen würden. Dieses ist ein starkes Argument. Da wir aber in der Bildungsphase eines völlig neuen Rechtskreises sind gäbe es dazu auch das Argument, das wir die hinzutretenden Menschen mit ihren Einwänden und Ideen andererseits berücksichtigen sollten und nicht auf die Starrheit einer einmal gefassten Formulierung beharren sollten. Vor allem wenn alle Aspekte dafür sprechen das dies eine Verbesserung ist.

Im Kommentar bei der aktuellen Fassung dieses Artikels steht, das die ersten beiden Absätze 100% identisch mit denen der UN-Charta sind. Mt der Änderung ist dies für Absatz 2 nicht mehr der Fall.
Weiterhin steht dort das Absatz 3 hinzugekommen ist und es wurde mir die Frage gestellt, warum hier nur die Glaubensfreiheit erwähnt wird und die Gedanken und Gewissensfreiheit nicht.
Um das zu klären ist es wichtig sich die Unterschiede dieser drei Freiheiten bewussßt zu machen.
Gedankenfreiheit betrifft das tiefste Wesn des Menschen, Niemand kann wegen seiner Gedanken für irgendetwas belangt werden. Setzt er seine Gedanken in Handlungen um realisieren sich diese Gedanken in der Wirklichkeit und obliegen dann der Handlungsfreiheit. Die Handlungsfreiheit ist aber nur dann gewährleistet wenn in den Gedanken auch die Würde der anderen mit der Handlung im Einklang stehen. Dadurch greift in diesem Fall Artikel 1-3. Wir können sozusagen niemanden verbieten den Gedanken zu haben jemanden umzubringen aber wir können eine Umsetzung einer solchen Tat veruteilen bzw. Verbieten.
Die Gewissenfreiheit ist die nächste Reflexionsebene hier wird von einer inneren Instanz ausgegangen die bereits urteilt und aus dem Menschen selbst agiert. Aus Gewissensgründen können bestimmte Handlungen vollzogen werden die auch gegen das Gesetz gerichtet sein können, nämlich dann wenn das Gesetz ungerecht ist oder wenn eine Rechtssymetrie auftritt die spontan gebrochen werden muss. dies spielt dann eine Rolle wenn zwei Handlungsalternativen einer gegebenen Situation beide zu einem Schaden führen und ein Entscheidungsnotstand auftritt.
Die Glaubensfreiheit steht im gleichen Kontext und vieles kann schon auf diesen beiden Ebenen abgehandelt werden was sonst oft mit dem Glauben in verbindung gebracht wird. Der Glaube ist aber mehr, Er ist ein in der Regel ein Glaubenssystem das aus verschiedenen Teilaspekte zusammengesetzt ist und wird in der Regel durch eine äußere Lehre ausgedrückt. Solange der Mensch seinen Glauben in sich lebt gibt es wie bei den anderen beiden Freiheiten kein Problem. Wenn aber der Glaube als Grund einer Handlung angeführt wird ist es sehr viel einfacher sich auf die äußere Lehre als Autorität zu beziehen und daher ist es wesentlich schwieirger den persönlichen Glauben von der den Glauben begleitenden Lehre zu trennen.
Wäre die Trennung in jedem Falle gegeben wäre eine Unterscheidung von Gewissensentscheidung und Glaubensentscheidung nicht mehr von nöten.

Das dieser Punkt möglicherweise irgendwann einmal eine Änderung erfährt wenn die Menschen die Herrschaft aus den religösen Systemen entfernt haben, halte ich durchaus für möglich, aber im Moment sehe ich da noch keine sofortige Lösung. Auch ist die Argumentation bezüglich der Gedanken und Gewissensfreiheit noch sehr dünn und ich erwarte hier ebenfalls noch einige Runden tiefergehender Diskussionen. Dennoch meine ich das die neuformulierung und auch schon die aktuelle Fassung der Situation gerecht sind und beitragen können die religiöse Gewalt zu minimieren.

Hier nun der Entwurf einer zweiten Fassung:
Artikel 4 - Gedanken-, Gewissens- und Glaubensfreiheit

(1) Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Glaubensfreiheit.

(2) Dieses Recht schließt sowohl die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder im Zusammenwirken mit anderen, öffentlich oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen als auch die Pflicht, bei Wahrnehmung dieser Rechte die Traditionen, Gewohnheiten und die Harmonie im Zusammenwirken nicht zu verletzen.

(3) Die Einhaltung der Menschenheitsrechte gehen der Glaubensfreiheit vor.


Außerdem möchte ich noch hinweisen auf einen kürzlich hier im Forum erstellten Index über Themen des Friedensrechtes der ständig erweitert werden soll.
Übersicht und Index der Diskussionen, Rechtstexte, Artikel und Quellen zur Orientierung im Friedensrecht
Und ein zweiter Hinweis: Bei den Informisten habe ich begonnen die einzelnen Artikel in aktueller Fassung und die Entwürfe in Form von einführenden Blogeinträgen und Befragungen zur Diskussion zu stellen. Um an den Befragungen teilzunehmen muss ein Informisten-account angelegt werden. Es bietet sich hier die Chance das Friedensrecht mehr in das öffentliche Bewusstsein zu bringen. Dort erhaltene Anregungen werde ich natürlich auf dem ForumMilanum einarbeiten soweit es meine Kapazitäten zulassen.

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