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Ist Honigmann in Angst gefangen und die Verfassung-jetzt-Aktion der Versuch ein Gottesstaat zu errichten? (Gelesen: 1069 mal)
freierMilan
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Freiland, Weg der Freiheit 1
Ist Honigmann in Angst gefangen und die Verfassung-jetzt-Aktion der Versuch ein Gottesstaat zu errichten?
08.02.2012 um 09:08:35
 
Was denken sich die Leute eigentlich dabei, wenn sie Fakten mit Interpretationen mischen und unterschwellige Emotionen dabei einfließen lassen? Ist das Information oder Desinformation?

Natürlich sind wir als Menschen in der Lage vorausdenkend und somit virtuell die Zukunft zu ergründen und dabei uns überlegend, was der potentielle Gegner wohl mit uns vor hat, um "23" Ecken zu denken, denn die komplexe Handlungsweise von Führungspersonen in Megasystemen erfordert dies. Cui boni? Die Schlüsselfrage der Wahrheitsbewegung bedingt solches Vorgehen.

Ohne diese Fähigkeit kann uns Blauäugigkeit bzw. Naivität vorgeworfen werden, aber es eröffnet eben die Gefahr das unser Ängste und Nöte unsere Vorlieben und Abneigungen Einfluß auf die Wahrnehmung und unsere Gedanken in einer Weise nehmen die außerhalb unserer bewußten Kontrolle und unseres eigenen Qualitätsmanagements gerät.

Der Artikel von Honigmann Das Knacken der Kabale, oder der Fenriswolf frisst die Götter… Teil 7 sorgt inzwischen für Unruhe in der Szene und die "Konkurrenz"-Einrichtung zu unserer Verfassungsaktion "Verfassung-jetzt" kommt dabei natürlich ins Vesier der Beobachter.

Als jemand der sich nun schon jahrelang (seit Anfang 2007) mit dem Aufbau einer Verfassungsbewegung beschäftigt und durch die Täler der Diffamierung schreiten mußte, die entstehen, wenn einer es wagt Denkgewohnheiten als solche zu offenbaren, kann ich aus Erfahrung sagen, das der Überbringer der schlechten Nachricht doch in der Regel gesteinigt wird von den krampfhaft an den Denkgewohnheiten festhaltenden.

Nun Ist Honigmann ein solcher Überbringer?

Er wäre es, wenn er offen dafür eintreten würde wie es Carlo Schmid formulierte:
Zitat:
Um einen Staat im Vollsinne zu organisieren, muß die Volkssouveränität sich in ihrer ganzen Fülle auswirken können. Wo nur eine fragmentarische Ausübung möglich ist, kann auch nur ein Staatsfragment organisiert werden. Mehr können wir nicht zuwege bringen, es sei denn, daß wir den Besatzungsmächten gegenüber – was aber
eine ernste politische Entscheidung
voraussetzen würde
– Rechte geltend machen, die sie uns heute noch nicht einräumen wollen. Das müßte dann ihnen gegenüber eben
durchgekämpft
werden
.
Solange das nicht geschehen ist, können wir, wenn Worte überhaupt einen Sinn haben sollen, keine Verfassung machen, auch keine vorläufige Verfassung, wenn vorläufig lediglich eine zeitliche Bestimmung sein soll. Sondern was wir machen können, ist ausschließlich das Grundgesetz für ein Staatsfragment. Die eigentliche Verfassung, die wir haben, ist auch heute noch das geschriebene oder ungeschriebene Besatzungsstatut. Die Art und Weise, wie die Besatzungsmächte die Besatzungshoheit ausüben, bestimmt darüber, wie die Hoheits-befugnisse auf deutschem Boden verteilt sein sollen. Sie bestimmt auch darüber, was an den Grundrechten unserer Länderverfassungen effektiv und was nur Literatur ist. Diesem Besatzungsstatut gegenüber ist alles andere sekundär, solange man in Anerkennung seiner Wirklichkeit handelt. Nichts ist für diesen Zustand kennzeichnender als der Schlußsatz in Dokument Nr. III, worin ausdrücklich gesagt ist, daß nach dem Beschluß des Parlamentarischen Rates und vor der Ratifikation dieses Beschlusses in den Ländern die Besatzungsmächte das Besatzungsstatut verkünden werden, damit das deutsche Volk weiß, in welchem Rahmen seine Verfassung gilt. Wenn man einen solchen Zustand nicht will, dann muß man dagegen handeln wollen. Aber das wäre dann Sache des deutschen Volkes selbst und nicht Sache staatlicher Organe, die ihre Akte jeweils vorher genehmigen lassen müssen.

Damit glaube ich die Frage beantwortet zu haben, worum es sich bei unserem Tun denn eigentlich handelt. Wir haben unter Bestätigung der alliierten Vorbehalte das Grundgesetz zur Organisation der heute freigegebenen Hoheitsbefugnisse des deutschen Volkes in einem Teile Deutschlands zu beraten und zu beschließen. Wir haben nicht die Verfassung Deutschlands oder Westdeutschlands zu machen. Wir haben keinen Staat zu errichten. Wir haben etwas zu schaffen, das uns die Möglichkeit gibt, gewisser Verhältnisse Herr zu werden, besser Herr zu werden, als wir das bisher konnten. Auch ein Staatsfragment muß eine Organisation haben, die geeignet ist, den praktischen Bedürfnissen der inneren Ordnung eines Gebietes gerecht zu werden. Auch ein Staatsfragment braucht eine Legislative, braucht eine Exekutive und braucht eine Gerichtsbarkeit.


Es dürfte aus diesem Zitat herauszulesen sein, das es keine rechtliche Frage ist ob wir die Vollsouveränität erreichen, sondern eine politische Frage.

Wer das unterschätzt und sich glaubt aus dem Recht selbst eine Legitimation herstellen zu können irrt gewaltig und macht den anderen eine Illusion eines geregelten Überganges vor.

Wenn wir frei werden wollen dann müssen wir das mit allen Konsequenzen durchkämpfen.

Das kann auch Krieg bedeuten. Das muß uns eben bweußt sein. Sich nun hinzustellen, wie es Honigmann getan hat, und einer inneren Angst vor dieser Tat Ausdruck zu verleihen, auch wenn sie noch so gut begründet wird durch die Analyse der Hintergründe weltumspannender Machtstrategien, muß sich die Kritik gefallen lassen das kleine aufkeimende Pflänzchen einer weiteren Verfassungsaktion im Wachstum zu behindern.

Auf der anderen Seite ist die Haltung derer, die sich für diese junge Aktion begeistern auch nicht gerade vorbildlich. Es ist schon erstaunlich wie manche Wendehälse mit der Umsetzung einer neuen Aktion versuchen die bestehenden Aktionen zu überflügeln. Es gehört dazu, das natürlich in der Öffentlichkeit dargelegt wird das alle bisherigen Aktivisten in diesem Thema eingeladen sind teilzunehmen. In dem Wissen, das dies sowieso nicht passieren wird, weil jeder doch eher an der eigenen lange gepflegten Arbeit festhalten wird und anderen jüngeren Aktionen nicht sofort trauen kann bei all den U-Boot-Aktionen die schon beobachtet wurden, können vorauseilend durch Bemerkungen diese Menschen seien Egoisten und würden nur ihr eigenes Ding verfolgen äußerst Kontra-Produktiv wirken.
Warum werden im Vorfeld nicht die bisherigen Aktivisten an einen Tisch gebracht und ein Netzwerk souveräner Knoten gebildet, das dann als Ganzes als Bewegung ohne formelle Organisation wirken kann und somit trotz Unterschiede dem Willen nach Freiheit Ausdruck verleihen mag?

Vielleicht ist die Antwort in der Grundstruktur der neuen Aktion zu finden.

Es wird dargelegt, das das Neue nicht mit alten Zöpfen erflochten werden soll und gänzlich neue Wege beschritten werden sollen. Entspricht dies der Wahrheit?

Nun allein in der Namensgebung wird mir als Kenner der Materie unwohl.

Republik Germanien

Res publica - Verwaltung unserer Sache - eine römische Grundstruktur mit Betonung auf die Sachverwaltung.

Was ist daran auszusetzen?

Das Vorauswissen ist hier das ein wesentliches Merkmal römischen Privat-Rechts das Erbrecht ist und dies bedingt das die Sachen hoch bewertet werden und eben vererbt werden können. DAS ist Grundlage dieser politischen Organisation!!! Das ist auch eine Grundlage des Übels indem wir heute stecken. Aber die Naivität der Sprachoberflächlichkeit glaubt mit zusätzlichen Informationen doch genau das gegenteilige Aussagen zu können:
Zitat von der Webseite von Verfassung-jetzt
Zitat:
Grundlegende Kenntnisse, die jeder Mensch beachten sollte:
Alles besteht aus Energie. Energie ist nicht zerstörbar. Energie ist lediglich  umwandelbar.
Die Mutter Erde ist ein eigenständiges Lebewesen. Naturgesetze sind als  höchstes Gesetz anzusehen.  Alles was der Mensch, die Tiere und Pflanzen  brauchen, wird von der Erde zur Verfügung gestellt. 
Niemand hat das Recht, die Erde zu seinem persönlichen Eigentum zu machen  und irgendwelche Besitzansprüche zu stellen. Land ist Gemeinschaftsgut. 
Der Mensch hat keine Seele, er IST eine ewige, unsterbliche SEELE. 
Es gibt nur den physischen Tod des Körpers.
Jeder Mensch (Seele) soll sich  wieder bewußt werden, dass er ein göttliches Geschöpf ist. 
Die Seele ist im Herzen verankert. Wir alle sind einzigartige Geschöpfe.  Wir sind geistige Schöpfer. 
Der Friede auf unserer Mutter Erde wird erst dann einkehren, wenn der Mensch  seine eigenen internen Feinde aufgelöst hat, die da heißen: Angst, Gier,  Eifersucht, Neid, Mißgunst und Habgier. 
Wenn der Mensch im Einklang mit der Natur ist, sind Integrität und  Ausgeglichenheit mit der Mutter Erde wieder hergestellt.


Wenn wir dieses lesen und dann die Organisation dieser Zielsetzung als Republik bezeichenen löst das völlig logisch bei den Kennern des Themas tiefes Mißtrauen aus.

Da ist nicht das drin was drauf steht, oder da steht was anderes drauf als drin ist.

Aktivisten die auf solches bereits geachtet haben werden umgekehrt dann als Egoisten hingestellt? Wie geht das zusammen?

Das Wort Germanien ist ebenso ein Unikum in diesem Zusammenhang. Dieser Begriff ist ein römischer Begriff und kann nun wirklich nicht als Freiheits-Symbol und als Identifikationsgrund herangezogen werden.
Germanien, das sind die Sümpfe der Barbaren jenseits der Alpen meine Damen und Herren, haben sie das bereits vergessen?

Würden wir Allemannen sagen würde das zwar auch nur einen Teil der Völker bezeichnen die in "Deutschland" zusammen konstruiert wurden aber es wäre wenigstens schonmal ein Begriff in die richtige Richtung auch wenn das die Bayuwaren oder die Sachsen eventuell nerven könnte Zwinkernd

Immerhin wurde auf das Ungetüm "Deutsch" verzichtet - na das ist schonmal was. Smiley
Darüber habe ich ja schon eine Ausarbeitung hier ins Forum gesetzt:   Woher kommt das Wort Deutsch und das Wort Volk

Und wenn schon nur an der Namensgebung soviel auszusetzen ist, kann sich jeder denken das dies nicht die einzigen Nachlässigkeiten sind die schon im Fundament dieser Aktion stecken.

Immerhin ist es ja nicht einfach, das muß bedacht sein, eine solche Aktion zu starten und auch unsere Aktion mußte Federn lassen und wir mußten Korrekturen machen damit Mißverständnisse geklärt werden können. Niemand ist perfekt, doch schauen wir weiter was da an prinzipiellen Punkten noch so auftaucht und welche Folgen zu erwarten sind.

Sehen wir den gesetzten Kontext des Verfassungsentwurf, so können wir zwar eineige "einleuchtende" Passagen sehen und fühlen wohl oft dabei angenehmes und vom Bauch her richtiges, doch ist nicht zu übersehen für den kritischen Geist, das hier eine Art gaiaistischer Gottestaat verpackt in einer Res Publica (Sachverwaltung) entstehen soll, deren einziger Transparenz-Bezug eine behauptete Einsicht in das göttliche Wirken darstellt.
Das meine Damen und Herren ist im Grunde die Grundsubstanz des römisch-christlich-imperialen Wahrheits-Wahnsinns, der nun schon mehrere Jahrtausende die Menschen versklavt und kombiniert wurde mit einer Art aus der Gemeinde, der Genossenschaft entstehenden Rechts.

Es wird die Vorstellung einer Verfassung auf den Kopf gestellt (sind Assoziationen zum Germania Projekt hier rein zufällig? Zwinkernd ) Die Vorstellung nun mit Hilfe der auf der Milanstation entwickelten Idee möglichst kleiner politischer Einheiten das Recht von unten wirksam durch die Menschen selbst sprechen zu lassen ist ja ansich nichts schlechtes, und dem Ganzen ein aus dem Naturrecht entfalteten Überbau zu geben ist auch nicht unbedingt schlecht, doch wieso werden Begriffe wie Verfassung derart aufgeweicht, das die Aufgabe einer Menschheitsrechts-Erklärung nun plötzlich von der Verfassung übernommen werden soll?

Meine Damen und Herren von der Verfassung-jetzt-Aktion das ist alles bereits da und es ist besser strukturiert!


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« Zuletzt geändert: 08.02.2012 um 10:20:12 von freierMilan »  

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Freiland, Weg der Freiheit 1
Ist Honigmann in Angst gefangen und die Verfassung-jetzt-Aktion der Versuch ein Gottesstaat zu errichten? Teil 2
Antwort #1 - 08.02.2012 um 10:14:42
 
Die Völkerbrief-Zusätze haben dieses Feld bereits beackert. Der Rahmen ist frei von jedem idiologischen und religiösen Schmarn und baut auf einer Grundlage von bisher 4 Transzendenz-Bezügen auf.
D.h. auch Menschen die nicht an göttlicher Führung glauben haben Menschenrechte und dürfen nach ihrer Fasson leben! Sie müssen sich nicht dem religiösen Diktat unterwerfen um mitmachen zu dürfen.
Die universalität der Menschenrechte ist gewährleistet!

Der Verdacht kann hier aufkommen, da ja die Verfassungs-Aktion der Milanstation einigen defintiv bekannt ist, das hier ein religiöses esoterisches Gegengewicht geschaffen werden soll zu unserer offenen Sichtweise.

Es passt zumindest den Religiösen nicht, das sie den "Wahrheitsanspruch" mit anderen teilen müssen. Um aber nicht in diesen Verdacht zu kommen ist die Konstruktion der Aktion wichtig.

Einerseits wird die religiöse Basis so neutral wie möglich formuliert aber als Handlungsgrund und Singeber installiert, andererseits werden Andersdenkende sofort als Egoisten ausgegrenzt und sie werden aufgefordert sich doch dem scheinbar allgemeinen Ansatz der Gemeinsamkeit zu unterwerfen und zum Dritten wird per Strukturbildung so getan als wäre das Recht von unten entworfen (->Gemeinderecht )

Eine wirklich offene Diskussion kann so nicht einmal ansatzmäßig erreicht werden.

Es ist an den Aktivisten der schon lange bestehende Streit um den Transparenz-Bezug in Präambeln von Verfassungen vorbei gegangen.

Alte Zöpfe nicht benutzen? Mhm irgendwie stimmt das wohl doch nicht.

Jeder kann sich selbst über den Sinn oder Unsinn Gedanken machen und meine Argumente als feindseelig oder wie auch immer betrachten. (Alte Rechnungen abarbeiten?)
Es ist logisch das ich von der anderen Seite vermutlich wieder als Bremser oder Verhinderer bezeichnet werde wenn ich eine solche Kommentierung durchführe, aber auch das hätte vermieden werden können im Vorfeld wie ich es oben Vorschlags-mäßig ja schon darstellte.

Der Grund warum ich diesen ausführlichen Beitrag geschrieben habe ist, das mich einige gefragt haben, was ich von der Aktion Verfassung-jetzt halte.

Mein Fazit ist:
Diese Aktion ist eine von mehreren, die in einer Verfassung einen ganz konkreten Bezug gesetzt sehen will und es ist legitim diesen Bezug zu setzen und darzulegen das Menschen in dieser Weise ihre Ordnung gestalten wollen.
Aber es ist nicht legitim zu behaupten das diese Aktion die eizig wahre oder diejenige ist die als Initiation einer Bewegung bzw. als Koordination einer Bewegung gelten könne.

Eine Vereinigung die dies behaupten wollte muß sich die Mühe machen mehrere Transzendenz-Bezüge gelten lassen zu können und sie muß eine Neutralität in Bezug auf die Formulierung der Verfassung wahren.

Da kommen wir zum letzten wichtigen Punkt.

Zitat:
Wenn Sie den vorgegebenen Verfassungsentwurf lesen, werden Sie feststellen, das darin keine  Gesetze und Verbote enthalten sind. Gesetze erschaffen Sünder. Sie haben noch nie einen  Menschen zum Positiven verändert. Ein Mensch mit einem gesunden Bewußtsein achtet die  Naturgesetze und steht unter der Gnade Gottes.  Dieses Gedankengut bitten wir zu bedenken und zu berücksichtigen, wenn Sie ihre Vorschläge  einreichen.


Carlo Schmid:
Zitat:
Was heißt aber Verfassung ? Eine Verfassung ist die Gesamtentscheidung eines freien Volkes über die Formen und die Inhalte seiner politischen Existenz. Eine solche Verfassung ist dann die Grundnorm des Staates. Sie bestimmt in letzter Instanz ohne auf einen Dritten zurückgeführt zu werden brauchen, die Abgrenzung der Hoheitsverhältnisse auf dem Gebiet und dazu bestimmt sie die Rechte der Individuen und die Grenzen der Staatsgewalt. Nichts steht über ihr, niemand kann sie außer Kraft setzen, niemand kann sie ignorieren. Eine Verfassung ist nichts anderes als die in Rechtsform gebrachte Selbstverwirklichung der Freiheit eines Volkes. Darin liegt ihr Pathos, und dafür sind die Völker auf die Barrikaden gegangen. Wenn wir in solchen Verhältnissen zu wirken hätten, dann brauchten wir die Frage: worum handelt es sich denn eigentlich? nicht zu stellen. Dieser Begriff einer Verfassung gilt in einer Welt, die demokratisch sein will, die also das Pathos der Demokratie als ihr Lebensgesetz anerkennen will, unabdingbar.


Meine Damen und Herren,
hier sehen sie, das es in einer Verfassung nicht darum geht den religiösen Glauben in den Mittelpunkt zu stellen, es sei denn mensch hat vor einen Gottesstaat zu bauen, sondern das es um den politischen Gesamtausdruck einer  Gemeinschaft geht. Wir haben keine Bruderschaft zu begründen, sondern wir haben mit einer Verfassung die Basis-Normen einer Gesellschaft zu setzen.
Es reicht nicht aus bei einem derart zentralen Begriff einfach sich hinzustellen und zu behaupten wir machen das jetzt anders. Es muß defintiv erläutert werden warum ein solcher Schritt durchgeführt wird und welche neue Funktion dann eine Verfassung hätte. Und genau das findet mensch auf der Website eben nicht.

Auch zu einer modernen Auffassung des Begriffs Verfassung habe ich eine Ausarbeitung bereits geschrieben: Aufgaben einer modernen Verfassung
Sie können dort erfahren wie ein wirklicher und wirksamer Paradigma-Wechsel in Bezug auf Rechtssysteme aussieht und erreicht werden kann.
aus dem Artikel:
Zitat:
1. Im Wesen des Menschen liegt die Handlungsfähigkeit
2. Im Wesen des Menschen liegt die Würdefähigkeit
3. Alle Menschen haben gleiches Recht auf Handlung und Würde
4. Diese Regeln werden auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen angewandt.


Eine derartige Grundlage ist eine Normsetzung und auch die Bestimmungen des Verfassungsentwurfs der "Verfassung-jetzt"-Aktion sind Normsetzungen. Die Behauptung
Zitat:
Diese Verfassung kann nur ein Grundregelwerk darstellen. Es erhebt nicht den Anspruch eines  Gesetzeswerkes.

ist daher ein Kunstprodukt und insich selbst schon nicht wirklich schlüssig, davon abhängig die beiden Begriffe Grundregelwerk und Gesetzeswerk irgendwie qualitativ unterscheiden zu müssen.
Regel und Gesetz was ist der Unterschied?
Ganz klar ist das wirklich nicht.

wikipedia:

Zitat:
Regel bezeichnet

    * eine Norm, ein Standard oder eine Richtlinie, siehe Regel (Richtlinie)
    * eine Gesetzmäßigkeit
    * Regelmäßigkeit
    * die Kurzform von Ordensregel (= Mönchsregel)
    * die Monatsblutung der Frau
    * eine Produktionsregel einer formalen Grammatik

Ein Gesetz ist eine Sammlung von allgemein verbindlichen Rechtsnormen, die in einem förmlichen Verfahren von dem dazu ermächtigten staatlichen Organ – dem Gesetzgeber – erlassen worden ist.


Verstoßen kann mensch gegen beides. Da ist dann die Frage welche Konsequenzen daraus folgen und da dies eben offen gelassen wird hängt die Unterscheidung in der Luft.

Es wurde schon zitiert:
Zitat:
Wenn Sie den vorgegebenen Verfassungsentwurf lesen, werden Sie feststellen, das darin keine  Gesetze und Verbote enthalten sind. Gesetze erschaffen Sünder.


Sorry aber es sind dort Normen enthalten und das ist viel entscheidender als nun darauf abzuzielen ob etwas als Gesetz bezeichnet wird.

Wenn ich gemein wäre würde ich jetzt darauf abzielen, das die 10 Gebote nun schon so lange bestehen und die Frage stellen
Sind das nicht auch "soll-Bestimmungen?"
und
Werden nicht dennoch Sünder durch sie erzeugt?

Wenn ich so argumentieren würde, könnte ich verstehen, wenn ich dann kritisiert werde, das ich einen Papiertiger erzeugen würde.

Zitat aus dem Verfassungsentwurf der Aktion "Verfassung-jetzt"
Zitat:
Die Gedanken- und Gewissensfreiheit sowie die Freiheit des Glaubens jedes  Einzelnen sind selbstverständlich und uneingeschränkt. Kulturelle und  wirtschaftliche Vielfalt sind zu respektieren und zu schützen.


Bei dem vorher festgelegten Rahmen "Was ein Mensch ist" Was die Erde ist" usw. ist der hervorgehobene Teil des Zitats nicht nur überflüssig, sondern er bringt das gesamt-Konzept dieses Entwurfes zu Fall.
Es ist schlichtweg nicht mehr möglich nach der Rahmenbildung eine Glaubensfreiheit zu verwirklichen.

Sicher können all die aufgezählten Fehler und Widersprüchlichkeiten korrigiert werden und es ist zu hoffen das dies auch getan wird, aber dadurch wird sich auch herausstellen, wie ernst den Aktivisten die tatsächliche Freiheit und das tatsächliche (unformulierbare) Menschenrecht ist.

Es ist zumindest völlig klar, ohne den Willen zur Freiheit und ohne den politischen Akt sich für die Freiheit einzusetzen, bleiben wir weiter versklavt und die Entscheidung sich selbst einzusetzen ist gefährlich, denn es bedeutet, das wir dafür kämpfen müssen, was eben auch Krieg bedeuten kann, aber vielleicht nicht muß, wenn die Vernunft und das Herz siegt und die Strategie der Umsetzung Wege beschreitet, die von den soziopatischen Mächtigen nicht voraussehbar sind. Wir können Gewalt minimieren aber niemals eliminieren!!!

Nun, ich bin als Mensch bekannt, der ohne Blatt vor dem Mund zu nehmen die Dinge beim Namen nennt. Dabei ist es mir inzwischen gleichgültig was andere von mir sagen und ob sie mir Egoismus andichten. Das was ich weiß versuche ich anderen zu vermitteln authentisch und mit bestem Wissen und Gewissen.
Die anderen insbesondere die Angesprochenen können das als Angriff verstehen oder aber als wohlwollende Kritik. Das ist ganz davon abhängig wie sie sich selbst sehen und wie sie grundsätzlich andere beurteilen.
Manches von dem was ich schreibe ist vielleicht sehr scharf formuliert, doch wenn etwas grundsätzliches getan werden soll, dann ist die größtmögliche Aufmerksamkeit gefragt und die genaueste Sprache zu verwenden.

WIR haben Verantwortung für die Zukunft, das dürfen wir nicht vergessen!!!

Ich entschuldige mich aufrichtig also schon im Vorfeld, wenn ich einigen Leuten auf die Füße getreten bin.
Sinn und Zweck dieses Artikels ist also letztlich das vorausgesetzte "gemeinsame" Ziel der Freiheit zu erreichen.

In diesem Sinne, es ist egal was ihr tut, aber tut endlich etwas, denn Nichtstun ist sich der Sklavenhaltung auszuliefern!

VG bernd

Noch nicht verlinkte Quellen:
http://verfassung-jetzt.org/index.htm
Carlo Schmid - Was heißt eigentlich: Grundgesetz?
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Re: Ist Honigmann in Angst gefangen und die Verfassung-jetzt-Aktion der Versuch ein Gottesstaat zu errichten?
Antwort #2 - 08.02.2012 um 11:52:44
 
Nachtrag:
Aus dem Buch von Georges Devereux "Angst und Methode in den Verhaltenswissenschaft" zitiere ich nun aus dem Kapitel XVIII "Die Rolle der Persönlichkeit bei einer Untersuchung von Gruppen und Individuen" einen Abschnitt der uns aufmerksam machen kann auf die Problematik, die sich durch einen Glauben ergeben können und auch aus dem Umstand erkennbar machen kann, die den Beobachter und seine Bewertung betrachtet, was für merkwürdige Folgen entstehen wenn der Glaube an Götter Einfuß gewinnt auf die Rechtsprechung.

Zitat:
Fall 334: Da ich mich auf die malaiische-polynesische Kultur spezielisieren wollte, war ich enttäuscht, als ich zu den Moi, und obendrein nicht einmal zu den südlichen, sondern zu den nördlichen Moi geschickt wurde, deren Kultur von der der Chan nicht beeinflußt worden war. Da man mir die Wahl des Stammes überließ, wählte ich die kriegerischen Sedang, weil ich hoffte, daß ihre Persönlichkeitsstruktur der der galanten Mohave oder der Prärie-Indianer ähnlich sei, und fühlte mich arg betrogen, als sie sich als kleinlich, streitsüchtig und niederträchtig herausstellten. Da ich keine Alternative hatte, entschied ich, daß ich lernen mußte, sie gern zu haben, indem ich ihre attraktiven Seiten herausfand, die man infolge ihrer rauhen Kultur leicht vergaß. Während ich ihre Sprache lernte und mich ihren Sitten anpaßte, untersuchte ich deshalb mit Bedacht nur gefühlsneutrale Topoi wie Technologie, Verwandtschaft und dergleichen. Rückblickend geht mir auf, daß ich während dieser Zeit auch Informanten ausfindig zu machen versuchte, zu denen ich eine menschliche Beziehung anknüpfen konnte. So wie die Sedang nun einmal sind, bedeutet das, daß meine ersten Informanten kulturelle Abweichler - d.h. freundlich und umgänglich -  waren. Als ich diese Abweichler als Individuen zu schätzen begann, dämmerte mir, daß auch sie nicht akulturell waren, sondern einen anderen - gleichermaßen authentischen, wenn auch weniger manifesten und weit menschlicheren - Aspekt der Sedang-Kultur repräsentierten. Bald darauf entdeckte ich, daß die Sedang viele ihrer Sitten haßten und sich mit ihnen nur abfanden, weil sie ihre bösartigen Götter fürchteten, die ihnen nur deshalb sinnlose (plam ploy) Regeln auferlegt hatten, damit sie ihnen jedesmal, wenn sie diese unerträglichen Regeln verletzen Opfer abpressen konnten. So erzählten mir selbst die charakterlich typischsten und am stärksten angepaßten Sedang, daß sie ihre Götter haßten, einige sprangen tatsächlich auf die Füße, warfen mit ihren Speeren um sich und riefen: "So würde ich unseren Göttern den Speer in den Bauch jagen, wenn ich sie nur sehen könnte" (Devereux 1940c). Diese typischen Sedang erklärten auch, das vorehelicher Verkehr sei "gut", wenn auch unglücklicherweise verboten, während die Masturbation und die Homosexualität, die erlaubte sexuelle Ventile für die Unverheirateten waren, "schlecht" seien (Fall 45). Kurz, das eigene Gefühl der Sedang für richtig und falsch stand in einem so krassen Widerspruch zu den von ihren Göttern auferlegten Regeln, daß sie mehr als einen "Sünder" mit Bedauern nur deshalb bestraften, weil die Donnergötter sonst vielleicht alle dafür bestraft hätten, daß sie sich nicht von ihm losgesagt hatten.


Ich habe diesen Abschnit zitiert um zu verdeutlichen, das der Glaube wie immer er auch gestaltet sein mag nicht in der Lage ist einen für alle Menschen gleichen Zugang zum Naturrecht zu verschaffen auf dem die Aktion sich beruft.

Die Vorstellung z.B. "Alles sei Energie" als Glaubenssatz kann für jemand anderes falsch sein und mit Fug und Recht kann der andere sagen "Alles sei Information"!
Die Rahmenbedingungen so zu setzen, das von vornherein bestimmte Menschen sich mit dem über sie gesetzten Rahmenregeln ausgegrenzt fühlen, ist daher ganz im Gegensatz zur eigentlichen Absicht in Frieden und Gerechtigkeit in der Gemeinschaft leben zu wollen.

Das was derzeit in der religiösen bzw. esoterischen Szene an angeblicher universalitärer Gesetzmäßigkeit vorgetragen wird ist geeignet in dieser Weise kritisiert zu werden.
Die Anmaßung mancher Menschen zu behaupten sie seien im Einklang mit Gott oder dem Universum wenn sie bestimmte "Regeln" leben ist genauso irreführend und selbstverliebt wie dann daraus entfalten zu wollen das dieser Anspruch in die Grundlage einer Verfassung gehört kombiniert mit dem Glaubensfreiheitssatz.

Entscheidend für die Wahl des Zitats war für mich, das der kulturelle Abstand zu den Sedang es ermöglicht die eigene Voreingenommenheit, durch den Glauben initiiert zuerst einmal sehen zu lernen und zu bemerken das wir es oftmals mit idialisierten Vorstellungen zu tun haben, wenn wir meinen unseren Glauben so einfach auf die Regeln der Gemeinschaft übertragen zu wollen.

Die Trennung von Staat und Kirche ist keine fixe Idee gewesen, sondern das entscheidende Moment der Freiheit. Und es ist bis heute diese Trennung nicht vollzogen.
Der Versuch eine solche Trennung herbei zu führen hat Deutschland in zwei Kriege geführt und es soll nun die Heilsbotschaft genau darin liegen eine Verfassung zu bauen die zwischen den Zeilen und in der Struktur einen Gottes(GAIA)staat fordert?

Die Grenzen von Recht, also genau zu bestimmen welche Gesetze zwingend erforderlich sind und welche nur zur Drangsal der Menschen und Opferbereitschaft führen müssen genau gezogen werden.

Mit einer Verfassung, die in ihrer Rahmensetzung den "religiösen Virus" transportiert können wir die aufgeklärten Menschen nicht überzeugen und werden nur diejenigen ja fast masochistisch anmutenden Menschen erreichen die auf Heilsversprecher abfahren.

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