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Was ist das Volk? (Gelesen: 819 mal)
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Freiland, Weg der Freiheit 1
Was ist das Volk?
19.01.2012 um 03:08:58
 
Diese Frage ist im Thema: Aufgaben einer modernen Verfassung gestellt worden und nur andeutungsweise beantwortet worden. So möchte ich hier diese Frage noch etwas vertiefen.

Der Begriff Volk stammt im Althochdeutschen aus einem Wortfeld das zusammengefasst etwas damit zu tun hat das sich Menschen zur Verteidigung zusammenschließen. Belege für diese Ansicht finden Sie im Thema: Woher kommt das Wort Deutsch und das Wort Volk. In den verschiedene Zeiten über die die Geschichte berichtet finden wir unterschiedliche Auffassung von dem, was wir heute Volk nennen.
Es gibt einen ethnischen Ansatz z.B. der besagt, das ein Volk der gleichen Menschenrasse angehören müsse. Im griechischen ist das ethnische Volk mit dem Begriff Laos verbunden.
Es gibt aber auch einen Ansatz der besagt, das die Bildung der Gemeinschaft, die wir als Volk bezeichnen, von deren Werte-Kanon, anfangs also von deren Glaube abhängig sei.
Bei manchem Verständnis kommen diese beiden Punkte in Übereinstimmung.
Wenn wir allerdings das Mittelalter anschauen, dann beobachten wird, das das Volk das einem König unterstand je nach der Familien-Politik sich änderte. Heirateten zwei, die in unterschiedlichen Ländern die Herrschaft ausübten so wurde plötzlich sozusagen das Volk verändert. Zwei Völker wurden zu einem und wenn dabei bestimmte Ethnien in der Minderheit waren wurde durch verdrängende Geburtenkontrolle dieses "Problem" über die Zeit sozusagen gelöst.
Die Abgrenzung des Volkes war also ethnisch kaum wirklich relevant, auch wenn das Rassenhygieniker vor 80-100 Jahren anders sehen wollten und es sogar zur Aufgabe machten Rassenmerkmale zur Bildung von einer Herrenrasse anzuführen und Eugenik groß im Kommen war.
Eine weitere Unterteilung der Menschen in Adlige (Blaublütig) und Nicht-Adlige kann auch beobachtet werden und da ist es noch wahnsinniger wenn z.B. die Habsburger Dynastie von Spanien bis Ungarn unterschiedlichste Völker unter sich als ihr Volk versammelte.

Der Begriff Volk ist erst in den letzten 150-200 Jahren wirklich ein Begriff geworden der in der Regel dazu eingesetzt wurde die Bevölkerung Kriegsbereit zu machen und gegen andere Völker zu schicken.
Außerdem muß beachtet werden, das erst ab dem 1600 Jahrhundert überhaupt mit den 12 Artikeln erstmalig Menschenrechte für alle Menschen erklärt wurden und daher eigentlich sichtbar wird, das es in der Sprache und in der Politik und Kultur nun verstärkt darauf ankam im Sinne der Herrschaft Völker in eine gewisse der Herrschaft genehme Geschlossenheit zu bringen.

Bedenken Sie, das es noch nicht lange her ist das hessische Soldaten an die Engländer verkauft wurden, um in den USA Krieg zu führen.
Mit Leibeigenen konnte sowas noch wunderbar gemacht werden.

Zusehens werden Menschen wie Waren angesehen in der industriellen Revolution und die Herrschenden, ob sie nun adlig waren oder "nur" zum "Geld-Adel"  gehörten, was die Sache oft noch verschlimmerte, haben durch ihr Selbstbild gerade zu höchste Anreize die anderen als Minderwertig zu betrachten.

Mit Darwins Theorien und der Marxsche Analyse des Kapitals wurde die Versachlichung des Menschenwesens noch weiter vorangetrieben bis er nur noch als Produktionsfaktor und Ressource berechenbares Glied einer Gemeinschaft wurde.

Aber die Aufklärung hatte ihre Spuren hinterlassen. Sie hat auf zwei Ebenen ganz erheblich diesen Prozess begleitet. Zum Einen mußte die Aufklärung als Folge der Bauernkriege (12 Artikel und Bundesordnung) den Menschen unterstützen zu einem Wesen mit "freiem" Willen zu werden und trug dazu bei das zumindest diejenigen die an Bildung heran kamen aufbegehren konnten und eben die bürgerliche Revolution durchzuführen, zum Anderen konnte damit auch die Aufwertung der Frau als Mensch vorankommen. Beides wurde aber zuerst einmal mißbraucht, um der neuen Macht-Elite aus dem Bürgertum die Macht zu erhalten und zu stabilisieren.

Die vom König abgerungene Souveränität wurde mit der Aufklärung vorübergehend an alle Menschen verteilt und daraus ergab sich die Behauptung des "Freien" Willens. Das war der Kampfbegriff der bis heute nachwirkt und doch falsch ist.

Mit der Jahrhundertwende und dem Beginn der Nationenbildung kam die Volkssouveränität auf und sammelte im Sinne der Versachlichung des Menschen die individuelle Souveränität wieder ein und unterwarf sie dem Gemeinschaftsgedanken, der in dem Wort Volkssouveränität seine Spitze erfährt.
Nicht der Einzelne ist Souverän, sondern das Volk dem er angehörte. Dies bedingt logischerweise, das zugleich das Territorium, das für ein "Nationenvolk" als zweites Kriterium herangezogen wurde eine Bedeutung bei der Unterwerfung des Individuums spielen mußte.
Nun ist das nächste Stichwort fällig: Gebietskörperschaften.
Körperschaften sind eigentlich treuhänderisch verwaltete juristische Personen auf Basis des Handelsrechts. Sie haben die Aufgabe der Sachverwaltung. Schon die Adligen scheinen das als eine Art Schutzmantel benutzt zu haben, um dann wenn mal ein König Mist gebaut hat einfach diesen durch einen anderen aus der Blutlinie ersetzen zu können. Dieses Werkzeug ist entscheidend, um den territorialen Anspruch einer Herrschaft durchzusetzen. Durch die Existenz von nicht-Adligen Staaten ergibt sich ein Legitimationsproblem dann, wenn sie Ergebnis aus nur halb durchgeführten Revolutionen sind. Alte Ansprüche adliger Natur auf bestimmtes Territorium bleiben ja bestehen und wir können beobachten, das selbst bei demokratisierten Staaten diese Ansprüche nur Vertraglich unter größtem Druck gemildert werden konnten. Daraus ergeben sich dann Staatskonstruktionen wie die Konstitutionelle Monarchie.
Konstruktionen die übrigens sehr gut dazu genutzt werden können auf der einen Seite soetwas wie Mitbestimmung des Volkes zu spielen und andererseits die wirklichen Entscheidungen im Hintergrund durchzuführen. An dieser Stelle ist es wichtig die Medien kontrollieren zu können, um die Herrschaft aus dem Hintergrund aufrecht zu erhalten.
Mit der Erfindung der Massenpsychologie wurde dieses Problem gemeistert von Seiten der Herrschenden.

Das Volk und um diesen Begriff geht es hier ja eigentlich hat also im Laufe der Zeit einige Wandlungen erfahren und wurde benutzt um künstliche Gemeinschaften zu erzeugen. Es ist immer mehr zu einem abstrakten Begriff geworden der alles oder nichts rechtfertigen kann.
Betrachten wir einmal was innerhalb einer Nation für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen existieren.
Ausgehend von der Definition des Volkes durch einen gemeinsamen Werte-Kanon müssen wir feststellen, das z.B. die Religionsfreiheit ein Opfer dafür ist, das eben nicht mehr ein gemeinsamer Wertekanon vorhanden ist.
Es ist im heutigen Nationenvolk auch keine einheitliche Ethnie mehr vorhanden. Und beides schon seit Jahrhunderten, also auch nicht mehr rückänderbar solange auf eine territoriale Komponente nicht verzichtet wird.

Minderheitenschutz, Anti-Diskreminierung, Religionsfreiheit, Gewissensfreiheit, Toleranz usw. sind Folgen davon das die "Völker" immergrößer und immer inhomogener wurden und sind wichtig, um wenigstens einigermaßen in Frieden innerhalb eines Landes zu leben. Zugleich weist dies dem Staat eine starke Regelungsfunktion zu, die natürlich auch wieder mißbrauchbar ist, wie wir es in der Zeit eugenischer Weltkriegsabenteurer sehen können.

Und nun in der Gegenwart sehen wir wie der Versuch gemacht wird die Folgen der Verhaltensweisen der Herrschenden im Zusammenhang mit des Globalisierung genannten Weltimperiums-Strebens noch bizarrere Ergebnisse zeigt. Indigene Völker die es immer noch gibt werden ausgerottet oder assimiliert. Völker mit gewissem Nationalstolz werden diffamiert. Patriotismus wird manchen Ortes als Krankheit aufgefasst. Schein-Weltbürgertum wird mit Hilfe eines Welteinheits Glauben genannt NewAge verbreitet und dazu genutzt Kulturen aufzulösen.

Ein respektvolles Miteinander wird durch ein respektloses Durcheinander ausgetauscht und das Ergebnis ist ein Weltvolk? Wozu? Volk ist die Sammlung derer die sich gegenüber einem Feind zusammenrottet und sich verteidigt. Wie soll das noch einen Sinn machen, wenn alle Menschen überindividualisiert und vereinsamt in einer esoterischen oder aber auch materiellen Illusionsblase schweben?

Wenn wir aus dem neuen Rechtskreis von Volk sprechen wollen, dann ist damit nicht mehr eine an ein Territorium (Gebietskörperschaft)  gebundene Zwangsmitgliedschaft durch Geburt abgezielt, sondern der ursprüngliche Charakter des Wortes Volk tritt wieder hervor, einmal im Sinne der mitteleuropäischen Bedeutung des Volkes das sich bei Gefahr zu einer Einheit zusammenschließt und außerdem im Sinne der aus dem arabischen Recht kommenden Vorstellung einer Wertegemeinschaft.
Deshalb ist es für unsere Vorstellung von Verfassungsgetragenen Vereinigungen überhaupt nicht notwendig ein Territorium als Legitimations-Grund einer "Staatlichkeit" zu betrachten.

Wenn also die Herschenden den Begriff Volk für ihre Zwecke so umgestalteten wie sie ihn gebraucht haben ist es unser gutes Recht diesen Begriff wieder in seinem ursprünglicheren Sinne zu benutzen.

Dabei können wir von Indigenität ebenso ausgehen wenn wir aus uns selbst heraus unser Volk im Sinne unserer Werte neu bilden. In der Zeit wo Schrift noch keine wesentliche Rolle gespielt hat glaube ich nicht das sogenenannte "rassisch Fremde" als derartige Feinde betrachtet werden, die es nicht wert waren in eine bestehende Volksgemeinschaft aufgenommen zu werden.

Das Indigenat ist also für uns deshalb wichtig geworden, weil hiermit auch verbunden werden kann, das die jeweiligen Eigentümlichkeiten einer Gemeinschaft geschützt werden können.

Das Selbstbestimmungsrecht ist dem konstitutionellen Handlungsrecht des Einzelnen nachgeordnet, denn erst durch das konstitutionelle Handlungsrecht entsteht die Gemeinschaft, die als Indiginat bezeichnet werden kann.

Das aber auch nur deshalb, weil durch das Herrschaftsrecht und den dadurch verursachten Machtspielchen die Indigenate fast völlig ausgelöscht wurden.

Diese Vernichtung von Kultur, um der Macht willen, legitimiert uns neue Völker zu bilden, die nicht den Blut- und Geld-Linien der Herrscher entsprechen. Die römisch-imperiale Vererbungs-Lehre von Rechten hat hiermit ihr Ende erreicht.

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« Zuletzt geändert: 09.12.2013 um 04:58:02 von freierMilan »  

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Re: Was ist das Volk?
Antwort #1 - 09.12.2013 um 05:10:04
 
Ein wichtiger Grund das Wort Volk genauer zu betrachten ist, das wir in einer übersetzerischen Fehlinterpretation stecken.

Im griechischen heisst das ethnische Volk Laos, das Stadtvolk Demos.
Im lateinischen Populus.

All diese Worte werden in der Literatur mit dem Wort Volk übersetzt.
Auch das Wort Deutsch bedeutet Volk, wobei meist vergessen wird, das es heidnisches Volk bzw. fremdes Volk bedeutet.

Ich behaupte, das viele wortmagische Veränderungen in der Bedeutung auch durch das Übersetzen von griechischen und lateinischen Text ins Deutsche Vorschub bekommen.

Ich bemerke dies dadurch, das dann, wenn ich mit dem Wort Volk im Sinne seiner Althochsdeutschen Bedeutung argumentiere Mißverständnisse entstehen, weil mein Gegenüber dieses Wort aus dem übersetzten populus oder anthropos versteht.

An vielen Stellen können wir also beobachten, das das Wort Volk je nach Kontext einen anderen Sinn überträgt.
Wenn wir z.B. von Volksherrschaft sprechen assoziieren wir in der Regel, das es eine Herrschaft von Unten also vom Volk her ist.
Es kann aber auch im Sinne der Waffenträger interpretiert werden. Also im Sinne des althochdeutschen.
Ist der Kontext ein städtisch griechischer, wäre es eine Domokratie oder ethnisch eine Laokratie.
Beim lateinischen populus wirds dann noch problematisch: ist als Populus jeder Mensch gemeint oder nur die römischen Vollbürger?

Worauf ich jedenfalls hier besonders hinweisen will ist, das übersetzte Zitate in der Regel das Problem haben durch oberflächliche Betrachtungsweise den Gehalt der Worte verzerren zu können.

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Re: Was ist das Volk?
Antwort #2 - 05.03.2014 um 14:07:34
 
Nun kommt eine weitere Interpretation des Wortes "Demos" hinzu. Andreas Popp sagt das "Demos" das Dorf heissen würde.

Und das Volk die Bedeutung eines ethnischen Volkes hätte das das Privileg des Waffentragens besäße.

Diese Deutung ist fast so wie ich es auch darstelle, geht zumindest in die gleiche Richtung.

Es dürfte jedoch noch eine Weile dauern bis wir jemanden gefunden haben, der die diesbezüglich notwendig Forschung durchführt und genau dokumentiert. Dabei müßte eben das Übersetzungsproblem und das Zeitverständnis-Problem berücksichtigt werden, um die Wortmagie auflösen zu können die mit diesem Begriff in Verbindung steht.

Entscheidend für uns ist allerdings, das die herkömmliche Benutzung der Worte Volk und Demokratie nicht seinen Ursprüngen entspricht und uns in eine illusionistische Falle gelockt hat.

Überdenken wir bitte, was heute noch von diesen Begriffen übrig geblieben ist und zu was diese Worte mißbraucht werden.

Heutige Demokratie ist eine Wahl-Diktatur von Interessenvertretern und hat mit dem eigentlichen Sinn nichts mehr zu tun. Wir glauben an eine Demokratie, die in den existierenden Megastrukturen überhaupt nicht funktionieren kann. So zeigt sich der Betrug der Eliten an den Rest der Menschheit und es wird Zeit eine andere Lösung zu finden um die Macht der Eliten zu beenden.


 
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