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Folgenträger - Anti-Larkin (Gelesen: 286 mal)
freierMilan
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Der Betreiber der Site
mischt halt auch mit
:-)

Beiträge: 8401
Freiland, Weg der Freiheit 1
Folgenträger - Anti-Larkin
30.01.2015 um 01:41:25
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Was bedeutet es eigentlich, wenn ich immer wieder sage, das eine kleine Gruppe Soziopathen es geschafft haben soziopatische Strukturen zu bauen und das die eigentlich Gesunden in diesen Strukturen zu Zwangsneurotikern werden?
4% Soziopathen, 4% Gesunde und 92% Zwamgsneurotiker.
Wäre es so einfach, wie es sich fast statistisch anhört und setzen wir voraus, das Zwangsneurotiker noch einfacher heilbar wären, dann gäbe es auch Hoffnung die Welt zu wandeln.

Es ist aber schlimmer als es sich in diesem Zahlenverhältnis zeigt - Schlimmer für den der Betroffen ist.

Zwar gibt es weniger starke Zwangsneurosen und stärkere, aber das eigentlich schlimme daran hat Phillip Larkin auf den Punkt gebracht in wenigen Zeilen und war sich vielleicht nicht bewusst, was er da in die Welt schrie.

"Sie machen dich krank, die dich zu Welt gebracht.
Vielleicht nicht mit Absicht, doch bei Tag und Nacht.
Sie lehren dich, wie sie zu sein und zu denken
und vergessen nicht, dir neue Fehler zu schenken."

Philip Larkin

Das original sieht ein wenig anders aus:

They crappity smack you up, your mum and dad,
They may not mean to but they do
They fill you with the faults they had
An add some extra just for you.


Euch wird vielleicht der Unterschied zwischen deutscher Übersetzung und englischem Original aufgefallen sein, vielleicht habe ich aber auch ein anderes englisches Original übersehen, das dem deutschen Text näher kommt, aber entscheidend bleibt der depressive Charakter und der Hass der zwischen den Zeilen hervor dringt. In der deutschen Fassung ist er lyrisch versteckter dargestellt.
Ich kenne Larkins Leben nicht genug und auch sein Werk bleibt mir bisher verschlossen, aber diese Zeilen lassen mich vermuten, das es zumindest, wenn er nicht selbst mit Problemen mit seinen Eltern zu tun hatte mindestens häufiger beobachtet haben muss, was er beschrieb.

Auch ich kann diesen Selbsthass, der aus dem "ich bin ja wie meine Eltern" erwächst , ständig bei den verschiedensten Menschen beobachten oder in ihren Texten lesen. Meine eigene Abnabelung von meinen Eltern habe ich zum Glück schon vollbracht und dabei verstanden mich zu integrieren in mir selbst. Bin mir bewusst, das ich Aufgaben zu erledigen habe, die meine Eltern nicht mehr tun konnten und fühle mich nicht mehr gezwungen, sondern durfte mich entscheiden.

Es drückt sich dort in dem Spruch von Larkin der Schmerz aus, den Menschen erleiden, wenn sie durch Strukturen, sei es durch Erziehung der Eltern oder der Schule und Umwelt in ihrem Grundvertrauen zur Welt gestört werden.
Ich sprach schon oft davon, das die industrialisierte Geburt einen Großteil dazu beitrug Menschen für das Leben mit Mißtrauen zu füllen, das das ganze Leben anhält.
Irgendwie müssen Menschen damit klar kommen und viele schaffen es, aber sie geben oft genau diese Einstellung weiter an ihre Kinder und nur die vielfältigen Möglichkeiten neuer Kontakte kann über Generationen die traumatischen Programmierung mildern und mitunter zum Verschwinden bringen. Familienneurosen haben vielfältige Ausprägungen und da Familien und kleine Gemeinschaften von dem Wirtschaftsbonzen nicht gewollt sind, wird die Zerstörung der Familie in dieser Form sicher noch gefördert.
Genderismus und industrielle Geburt führt zu weiterer Entfremdung und Vereinsamung in der Welt. Die Menschen haben bald niemanden mehr, dem sie Vertrauen entgegen bringen können,
außer vielleicht ihren Therapeuten, der das aber nicht aus liebe tut, sondern aus finanziellem Interesse - das wird dann professionell genannt.
Aber wenigstens was -  setzen wir doch schon im normalen Leben die Theoriebrille auf, um die Emotionen nicht an uns herankommen zu lassen.
Nicht nur Sozio- und Psychopathen können ihren Nachkommen ihr Leid vererben. Zwangsneurotiker verfestigen die Neurose von Generation zu Generation.
Aber vergessen wir nicht das Gegenteil, so wie die Eltern ihre Fehler den Kindern vererben, so geben die Eltern den Kindern auch ihre "guten" Fähigkeiten weiter.
Es dauert nur, bis Kinder gelassen genug sind im Spiegelbild in die Eigenschaften ihrer Eltern zu schauen.
Nein ein Clone sind sie nicht, aber oft erschrecken sie und sehen das, was sie nicht sehen wollen, was sie nicht mochten an ihren Eltern und dort beginnt auch ein Hass gegen sich selbst. Überträgt sich vom Hass auf die Eltern auf den Hass auf sich selbst. Die Gefahr der Abspaltung ist da, wo doch eigentlich eine Annahme sein könnte und dadurch das Eigenleben abgespaltener Inhalte die Situation doch nur schlimmer machen wird.
Aber, wenn wir nur die Beziehung zwischen Eltern und Kinder isoliert betrachten, müssen wir irren. Es ist nicht abzustreiten, das die Umwelt die Strukturen vorgibt, in denen diese Beziehungen ihren Rahmen finden. Und da sind wir wieder bei der einfachen Formel:
4% Soziopathen, 4% Gesunde und 92% Zwamgsneurotiker.
Wer zu den Soziopathen gehört, wird nichts dazutun, das sich etwas daran verbessert. Die Gesunden sind hoffnunglos überlastet, die heilenden Einflüsse zu organisieren und es bleiben nun die Zwangsneurotiker, von denen viele ja vermutlich die Meisten nicht aus den Zwängen alleine sich befreien können. Aber einige sind dazu in der Lage und das kann die 4% Gesunde entlasten und dafür sorgen, das wir nocheinmal die Kurve bekommen vor der endgültigen Vernichtung der menschlichen Art.


Anti-Larkin


So  groß die Aufgaben auch sind, wir werden sie lösen
Wir bauen auf eine friedliche Welt gegen den Willen der Bösen
Mag es auch Generationen noch dauern
Wir bauen fest auf die Freiheitsmauern
Weil wir Verantwortung annehmen und Liebe geben
Können wir zusammen den Teppich des Friedens weben.

bernd matthes 2015
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« Zuletzt geändert: 30.01.2015 um 13:09:32 von freierMilan »  

Für ein Recht auf Partizipation - doch Glauben heißt Handeln, darum nicht nur für das Recht, sondern mit dem Recht auf Partizipation für den Frieden in der Welt.
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