Willkommen Gast. Bitte Einloggen

   NeuesForumMilanum
unabhängige Plattform für die Selbstverwaltung Milanstation
und die Vereinigung natürlicher Menschen
zur Förderung universeller Menschenrechte
 
  ÜbersichtHilfeSuchenEinloggenPN an Administrator Milanstation VNM altesForum runde Tische  
 
Ein Tag und eine Nacht voller Frieden (Gelesen: 231 mal)
freierMilan
*****
Offline


Der Betreiber der Site
mischt halt auch mit
:-)

Beiträge: 8401
Freiland, Weg der Freiheit 1
Ein Tag und eine Nacht voller Frieden
24.12.2014 um 18:34:17
Zitieren 
Würde ich jetzt beginnen über Weihnachten zu reden ist der Ärger bereits vorprogrammiert und Unfrieden übernimmt die Regie.
Auf der einen Seite der Welt befinden sich Menschen in einem Kauf- und Konsum-Rausch und streiten sich darum wer nun das bessere Geschenk erhalten hat und auf der anderen Seite der Welt sind manche froh überhaupt den Tag überlebt zu haben.
Was ist dran an der Fierdensbotschaft?
Vor Jahren habe ich einmal eine Fiktion geschrieben, die es auf den Punkt brachte. Unter dem Tiitel: "Weihnachtskommentar eines Orionaners" schrieb ich einen Text, der das Weihnachtsfest aus den Augen eines Aliens (zu deutsch Fremden)  beschrieb.

Hallo liebe Erdlinge
Es tut mir leid, wenn meine HicksMail so spät bei euch Erdlingen eintrifft, aber Orion ist weit weg und eh ich den Hicksnetz-Kanal zu euch stabilisieren konnte verging ein bischen Zeit.

Ihr habt da so einen seltsamen Brauch, den ich in verschiedenen Ländern bereits gesehen habe:

Weihnachten, das Fest der Liebe?!

Manchmal ist es recht schwierig die deutsche Sprache richtig zu verstehen, vor allem als Orionaner.

Um welche Liebe geht es denn?
Eigentlich geht es doch um Nächstenliebe oder?
Doch wo ist die Nächstenliebe hin, wenn wir mal von den Alibi-Aktionen absehen?
Dürfen wir nur das Geheiß von Weihnachten als Begründung für das Fest nehmen, da doch fast alle Weihnachtsbräuche in irgendeiner Weise kommerzialisiert wurden?

"Gekaufte Liebe" ist ein deutsch-Hiphop-Titel der Gruppe "Die Firma", der in unseren aktuellen Fremdstern-Charts zu hören war und es besser nicht treffen kann.
Erklären Sie mir einmal folgende Klischees und warum ein gläubiger Mensch sich diesen Strukturen hingibt und sie unterstützt:

Weihnachtszeit ist Spendenzeit
- sagen die Spendensammler, denn es gibt keine Zeit des Jahres in der mehr gespendet wird.
Es sei eine Zeit, in der auch an Andere und nicht nur an Sich gedacht würde.

Weihnachtszeit ist Geschenkzeit
- sagen die Händler, denn sie wissen, das das Weihnachtsgeschäft einen Großteil des Jahresumsatzes ausmacht.
Es sei eine Zeit, in der sich liebende Menschen etwas gutes tun wollen, um ihrer Liebe Ausdruck zu geben.

Weihnachtszeit ist die Zeit der funkelnden Sterne und hellen Lichter
- sagen diejenigen die mit Lichterketten sich selbst in den Mittelpunkt der Gemeinschaft stellen wollen und das im Angesicht des immensen Stromverbrauchs. Es scheint einigen die Entwicklung eures Klimas und der Ressourcenlage völlig gleichgültig zu sein oder aber dieses Weihnachtsfest scheint auch die größte Beschädigung Eurer Überlebensfähigkeit zu vergolden (Auch mit einer Katastrophe kann man schließlich Geld machen behaupten einige von Euch).
Es sei eine Zeit, in der ihr Menschen euch am Weihnachtsschmuck erbauen sollt und eine Atmosphäre der Liebe erzeugen sollt.

Doch die negativen Aspekte werden einfach ausgeblendet oder im Rahmen eurer Leistungsgesellschaft zur Selbstüberforderung genutzt. Weihnachten ist das Fest der Enttäuschung, wenn mit Geld und Weihnachtsgeschenke-Stress Liebe erzwungen werden soll, das ist doch klar, jedenfalls ist das bei uns klar, denn materielle Geschenke spielen bei uns keine Rolle, höchstens eine negative, denn wir haben bereits seit einigen tausend Jahren zuwenige Resourcen, um uns solch ein Verhalten leisten zu können.

Die Führer eurer Kirchen schauen derweil zu, weil sie in einem Dilemma stecken, das kaum einem bewußt ist und wohl zu den tabuisierten Themen gehört. Tatsächlich gibt es noch den Einen oder Anderen, der in Gemeindeblättchen Konsum-kritische Aussagen in schöne Geschichten oder Glossen verpackt.

Aber wird das ausreichen, um die Menschen zu ändern?

Den Kirchen laufen die Gläubigen weg. Denn Glaube wurde viel zu oft mißbraucht von Schlaueren, die die Hierarchie durchschauten und sich ihre Freiräume aus der Lebenskraft anderer bauten. Ihnen war Wahrhaftigkeit egal. Sie wollten immer nur Macht und Geld, ob sie nun Christen waren oder nicht. Gibt es irgendwo ein Dokument, wo die großen Glaubensführer eindeutig die Sklaverei verurteilten?
Ich habe bisher keines gefunden. Weder von Christus noch von Aristoteles noch von einem Anderen wird soetwas überliefert, aber ich hab ja leider nur einen beschränkten Informations-Zugang hier von Orion aus. Vor 2000 Jahren war wohl auch schwer möglich, das Jesus es wagen durfte den Sklavenhandel anzuprangern, denn die gesammte Wirtschaft beruhte auf Sklavenarbeit. Sklaven waren so normal, wie heute Ein-Euro-Jobber. Selbst, als dann eine handvoll Christen nach etwa 1800 Jahren begannen gegen den Sklavenhandel "mobil zu machen", war dieser Kampf ein halbherziger, auch wenn scheinbar erfolgreich die Sklaverei zum größten Teil in den folgenden 200 Jahren abgeschafft wurde, erkannten nur Wenige, das sich zwar die äußeren Rahmenbedingungen geändert hatten, aber das Maß an Unterdrückung und Ausbeutung hatte sich dennoch kaum verändert. Trotz der Hoffnungen, die der Demokratiesierungs- und Individualisierungs- Prozess weckte, waren es doch oft nur Selbsttäuschungen, weil die Flexibilität der Herrschenden kaum zu übertreffen ist. Es sind die so genannten Sachzwänge und Bedrohungslagen, die die Menschen in ihrem niedergedrückten Zustand halten sollen. Dabei ist das Wechselspiel zwischen Hoffnung und Angst das Spielfeld, auf dem der Krieg ausgetragen wird und die Lebensumstände sind die Schlachtfelder dieses Krieges. Das Versprechen der Industrialisten wurde nicht eingelößt. Sie hatten vorhergesagt, das die Technik euch Muße verschaffen sollte, weil ihr von Arbeit für die Existenz entlastet würdet. Ihr habt vielmehr inzwischen eine Überproduktionskrise, die Konsum zu einer Bürgerpflicht macht und dadurch dazu beiträgt, das der Resourcenverbrauch ordentlich angeheizt wird, das sorgt dann gleich für die nächsten Sachzwänge. Zwei Bestrebung scheinen hier gegensätzlicher Natur zu sein.
Die Eine eher technisch wissenschaftliche, deren Prophezeihung oben genannt wurde, und eine eher monitär machtlüsternde, die zur Erhaltung bestimmter Privilegien die Technik und Wissenschaft für sich nutzen sollte. Wenn Menschen schon ein klein wenig mehr Selbstbestimmung erhalten sollten, da ja eine Verweigerung der Rechte kaum mehr durchzusetzen war, muß das Potential der Manipulation schon stark ausgedehnt werden, um die Privilegien zu schützen. Genau das ist geschehen. Gebaut wurde ein neues politisches System, genannt wurde es Sozialismus oder auch Kommunismus, doch trotz dieser Alternative dienten diese Ideologien doch nur dafür die benötigte Bedrohungslage herzustellen in der Militärs den notwendigen Einfluss auf die Ressourcenverteilung bekommen oder behalten dürfen in Ost und West, denn auch wenn in einem sozialistischen Land kein Eigentum an Produktionsmitteln akzeptiert wurde, war die gesamte Staatswirtschaft in kapitaler Konkurrenz zur restlichen Welt. Darum ist es auch so leicht zu erklären, das die Nationalen in solchen Staaten gute Kommunisten (und auch gute Kapitalisten) waren.

Weihnachten, das Fest des Friedens.
- sagen viele, die in Jesus Christus einen Friedensbringer (besser: Friedenshetzer=Pazifist) sahen.

Doch würde Jesus heute leben, würde er Gott fragen, warum er von ihm verlange, sich für solche Menschenverachter zu opfern, die die Bevölkerung regelmäßig überzeugen noch stärkere Waffen erfinden zu lassen und noch mehr Geld in die Rüstungsindustrie zu pumpen. Den Menschen zu beweisen, das Gott seinen Sohn uns opfert funktioniert nur dann, wenn eine minimale Ethik (bzw.Moral) dem Opfer einen Sinn gibt. Runde 2000 Jahre nach diesem Opfer haben es die Menschen immer noch nicht gelernt Frieden zu halten. Zig-tausende Opfer, die für Frieden eintraten, sind inzwischen zu beklagen. Im Gegenteil. Der Krieg ist inzwischen überall. Daher ist zu bezweifeln, ob ihr Menschen in einer genügend großen Anzahl eine solche Minimal-Moral besitzt. Jeder Lebensbereich ist durchdrungen von strategischen Überlegungen. Infrastruktur ist ein allgemeiner wirtschaftlicher Begriff geworden. Kollateralschäden werden bei der Vermarktung (Skandalwerbung) billigend in Kauf genommen. Marktsegmente werden besetzt oder erobert und massenpsychologische Propaganda (die mich stark an Goebels Rethorik erinnert) bewerben unbewußte Bedürfnisse und auch ganz bewußte Bedürfnisse wie z.B. Steuern zu sparen. Aromen und Suchtstoffe werden eingesetzt und Knebelverträge binden Käufer. An jeder Ecke lauert ein Konsumhinterhalt und Wirtschaftskontakte werden zur Aufweichung politisch abgegrenzter Gebiete verwandt (gemeinsame Feinde machen euch zu temporären Freunden bis der Feind ausgeschaltet ist). Feindliche Firmenübernahmen und andere Wortkombinationen beschreiben Angriff und Verteidigung, Zerstörung und Tod genauso wie Waffen, Munition und Stellungen. All diese Worte wurden aus der Kriegstheorie auf die Wirtschaft übertragen und ohne das ihr es bemerkt, seid ihr die Konsum-Soldaten auf dem weltweiten Schlachtfeld der Globalisierung geworden. Jeder Kriegsdienstverweigerer sollte erkennen, das heute Friedensdienst schon in der Konsumauswahl beginnt und nicht erst, wenn man Waffen in die Hand gedrückt bekommt. Als der Vietnamkrieg immer mehr Jungs aus dem mittleren Bürgertum fraß, wurde ganz schnell aus der Wehrpflicht - Armee eine Freiwilligen - Armee gemacht. Solange nur die Armen drauf gingen störte die Wehrpflicht niemanden. Heute stört es niemand, wenn die "Freiwilligen" in Kriegen verheizt werden, denn "Sie haben sich doch freiwillig gemeldet", nur wer muß sich denn freiwillig melden, um zu töten oder getötet zu werden? Die Diskussion über Kriegseinsätze hörte in den USA auf. Erst als die Kosten des Irak-Krieges immer größer wurden, scheinen wieder ein paar aufzuflammen.
Leider ist bis heute die Menschheit nicht einen einzigen Schritt auf den Frieden zu gegangen. Alle scheinbaren Schritte hin zum Frieden wurden durch entsprechende Gegenschritte kompensiert. Krieg scheint in einer noch nicht globalisierten Welt zur Vertretung der Resourcenbedürfnisse der Nationen notwendig. Aber Krieg auf der Ebene der Wirtschaft ist gleichfalls eine Vorraussetzung einer globalen Wirtschaft, auch wenn vielleicht am Ende der Globalisierung kein Militär, sondern nur mehr Polizei nötig wäre; allerdings die Polizei der Konzerne und nicht die, des jeweiligen Staates, denn die Staaten werden dann pleite sein.

Das Spiel heißt Freie Marktwirtschaft.

Die Spieler sind die Konzernherren und Damen. Die strategisch wichtigen Generalsposten bekommen hochbe(stochene)zahlte Spezialisten. Der Schein von Mitbestimmung, genannt Demokratie, wird als Möglichkeit benutzt den Freiheitsdrang und die Entwicklungsfähigkeit der Menschen kontrollieren zu können und im Sinne der Konzernherren zu lenken. Die Spielfiguren sind alle Anderen und sie werden dahin geschoben, wo sie gebraucht werden und müssen da verschwinden, wo sie überflüssig sind.
Also kaufen sie sehr viele Geschenke, auch wenn Weihnachten vorbei ist, das kurbelt die Wirtschaft an und sichert Arbeitsplätze für Roboter. Kaufen sie sehr viele Lichterketten und verbrauchen sie möglichst viel Strom (damit die Voraussagen der Stromindustrie auch eingehaltet werden können), Spenden sie möglichst viel, damit der Schaden, den Sie mit den anderen Käufen angestellt haben, auch bezahlt werden kann. Und seien sie nicht böse, das von all dem Geld, was sie bezahlen, eine ganze Menge bei denen landet, die Ihr Weihnachtsfest zu dem gemacht haben, was es jetzt ist und über tausend Milliarden Dollar (z.B.Rockefeller) bestimmen.
Ja, Wirtschaft ist Krieg geworden und Weihnachten ist zu einem scheinheiligen Anliegen, einem Konsumritus und einer jährlichen Entscheidungsschlacht für die schwachen Unternehmen verkommen und hat nun weder etwas mit Fruchtbarkeitsriten (alte Version) noch mit der Geburt von Jesus Christus (neue Version) zu tun, denn das sind nur noch kulturelle Vehikel, um die Nächstenliebe zu den Konzernbossen zu pflegen (rechtfertigen), das schlechte Gewissen mit Spenden zu entlasten und sich das Wohlwollen der Umgebung mit Geschenken zu erkaufen.

Wenn ihnen jetzt ein Licht aufgegangen ist, dann ist diese Schrift weihnachtlicher, als es je ein beleuchteter Weihnachtsbaum darstellen könnte, und noch dazu erheblich Ressourcen-schonender, als es eine gekaufte Lichterkette ermöglicht.

Die Lichter zu Weihnachten sollen euch daran erinnern, selbst das Leuchten der Liebe erfahren zu können und so zum Licht für Andere zu werden. Jedenfalls ist dies der historische Grund von Weihnachten, denn der Revolutionär Jesus Christus brachte euch das Licht der Liebe und so macht das dann auch wieder einen Sinn, denn nur echte Liebe kann die Menschenverachter besiegen.

Nachdenkliche Grüße und gute Besserung

   Euer
     Nesna sue Sesrahdureb
     
     (aus dem Sternbild Orion)


Dieser Text hat immernoch die gleiche Aktualität wie vor Jahren. Was sollte ich da noch dazufügen.
Die Tage werden wieder länger. Ich bin gespannt, ob das auch die Wirkung hat, das die Menschen sich mehr für Friede und Freiheit einsetzen werden.
Ein Trugschluss - eine Illusion - ein Wunschbild?

Frohes Fest wünsch ich allen Menschen auf der Erde und das sie abseits des Konsumwahnsinns ein paar Minuten innehalten und einige wenige Friedensgedanken in die Welt des Chaos senden.

Zum Seitenanfang
 

Für ein Recht auf Partizipation - doch Glauben heißt Handeln, darum nicht nur für das Recht, sondern mit dem Recht auf Partizipation für den Frieden in der Welt.
IP gespeichert
 
Ein Tag und eine Nacht voller Frieden
Livevorschau öffnen Livevorschau


Sie können die Größe des Texfeldes ändern indem Sie die Ränder mit der Maus ziehen.
                       
Max. 40000 Zeichen. Noch verfügbar:
Textgröße: pt
Zusatz Optionen verbergen Zusatz Optionen Anzeigen/Verbergen