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Frieden und Zufriedenheit (Gelesen: 218 mal)
freierMilan
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mischt halt auch mit
:-)

Beiträge: 8401
Freiland, Weg der Freiheit 1
Frieden und Zufriedenheit
05.01.2015 um 14:29:23
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Hochgeachtete Friedensbewegte

Vieles spricht dafür, das die Menschheit am Rande eines Abgrundes entlangläuft, wenn ich den Medien trauen würde. Allen Ortens Kampf und betrügerische Machenschaften bis hinein in unsere Köpfe und Herzen. Viele Menschen spüren diese Situation ohne sich bewusst zu machen, was da wirklich vorsicht geht, weil das ihnen sofort ungeheure Angst machen würde. Einige Menschen beginnen sich dieser Angst zu stellen und scheitern oft genug daran, das sie bei dem Ausdrücken ihrer Angst andere abschrecken, weil diese nicht dazu in der Lage sind neben den in ihnen verdrängten Ängsten auch noch diese auf sie zukommenden Ängste der anderen aufzufangen. Wie sollte das auch gehen?
Also ernten sie Mißachtung, Diffamierungen und Zurückweisungen und versuchen Gleichgesinnte zu finden, die mit dieser Angst nicht verdrängend umgehen - glauben sie. Doch indem sie versuchen über das, was sie sehen, zu reden vergeht die Angst nicht, sie wird nur an andere weitergegeben, die ebenfalls zuerst auf der Suche nach Bestätigung sind. Gemeinsames Leid scheint halbes Leid. Und wenn erst einmal das Gefühl beseitigt wurde, das das was gesehen wird nicht eine Spinnerei ist, sondern andere die Gefahr ebenfalls sehen, ist wenigstens eine Möglichkeit geschaffen Angstspitzen zu kompensieren in der Gruppe.
Die eigentlichen Angstauslöser sind damit aber nicht verändert. Der innere Druck steigt weiter, die Anzahl der erkannten Faktoren vervielfältigt sich in der Gruppe sogar noch. Kaum jemand beschäftigt sich noch mit Lösungen, weil die Angst machenden Faktoren dauerernd Nachschub erhalten aus der Welt in der sie sich bewegen.
Das schon unter Dauerangststress stehende Gehirn bekommt keine Ruhe mehr, weil es keine Lösung finden kann oder wenn es doch eine Lösung findet, sie nicht umsetzen kann.
Es erscheint so, als müßten erst viele Menschen diese Angst spüren und sich ihr stellen, bevor etwas umgesetzt werden kann, was wie eine Lösung aussieht. Einige werden also doch an Lösungen arbeiten alleine oder mit anderen und werden versuchen diese Lösungen ebenso zu publizieren, wie vorher schon die Angst erzeugenden Nachrichten. Und sie treffen wieder auf Menschen, die bereits voller Angst sind und eine sie bedrohende Nachricht nicht einmal mehr wahrnehmen geschweige denn verarbeiten können. Müßten sie ja auch nicht, weil es jetzt ja um Lösungen geht, aber weit gefehlt, denn etwas Neues zu machen, etwas was nicht gewohntes ist, erscheint den Menschen grundsätzlich zuerst gefährlich. Gefahr - Angst vor dem Neuen. Schon wieder kommen wir nicht weiter. Wer hat sich denn wirklich mal damit befasst, wie das Gehirn mit solchen Vorgängen umgeht? Wozu ist das Gehirn denn da? Wir betreten, wenn wir solche Fragen, stellen ein weites Reich der Theorien aus der Philosophie und in der letzten Zeit auch aus dem Bereich der Neurobiologie. Wer von den Männern und Frauen, die begonnen haben sich dem Wahnsinn dieser Welt zu stellen, hat wirklich Ahnung von dem Organ, mit dem diese Ängste verarbeitet werden?
 
Schauen wir doch mal was da läuft, denn das Gehirn findet immer eine Lösung, auch wenn sie falsch ist Zwinkernd

Das Gehirn besteht aus Nervenzellen, aber wir haben im ganzen Körper Nervengewebe. Mhm ok eine ebenso große Anzahl im Bauch (das "Bauchgehirn") wie im Kopf (das "Kopfgehirn")
und dann noch ein kleines Ansammlung am Herzen (das "Herzgehirn") Ich mach es mir jetzt mal pragmatisch einfach damit, jeder es einigermaßen verstehen kann.
Das Bauchgehirn verarbeitet überwiegend innere Reize und regelt so den Systemerhalten in ihm sind überwiegend die Überlebensprogramme des Systems gespeichert nach denen der Körper funktioniert. Das Kopfgehirn verarbeitet überwiegend die Störungen die von Außen über die Wahrnehmungsorgane festgestellt werden. Es ist also darauf ausgerichtet Gefahren zu erkennen und Ressourcen zu beschaffen Handlungen mit dem Außen zu koordinieren. Das Herzgehirn hat die Aufgabe beide "Gehirne" durch seine Kohärenz-Programme zu synchronisieren.
Aus dem Bauch handeln ist also höchstens dann gut, wenn es um den Erhalt des eigenen Körpersystems geht und auch nur dann, wenn es unseren Eltern gelungen ist die richtigen Programme in uns zu pflanzen bzw. zu erhalten.
Nur mit dem Kopf zu entscheiden, wenn das überhaupt ginge, ist aber auch nicht immer richtig, weil wir dann unseren Selbsterhalt torpedieren würden.
Es ist also schonmal ganz sinnig vom Herzen her zu handeln, weil hier ja wenigstens die beiden anderen Gehirne in zusammenarbeit gebracht sind.
Jedes Nervengeflecht hat eine Haupteigenschaft. Es ist bestrebt eine hereinkommende Störung zu verarbeiten. wir können das am Stoffwechsel messen. Ist keine Störung da ist auch wenig Stoffwechsel. wird eine Störung bearbeitet steigt der Stoffwechsel und sinkt wieder, wenn die erarbeitete Lösung umgesetzt wird.
Wir können das auch fühlen. Solange wir an einer Störung arbeiten, sind wir aufgeregt und in unruhig. Sobald die Lösung erfolgt, beruhigen wir uns und kommen dann zur Ruhe.
In uns macht sich Zufriedenheit breit und manchmal auch außerhalb von uns, wenn die Störung von Außen gekommen ist.
Und da ist das Stichwort "Zufriedenheit".
Zufrieden fühlen wir uns, wenn wir eine Lösung leben können. Aber ist Zufriedenheit mit Frieden gleichzusetzen?
Manche sprechen von innerem Frieden. Ist das vielleicht mit dieser Zufriedenheit gemeint?
Die entsprechenden Personen, die diesen Begriff benutzen, denken wohl, das die innere Ruhe ganz unabhängig vom tatsächlichen Zustand eines Menschen Kraft des Wollens und bestimmter Psychotechniken Meditationen und so weiter, erreicht werden könnte. Es ist ja durchaus möglich den eigenen Zustand so zu beeinflussen, das ein "innerer Frieden" eine innere Ruhe ensteht. Was aber geschieht da?
Fragen wir doch mal die Wissenschaft und die Mönche Smiley
Mönche im Labor

YT-Direkt

In dieser Playlist ist gleich am anfang das Hauptproblem dargestellt. Die Wissenschaftler beobachte, nehmen also den dritte-Person-Blickwinkel ein und die Mönche wollen den introspektiven Blick also die Eine-Person-Perspektive erfassen. Dieser Unterschied ist entscheidend wie uns Thomas Metzinger ja schon verdeutlicht hat in seiner Philosophie des Bewusstsein.
Dieses Problem der Beschreibung lässt sich nicht umgehen.
Im zweiten Teil kommen wir unserer Aufgabenstellung näher. Die wache Präsenz wird es genannt in der ein transparenten Geist erreicht werden soll. Dort erkennen wir bereits, das die Einflüsse von Außen in uns keine Rolle mehr spielen sollen. Da wir ja ständig damit beschäftigt sind Störungen von Außen zu kompensieren und daher Konzepte  und Pläne haben, mit solchen Störungen umzugehen, aus unserer Erfahren ist diese Meditation darauf angelegt, einen inneren Zustand zu erreichen, wo die äußeren Einflüsse keine Rolle mehr spielen. Das bedeutet aber, das der Mensch sich gewissermaßen vom Außen abschirmt, auch wenn es durch das Bild einer Alleinheit erst möglich ist das Gehirn zu "überreden" die Störungen nicht zu verarbeiten.
Dadurch wird es möglich, das der Mensch in sich selbst in eine Ausgeglichenheit der inneren Vorgänge kommt.
Es tut sich ein weiteres Problem auf, das mir durch Peter Dürr's Pendelexperimente bewusst wurde. Es geht hier um den Bifurkationspunkt, also dem Punkt eines instabilen Gleichgewichts in Verbindung mit der Hebellänge des Pendels.
Stellen sie sich einen Dreh-Pendel vor, der in den Bifurkationspunkt gedreht wird also langes Ende nach oben kurzes nach unten. Im Grunde wird durch das Pendel das Universum in zwei Teile geteilt. Rechte und linke Hälfte. Der Bifurkationspunkt wird bestimmt durch die Gleichheit beider Massen und der Präzision des Pendels. Je länger der Pendel ist desto weiter weg kann eine Masse entscheidenden Einfluss auf das Pendel nehmen. Ob ein Einfluss entscheidend ist oder nicht hängt von der Präzesion der Aufhängung ab, wäre die perfekt würde jede Masse egal wieweit entfernt Einfluss ausüben, aber Geräte haben immer Fehler, also können wir eben die oben hervorgehobene Regel aufstellen.
Übertrage ich das auf den Geist bzw. auf den introspektiven Zustand eines Menschen, so kann ich sagen, je stärker der innere Zustand sich dem Bifurkationspunkt einer inneren Ausgeglichenheit nähert, desto geringer kann die Störung sein, die Wahrgenommen werden kann.
Ich gehe dabei davon aus, das wir durch unsere Reaktions-Konzepte überwiegend die starken Störungen kompensieren können. Schalten wir diese Verarbeitung aus, wie in der Meditation, erreichen wir erst eine Wahrnehmung, die bisher unserer "Auflösung" entgangen ist. Bildhaft: Wir spüren weiter in das Universum hinein, können feiner fühlen.

Ist das "innerer Friede"?

Es ist wirklich die Frage, ob wir das Wort Friede tatsächlich hier anwenden sollten oder ob das Wort Ruhe oder Gelassenheit dazu besser geeignet ist.
Das Wort "gelassen" ist meines Erachten viel besser geeignet, als der Begriff "innerer Frieden".
Frieden kommt von althochdeutsch fridu „Schonung“, Freundschaft.
Es bezeichnet also etwas zwischen Menschen und eigentlich nicht etwas in einem Menschen, aber da wir Persönlichkeit ausbilden und empathisch andere in unserem Geist aufnehmen können und somit uns von Soziopathen unterscheiden, kann natürlich gesagt werden, das diese verschiedenen Rollen in uns durchaus in einem Widerstreit sind und befriedet werden können. Dennoch bleibt es eine Projektion des Außen in unser Inneres.
Wir könnten sagen, das wir wieder zu uns selbst kommen wollen, in unserer Mitte stehen wollen und eine innere Einheit erreichen wollen, aber innerer Friede?
Drückt der Wunsch nach dem "inneren Frieden" vielleicht eine Kompensation und ein Wunsch aus, weil wir im Äußeren oft hilflos dastehen und den Frieden zwischen den Menschen nicht erreichen können, aber auch nicht die Gelassenheit aufbringen den Unfrieden im Äußeren zu ertragen?
Deshalb frage ich, warum meinen bestimmte Menschen, das ein äußerer Friede nur durch einen inneren Friede erreicht werden könnte - oder anders ausgedrückt, warum glauben diese Menschen, das das eine eine Voraussetzung des Anderen ist?
Ich könnte genauso gut die These aufstellen, das erst ein äußerer Friede hergestellt werden müsse, damit ein innerer Friede wirklich entstehen kann, aber das würde uns ebensowenig weiter bringen.
Verzichte ich aber darauf den Frieden in Äußeren und Inneren zu teilen, komme ich vielleicht viel weiter.
Ich könnte sagen: "mit Gelassenheit ist es einfacher die Welt zu befrieden."
Dann ist es nicht eine Voraussetzung, sondern eine zusätzliche Hilfe.
Das Gefühl der Unruhe zeugt von Stoffwechsel-Aktivitäten in mir und diese können durch innere Störungen oder durch äußere Störungen ausgelöst werden. Befinde ich mich in relativer Ruhe ist der Stoffwechsel gering - entsprechend auch die elektrische Aktivität. Aber Friede ist damit nicht verbunden. Friede - darauf will ich hinaus - ist ein Zustand wacher Aktivität, die auf jede Störung in gerechter Weise Lösungen schaffen kann. Friede ist der Ausdruck davon, das wir es gemeinsam geschafft haben alle wesentlichen Problemlagen durch die Kenntnis von dynamischen Prozessen und deren Anwendung ständig zu lösen. Einen totalen oder absoluten Frieden kann es demnach gar nicht geben, denn Leben ist Bewegung, ist ständige Änderung der Konfiguration des JETZT und daher ein unermesslicher Quell von Störungen. Wenn wir gelassen hinnehmen, das die Welt sich permanent ändert, sind wir bereit dafür Frieden zwischen uns beständig neu zu realisieren.
Doch wenn wir glauben, das es ausreichen würde, nur selbst in Zufriedenheit zu verharren oder dieses anzustreben, werden wir dies immer nur auf Kosten der anderen erreichen.
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« Zuletzt geändert: 05.01.2015 um 23:00:40 von freierMilan »  

Für ein Recht auf Partizipation - doch Glauben heißt Handeln, darum nicht nur für das Recht, sondern mit dem Recht auf Partizipation für den Frieden in der Welt.
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