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Wahrheit oder Wahrhaftigkeit? (Gelesen: 207 mal)
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Freiland, Weg der Freiheit 1
Wahrheit oder Wahrhaftigkeit?
01.02.2015 um 16:12:50
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Die Aufmerksamen Leser und Leserinnen werden schon bemerkt haben, das ich in meinem Blog noch einmal jeden Artikel des Menschheitsrechtes oder Friedensrecht an- und bespreche. Manche könnten sagen "Jetzt fängt er schon wieder damit an" andere werden es begrüßen das weiter an und mit diesen Rechten gearbeitet wird und für die meisten neuen hier wird es vielleicht ein Einstieg sein in die Rechtsdiskussion überhaupt.

Diesmal beschäftige ich mich wie der Eintragstitel schon sagt mit Wahrheit und Wahrhaftigkeit.
Der zum Thema zugehörige Artikel ist die Nummer drei:
aktuelle Fassung:
Artikel 3 - Das Streben nach Wahrhaftigkeit


(1) Es gibt keine von Menschen erkennbare, objektive und eindeutige Wahrheit.

(2) Das Streben nach Wahrheit bedingt gleiche Rechte für jeden Menschen.

(3) Im Streit Falle muss ein rechtsstaatliches Verfahren im Sinne der Menschenrechte jedem Betroffenen zugebilligt werden.


Wahrhaftigkeit impliziert das Streben nach Wahrheit und da muss folglich gleich die Frage auftauchen "Welche Wahrheit?"

In meinen Texten weise ich immerwieder darauf hin, das es eine eindeutig objektive Wahrheit nicht gibt. Und führe in der Regel Kurt Goedels Unbestimmtheitstheorem als geisteswissenschaftliche These an die das bellegen kann.
Für diejenigen die sich nun nicht unbedingt mit einem solchen Werk beschäftigen wollen möchte ich meinen Standpunkt zum Begriff Wahrheit erklären.
Dazu einige Vorinformationen:
Bewusstseins-Philosophisch gesehen können wir heute die durch Herrn Metzinger vertretene Differenzierung zweier Perspektiven zur Hilfe nehmen.
Er geht davon aus, das es eine Erste-Person-Perspektive(EPP) gibt. Was ist das?
Die EPP besagt das ich eine völlig insividuelle Perspektive auf die Welt habe die ich mit niemanden exakt teilen kann. Es ist  also ein völlig subjektiver Blickwinkel mit dem ich die Welt betrachte. Meine ganz persönliche Wahrheit also. Aber wie wir wissen kann diese Wahrheit trügerisch sein. Optische Täuschungen z.B. können meine Einschätzung einer Situation verzerren, Traumas können bewirken das ich bestimmte Dinge nicht wahrnehmen oder empfinden kann usw.
Über die subjektive Wahrheit kann es mir grundsätzlich nicht gelingen die Wirklich exakt zu sehen.

Schau ich nun einmal die zweite Perspektive an, die Dritte-Person-Perspektive (DPP). Dies bedeutet das ich mit anderen zusammen etwas beschreibe und dabei Worte und Methoden verwende auf die wir uns geeinigt haben. Durch Vereinbarungen setzen wir also bestimmte Orientierungpunkte und verwenden Methoden die wir eindeutig bestimmen können. Je mehr wir in unserem Blickwinkel aufnehmen im extrem fall die ganze Welt desto komplexer werden die Methoden und die erhobenen Daten erreichen schnell astromische Ausmaße. Abe einer bestimmten Größenordnung müssen (und das ist dann das Unbestimmtheitstheorem praktisch ausgedrückt) die aufgestellten Relationen rückbezüglich werden und daher können wir mit der wissenschaftlichen Methode letztlich auch wieder nicht die Wirklichkeit beschreiben weil unsere Anfangsvereinbarungen nur einen Teil der Möglichkeiten erfassen können.
Wir können wissenschaftlich gesehen also nur die Werkzeuge mit denen wir etwas beschreiben eindeutig beschreiben.
Eine dritte Form der "Wahrheit" (religiöse Wahrheit) beruht auf Setzung bestimmter Annahmen im Sinne eines Glaubenssatzes, auch hier wird natürlich sofort klar das durch Setzung von Anfangsannahmen trotz ihrer Möglichen Schlüssigkeit keine eindeutig und objektive Wahrheit erzeugt oder beschrieben werden kann.

Das ist unser Dilemma: Wir sprechen von Wahrheit, ja von mehreren Wahrheiten obwohl wir wahrheit im absoluten Sinne nicht erfassen können.
Das ist dann meist der Moment der Erkenntnis wo die Menschen dazu neigen den idealisierten Begriff abzuspalten. Nur ein Gott oder das Universum weiß die absolute Wahrheit.

Aber anstatt nun demütig zu sein und die eigenen Unvollkommenheit zu akzeptieren beginnen die Leute zu streiten, was denn nun die Wahrheit ist.
Der Begriff Wahrheit oder die Vorstellung als ob es eine absolute Wahrheit geben würde ist mindestens eine der Grundlagen von Konflikten, Streits und Krieg.

Würden wir die Bescheidenheit besitzen und zugeben das wir nicht in der Lage sind die Wahrheit sagen zu können würden wir ganz anders kommunizieren können.
Wir würden plötzlich erkennen, das die Kommunikation nicht dazu da ist die Wahrheit zu finden, sondern sie ist dazu da den Frieden zu erfinden!!!
Warum schreibe ich erfinden? Weil es ebenso keinen eindeutigen objektiven Frieden geben kann Zwinkernd

Wir haben uns bei der formulierung des Artikel 3 also diesem Dilemma gestellt und verstanden das erstens dieser Fakt erwähnt werden muß (Absatz 1 "Es gibt keine von Menschen erkennbare, objektive und eindeutige Wahrheit.") dann haben wir dargelegt, das wir nur die Möglichkeit haben zu einer Wahrheit zu streben die aber dem Grunde nach nicht erreicht werden kann (Absatz 2: Das Streben nach Wahrheit bedingt gleiche Rechte für jeden Menschen.) und stellten dabei fest das eben dieses Streben nach Wahrheit eine Grundlage jeden Friedensrecht sein muss und dann haben wir eingebracht das der Mensch nicht willkürlich dieser Situation ausgeliefert sein darf sondern eine Verfahren existieren muss nachdem wir gerecht einen Konflikt behandeln können (Absatz 3: Im Streit Falle muss ein rechtsstaatliches Verfahren im Sinne der Menschenrechte jedem Betroffenen zugebilligt werden.)

Und inzwischen, seit dem wir weiter in den Tiefen und Abgründen der Worte gewühlt und geforscht haben sind wir wieder etwas schlauer geworden und haben feststellen müssen das da gerade i Absatz 3 noch Worte verwendet werden die belastet sind.

Eine Diskussion zur Veränderung dieses Artikels findet bereits statt und ich werde hier nur darauf verweisen und die bisher entwickelte neue Fassung zitieren die m.E. die höchste Wahrscheinlichkeit besitzt umgesetzt zu werden:

Aktueller 3. Absatz:
(3) Im Streit Falle muss ein rechtsstaatliches Verfahren im Sinne der Menschenrechte jedem Betroffenen zugebilligt werden.

Neue Fassung:
(3) Im Streit Falle muss ein rechtssicheres, aber auch gerechtes Verfahren im Sinne des Menschheitsrecht jedem Betroffenen zugebilligt werden.


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