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Der Kampfbegriff der Querfront-Strategie (Gelesen: 470 mal)
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Freiland, Weg der Freiheit 1
Der Kampfbegriff der Querfront-Strategie
15.06.2014 um 15:09:14
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Der Kampfbegriff der Querfront-Strategie

In den letzten Wochen macht ein Begriff die Runde "Querfront". Zuerst dachte ich was soll das denn nun wieder, was steckt dahinter. Dann erinnerte ich mich das ich das schon früher mal recherchiert hatte und suchte mal nach was es zu diesem Begriff so gibt.
Ich stellte fest, das dieser Begriff in den Links-soziologischen Kreisen eine Aufwertung und Wertveränderung erfahren hatte und das diese Strategie angeblich eine Rechtsextreme Strategie ist. So ist auch der heutige wikipedia-Artikel im Rahmen einer begrifflichen Offensive in diese Richtung entgegen des Neutralitäts-Prinzips von wikipedia durch eine Gruppe von Redakteuren umgeschrieben worden.
Da dies ja bei wikipedia dokumentiert ist, kann das auch nachvollzogen werden.

Durch die plötzliche Attraktivität dieses Wortes angeregt durch die Montagsmahnwachen der letzten Wochen und verwendet ausschließlich durch die Linksorientierten Gegner der Montagsmahnwachen für den Frieden bin ich wieder auf diesen Begriff aufmerksam geworden der mir damals schon in seiner Definition absurd erschien.

wikipedia:
Zitat:
Der Begriff Querfront bezeichnet eine rechtsextreme Bündnisstrategie, die Gemeinsamkeiten zwischen den politischen Lagern betont oder zu konstruieren versucht, mit dem Ziel, die politische Macht eines Nationalstaats zu übernehmen.[1] Er wurde zu Beginn der 1930er Jahre in der Weimarer Republik geprägt. Jüngere Phänomene, bei denen eine solche Strategie aufgegriffen wurde bzw. wird, sind der Nationalanarchismus sowie Nationalrevolutionäre und Autonome Nationalisten.


[1] Stichwort Querfront bei der Brandenburgerischen Landeszentrale für politische Bildung
der bei wikipedia angegebene Link funktioniert nicht mehr deshalb habe ich auf der angegebenen Seite nach dem Stichwort Querfront gesucht und möglicherweise die Seite gefunden, was allerdings nur der Autor des Wikipedia-Artikels bestätigen könnte.
http://www.politische-bildung-brandenburg.de/node/9338
Auf dieser Seite befinden sich drei Quellenangaben
Die Welt:  Politik > Anti-Kapitalismus - 16.01.09 - Linker Publizist von der NPD für "Volksfront" gelobt
scharf links: CodeXLANGX:
http://www.scharf-links.de/40.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=3520&tx_ttnews[cat]=21&cHash=a562a145d2] 


Querfront: Jürgen Elsässer gründet "Volksinitiative gegen das Finanzkapital"
Die dritte Quelle erzeugt einen dns-error und ist nicht zugreifbar ich habe den Link selbst aber noch auf dieser Seite gefunden:
https://www.facebook.com/HannemannWatch/posts/366219920172974
Dort steht zumindest der erste Satz des wikipedia-Artikels fast wortgetreu ebenfalls.
Bei Archie.org fand ich dann doch die dritte Quelle: https://web.archive.org/web/20130119110737/www.nadir.org/nadir/periodika/aib/arc...

Bezeichnend bei dieser Recherche ist, das beim oberflächlichen Lesen ein bestimmter Eindruck erzeugt wird, der allerdings durch die Quellenangaben nicht bestätigt werden kann.

Mir scheint das hier ein Kampfbegriff zu einem scheinbaren politikwissenschaftlichen Begriff hochstilisiert werden soll. Aber der Schein kann ja trügen.

Dieser Ausschnitt aus dem nur noch bei archive.org zugänglichen Artikel zeigt etwas auf was beim wikipedia-Artikel im Ersten Abschnitt keinen Ausdruck mehr fand:
Zitat:
Ob der Begriff »Querfront« geeignet ist, das momentan sich scheinbar vollziehende Verschwimmen der Grenzen zwischen »links« und »rechts« präzise zu beschreiben, ist allerdings zweifelhaft. Zum einen entstammt der Begriff einem spezifischen historischen Kontext, der nicht ohne weiteres auf die gegenwärtigen Verhältnisse übertragen werden kann. Zum anderen suggeriert er eine inhaltliche und konzeptionelle Kohärenz, die weder gegenwärtig noch in der Vergangenheit existiert(e).


Oh das hätte ich als Leser von wikipedia eigentlich nicht erwartet, auch wenn auf wikipedia im Abschnitt Begriff in einem Satz ein paar wage Andeutungen gemacht werden über das Umfeld indem die Entstehung des Begriffs Querfront abgelaufen sei.

in dem Artikel aus dem Antifaschistischen Infoblatt liest sich das jedoch ganz anders:
Zitat:
Der Begriff »Querfront« bzw. »Querfrontstrategie « tauchte in den politisch-ideologischen Diskursen der Weimarer Republik erstmals am Beginn der dreißiger Jahre vor dem Hintergrund des weitgehend autoritär regierenden Präsidialregimes auf. Keiner der zwischen März 1930 und Januar 1933 amtierenden Reichskanzler Brüning, Papen und Schleicher konnte sich auf parlamentarische Mehrheiten oder breiten gesellschaftlichen Rückhalt stützen.


Aha - die Notwendigkeit eine innere Souveränität herstellen zu müssen, um als ganzer Staat handlungsfähig zu bleiben bzw. zu werden lässt die verschiedenen politischen Richtungen die identisch mit jeweiligem Machtanspruch sind eine Strategie entfalten, die dann subsumiert als Querfront-Strategie bezeichnet werden könnte und das Ziel hat, eben diese innere Souveränität ,die notwendig für jedes System ist, und heute vielleicht auch als Systemstabilität bezeichnet werden könnte, zu erreichen.

Zitat:
Sein Nachfolger, der Reichswehrgeneral Kurt von Schleicher, war daher bemüht, eine breitere gesellschaftliche und politische Verankerung seines Präsidialregimes zu erreichen. In dieser Situation avancierte die Idee eines »quer« zu den ideologischen Trennungslinien der Parteien liegenden Bündnisses, bestehend aus Reichswehr, Gewerkschaften und dem »linken« Flügel der NSDAP, für einen kurzen Zeitraum zu einer ernsthaften politischen Option.

Was wir hier lesen können zeigt auf, das Schleicher im Grunde die "Querfront" gegen eine Nationalsozialistische Kraft einsetzte also die NSDAP hätte spalten können und somit wäre dann Hitler verhindert worden.

Ob das letztlich besser gewesen wäre oder andere Wahnsinnige als gewählte Diktatoren dann ebenso dem Zeitgeist des Sozialdarwinismus der weltweit Hochkonjunktur hatte gefolgt wären sei mal dahingestellt, aber dies sollte uns im Bewußtsein stehen wenn wir zu der heutigen Anwendung des Begriffes Querfront vorstoßen.

Zitat:
Die jeweiligen Vorstellungen und Erwartungen, die die unterschiedlichen Propagandisten der »Querfront« mit dem Konzept verbanden, lagen allerdings zum Teil erheblich auseinander.

Trotz dieser Aussage, die ja zeigt, das dieser Begriff damals unterschiedlich benutzt wurde kommt der Autor wegen vorliegendem Material zu einem bestimmten Schluß.
Zitat:
Auf einer theoretisch-ideologischen Ebene war die »Querfront« maßgeblich von Vertretern des neonationalistischen TAT-Kreises entwickelt und in zahlreichen Publikationen, wie etwa der »TAT« oder der »Täglichen Rundschau« formuliert worden. Durch die Herrschaft Schleichers erhofften sich die Autoren die endgültige Beseitigung der Weimarer Demokratie sowie entscheidende Schritte hin zu einem »auf den Volkswillen« gestützten autoritären Staat.


Das dürfte der Grund sein, warum heute manche Linken meinen der Strategie eine "Querfront" zu bilden der Rechtsextremen Ideologie nahezulegen. Sie verbinden den Begriff Querfront-Strategie mit eben dem Ziel das ein autoritärer Nationalstaat erreicht werden soll.

Auf der Linken Seite gibt es aber ein ähnliches Konzept. Wir nennen das im Allgemeinen Solidarität. Würden wir also in der gleichen Weise wie bei der Querfront-Strategie von einer Solidaritäts-Strategie reden, die auch verschiedene durchaus unterschiedliche ideologische Gruppen bezogen auf ein Thema mindestens vorübergehend einigen kann und so eine Einheitsfront(Einheitspartei -> siehe SED) oder den stalinistischen Kommunismus gebar.

Einige Anarcho-Syndikalisten aus Spanien sagten von ihrem Anarchismus: Der Anarchismus ist der kommunistische Kommunismus. Gemeint ist damit das der praktizierte Kommunismus ind der damaligen SU also unter Stalin ein autoritäres System sei ("Die Partei hat immer Recht") und von Oben die Befehlsgewalt ausging während im Anarcho-Syndikalismus von Unten die Macht organisiert wird, dezentral und ohne Zentralgewalt.

Wir haben es hier mit den Auswüchsen der bereits in breiter Anwendung befindlichen massen-manipulativen Techniken zu tun, die in den Kreisen der Politologen permanent vernachlässigt werden, weil ihre Grundlagen des Beobachtens Ideologien der Macht sind und nicht Fachübergreifende ganzheitliche Betrachtungsweisen, die aber eine notwendig Erweiterung des Blickwinkels ist, um die tatsächliche Struktur des Faschismus zu erfassen.

Der Artikel aus dem Antifaschistischen Infoblatt zeigt auf, das es auch noch kritische Antifaschisten gibt, die sich nicht der AntiFa-Propaganda unterordnen.
Die Begriffsbildung Querfront bezüglich der heutigen Verwendung muß natürlich gerechtfertigt werden, damit der Kampf-Begriff-Charakter verschleiert werden kann.

Dazu bemühen sich die Redakteure von Wikipedia die Querfront-Strategie bei anderen historischen Ereignissen "nachzuweisen" wie auf der Diskussionsseite nach zu vollziehen ist.

Wenn wir also die derzeitige Anwendung des Begriffs Querfront betrachten, dann sehen wir, das dieser Begriff in der derzeitigen Lage funktionalisiert wird, um die entstehende Kooperation der Menschen von unten zu verhindern und die Friedensbestrebungen zu bremsen.

Ich schreibe das  vorweg, denn bei der Beschäftigung mit diesem Begriff viel mir folgendes auf:
Wir haben oben gesehen das der eigentliche geschichtliche Kontext die Not einer Staatlichkeit zeigt die innere Souveränität herzustellen, um Handlungsfähig zu werden.
Wenn ich sehe, wie die eigentliche Frontlinie nicht vertikal, also zwischen verschiedenen Ideologien, sondern horizontal, zwischen Unten und Oben verläuft und wenn ich als Verteidigungs-Konzept die neue soziale Verteidigung einbeziehe, die als Friedensweg planetar davon ausgeht viele dezentrale politische Einheiten schaffen soll, um "echte Demokratie", oder wie wir es nennen Partizipathie, einzuführen, dann dürfte es doch deutlich werden, das eine Befriedung zuerst einmal innerhalb der Bevölkerung erfolgen muß.

Angenommen eine solche Befriedung beginnt mit den derzeitigen Montags-Mahnwachen und erreicht, das die bisherigen Unterschiede zur öffentlichen Diskussion gebracht werden. Angenommen  diese öffentlichen Diskussionen führen dazu, das die ideologischen Unterschiede zumindest teilweise gelöst werden und die Menschen lernen würden zu Kooperieren anstatt in der Konkurrenz verhaftet zu sein.
Was würde es an der vorhandenen Struktur ändern?
Die professionelle angeordnete Politik und die Massenmedien würden nach und nach überflüssig werden bzw. erheblich unter Druck geraten und die lokalen Probleme würden durch die Menschen selbst gelöst werden können. Die Menschen würden sich abstimmen anstelle ihre Stimme anderen zu geben.
Also, wenn das, was die MoMas möglich machen Erfolg bekäme würden die politischen Funktionäre in den großen Organisationen plötzlich ihre Arbeit verlieren und damit ist ihre Lebensplanung deutlich bedroht. Der Regelungswahn den die politische Ebene schon seit Jahrzehnten befallen hat würde ein Ende finden können und die Politik die ja dann konkret vor Ort passieren würde könnte die weitere Zentralisierung der Macht verhindern.

Es dürfte nun deutlich werden warum dieser Begriff Querfront sowohl von den Linken und Grünen als auch von den Organisationen der politischen Bildung der BRD genutzt wird, um zu verhindern, das eine Außerparlamentarische Opposition entsteht und im Rahmen einer neuen sozialen Verteidigung zur Dezentralisierung der Macht  führen könnte.

Natürlich kann diese Konzeption von verschiedenen Ideologischen Gruppen, ob von Links oder Rechts, okkupiert werden, um ihre Themen und ihre Ziele zu verfolgen und zu stärken, aber dies als Querfront-Strategie zu bezeichnen, kann meines Erachtens nur auf die Arroganz bestimmter Leute zurück geführt werden, die glauben, das nur sie das Recht auf Friedensbewegungen hätten.

Friede ist unteilbar. Niemand kann einen Anspruch haben darauf, das nur er oder sie oder ihre Organisation den Frieden bringen könnte, denn Friede ist kein individuelles Phänomen, sondern ein Art bezogener Prozess.

Entweder werden wir als Menschheit friedlich oder nicht. Das ist hier die Entscheidungsfrage.

Ihr könnt bezweifeln, das die Menschheit dies schaffen kann. Aber wer den Friedensweg vertritt, ist nicht mehr Herrschafts-ideologisch unterwegs, sondern bemüht sich um einen direkten Ausgleich, eine respektvolle Kommunikation und kooperative Wandlung der Welt.

Der Begriff Querfront ist ein Kampfbegriff der die Friedensbewegung diffamieren soll. Unter der Begründung doch die Menschen vor Rattenfängern schützen zu wollen, wird nur versucht in gewohnter Konkurrenzmanier die eigenen Klientel zu vermehren und die eigene Existenz politisch und existentiell zu sichern.

Die Diffamierung kann greifen und greift bereits bei all denen, die noch von den Informationen der Massenmedien abhängig sind. Doch diejenigen, die verstanden haben, was da abläuft und die den Mut haben, sich mit dem scheinbaren politischen Gegner respektvoll zusammenzusetzen, um tatsächliche Probleme der Gesellschaft einer Lösung zu zuführen in Kooperation um Frieden zu leben, werden konkret in ihrem jeweiligen Umfeld nach einer vermutlich heißen Debatte erste Erfolge haben und konkreter die Welt zum menschlicheren wandeln, als es der lange Kampf der Ideologen und auch der formalistische Verwaltungs- und Kontrollwahn der gewählten Diktatoren genannt Demokratie je schaffen konnten.

Weltfriede ist möglich, aber nicht in einem Herrschaftsrecht und nicht mit dem derzeitigen Geld-Wirtschaftssystem.

Daher ist eine Friedensbewegung nur der Anfang eines umfassenden Wandlungsprozess der niemanden rechts oder links liegen lassen darf.

Alle oder keiner. Platz ist auf der Welt genug, um jedem seine Kultur zu ermöglichen ohen das er andere stört.
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« Zuletzt geändert: 17.06.2014 um 09:24:36 von freierMilan »  

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Freiland, Weg der Freiheit 1
Re: Der Kampfbegriff der Querfront-Strategie
Antwort #1 - 05.02.2015 um 10:49:23
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Ausgegebenen Anlass habe ich bei meinem Informisten-Blog gerade eine Erweiterung dieses Blogeintrags geschrieben unter dem gleichen Titel.
Bernds-Informistenblog: Der Kampfbegriff der Querfront-Strategie
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Charleigh


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Antwort #2 - 27.03.2017 um 10:31:46
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/     This is a quintessential article. You rarely see so many pieces of the puzzle put together in one article in such a eloquent manner.Gerald – How can we ever thank yoeloWul!-l!ved.
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